Chicago, Illinois
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Irgend wann schwappt alles über den Großen Teich. Ein paar Jahre später kommt es dann in Old Germany an. Ob das Schild mit den horrenden Parkgebühren bald in der Berliner Innenstadt steht? Die Stunde an der Parkuhr ist ja schon bei 3 Euro.

Verkehr

Illinois und Chicago - The Land of Lincoln and The Windy City - das sind zwei unterschiedliche Dinge, die eines eint: Beide sind extrem Infarktgefährdet. Das Land und die Stadt ersticken am Verkehr. Das Land am manchmal sogar fließenden und die Stadt am ruhenden, an den Parkhäusern mit den horrenden Preisen.

Trotzdem, jeder fährt hin und her, 6 Tage die Woche. Viele haben 2 oder drei Jobs. Sie nutzen die Straßen eben öfter und die Jobs brauchen sie um sich das Autofahren leisten zu können.

Leer sind die Strassen nie. Morgens fließt es zügig, jeder weiß wo er hin muss; wie bei uns. Ab 14:30 Uhr setzt der rush hour trafic ein. Dann wird es eng. Das Bild vom Interstate Expressway oben 94 wurde am Sonntag gemacht. Auch da gibt es riesige Staus - durch Baustellen.

Wie entsteht der Verkehr?

Thats the American way of live. Die gut verdienenden Durchschnittsamerikaner sind immer auf der Arbeit. Die Betonung liegt auf immer. 10 Tage Urlaub nur, 6 Tage die Woche, wenige Feiertage im Jahr. Und das rund um die Uhr.

Fragt man einen Mechaniker, wann er aufsteht, sagt er: 4:40 Uhr. Frisörläden sind von 5 Uhr morgens bis 20 Uhr abends geöffnet. Viele Dienstleistungen gibt es rund um die Uhr, auch Sonntags.

Und die Zeit, die nicht auf der Arbeit verbracht wird, sitzt der Amerikaner dann im Auto. Endlich zuhause angekommen geht er sofort schlafen. Verdient er so viel Geld, dass die Frau draußen im Grünen nicht arbeiten muss, lässt diese sich bald scheiden. Das beschert der USA die höchste Scheidungsrate in der Welt.

Die anderen, die nicht so viel Geld verdienen, sind längst auf dem Weg zum Zweit- oder gar Drittjob. Sie kann man dann als Kellner bewundern, die sich mehr am Tablett anklammern als das sie es tragen. That's live!

Parken

So muss man kräftig alleine schon für das Parken und fürs Tanken arbeiten. Für zwei Stunden und eine Minute 20 US $ zu zahlen, ist doch schon was! Es muss ein bomben Geschäft sein, ein Parkhaus mit 11 oder 15 Stockwerken zu besitzen. Die Parkhäuser der Innenstadt sind nämlich alle voll.

In dem Wabenwolkenkratzer parken unten die Motorjachten und oben die Autos. Hier schoss der BMW in einem James-Bond-Film heraus. Er landete nicht im herrlich grünem Wasser des Chicago River sonder in einer Autovermietung.

Autos

Fragt man einen Amerikaner nach der horse power seines Autos, weiß er es meist nicht. Auf die Anzahl der Zylinder kommt es an. Die 8, 10, oder 12 Zylinder ziehen einen schließlich komfortabel überall hin. Was schert jemand da ein eher theoretischer Wert wie PS?

Die erschreckend großen SUV's brauchen schließlich so einen Motor. Sollte es mal eine echte Energiekrise geben, bricht hier Mangels Alternativen zum Auto alles zusammen. Es wird die USA schlimmer treffen als alle anderen Länder der Welt. Deswegen auch die starre Haltung amerikanischer Regierungen zum Klimaschutz und zum Energiesparen.

Weniger als die Hälfte der Autos sind amerikanische Marken. Japan ist stark vertreten und, was richtig teuer ist, kommt aus Deutschland. Hauptschache: viele Zylinder.

Infrastruktur

Marode Infrastruktur

Ein Blick auf die Landkarte von Illinois läßt schlimmes erahnen. Der ganze Staat ist von Highways durchzogen die sich im rechten Winkel kreuzen. Für Natur ist da kein Platz.

Besonders dicht zersiedelt ist die Landschaft um Chicago und entlang des Michigansees. In parkähnlicher Landschaft nördlich von Chicago und tief hinein nach Westen sind Traumvillen zu sehen, die schon mit kleinen Schlößern verglichen werden können.

Die Highways nehmen gefühlte 10 % des Landes ein. Weitere 5 % der Fläche sind für die Parkplätze der gesichtslosen Einkaufszentren unter Beton verschwunden.

Zustand der Straßen und Brücken

Die Straßen und die Brücken sind in Illionois in einem nicht erwarteten jämmerlichen Zusatnd. Die Fahrbahndecken weisen zahllose Risse und Dellen auf, die Brücken, egal ob für Auto, Bahn oder über Wasser, sind verrostet und erinnern an Länder der Dritten Welt. Da wurde jahrelang nicht investiert.

Im nördlichen Nachbarstaat, in Wisconsin, ist die Situation bei weitem besser.

Öffentlicher Verkehr

Abgesehen von einigen Bahnlinien in die Stadt hinein - sie werden bestimmt nicht von Hausbesitzern benutzt - gibt es keinen nennenswerten öffentlichen Verkehr.

Ausgenommen der allgegenwärtigen gelben Schulbusse. Wenn die ein Stopschild mit roten Lichtern ausklappen, muss auch der Gegenverkehr halten.

Chicago
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Die paar Verkehrsprobleme...

No comment!
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War nicht einfach, dieses außergewöhnliche Gefährt zu fotografieren. Erst kam einer von der Transportfirma und wollte wissen, warum hier Bilder gemacht werden. Dann hielt ein Polizeiauto und wollte das selbe wissen, warum ausgerechnet am Great Lake Naval Trainings Center so ein dicker Fotoapparat zum Einsatz kommt.

Immerhin erfuhr man so, dass der geladene Generator 100 t wog und das das Fahrzeug 42 axes und 168 Räder! Wenn sie um die Ecke fahren, bleibt auch die letzte Achse in der Spur. Warum der übertriebene Aufwand? Weil die Brücken so marode sind und die Last eben auf die vielen Achsen verteilt wird. Dann verlor der Sheriff die Geduld...

Reibt sich da einer die Hände? Viele Straßen führen nach Chicago rein und die müssen alle einen Parkplatz finden.

Oktober 2007: Hier fanden gerade die Amateurboxweltmeisterschaft statt.

Der überwachte Bewacher der Kreuzung

Was gibt es schöneres als Fußgänger in Chicago zu sein?

Gab es dafür nicht mal anderthalb Stangen?

Super am Stadtrand von Chicago im Oktober 2007: Eine Gallone sind 3,79 Liter. Bei einem Kurs von 1,40 $/€ sind das für den Liter gerade mal 0,64 €.

Eben hier in Berlin getankt: für 1.429 €. Das wären fast 7,60 US $ die Gallone bei dem derzeit günstigen Dollarkurs - ob das den Jungs dadrüben weh tut?

Amerika stöhnt über den hohen Preis. Diesel gibt es nicht überall. Es ist aber noch teurer.

Warte, warte noch ein Weilchen...

Nee, nee, keine falsche Hoffnung. Das sind alles Touristen die hier zu Fuß gehen.

Energie? Ist doch zum verballern da, oder?

Es mutet schon eigenartig an, dass die 300 Millionen Amerikaner fast die Hälfte der Energie der Weltbevölkerung verbrauchen. Das sind 6 Milliarden Leute!

Ist man in dem Siedlungsbrei zwischen Milwaukee und Chicago unterwegs, begreift man, warum das so ist, warum der Präsident nichts vom Kyotoabkommen hält und warum er jeden Krieg anfängt nur um eines zu erreichen: Energie muss billig bleiben, zumindest in den USA.

Die Amerikaner sind in eine Energiefalle gelaufen und da kommen sie nicht her aus. Man unternehme mal eine Reise in Google Earth. So von Milwaukee über Chicago, Detroit, New York und Washington bis Florida, Key West. Da ist alles zersiedelt und keiner kann da ein öffentliches Verkehrssystem organisieren um allen Mobilität anzubieten, unabhängig von eigenen Auto.

Die ausländische Autoindustrie verkauft derzeit größere Stückzahlen als die amerikanische. Wer nun denkt, dass das den Energieverbrauch reduziert, liegt falsch. Verblüffend, was selbst die Japaner an riesigen SUV's mit 12-Zylindermotoren liefert, welche deutsche Autos damit einher kommen.

Der hohe Energieverbrauch wird auch stramm in den schmucken Häuser praktiziert. Es soll noch Häuser geben, die nur einen einzigen Lichtschalter haben: für alle Räume und alle 4-6 Bäder, ob sie nun betreten werden oder nicht.

Irgend eine Energiequelle läuft immer in einem Haus. Heizung oder Kühlung, elektronisch auf Wohlfühltemperatur um 70° F eingestellt. Und das in allen Räumen, bewohnt oder nicht, gleichzeitig und das nicht abstell- oder regulierbar für einzelne Räume.

Ganz schön laut...

Unvorstellbar bei uns. Da würde der Amtsschimmel aber wiehern. Für ein paar Dollar mehr bekommt man sein Wunschnummernschlid. Es müssen nur 7 Zeichen sein.

Ganz schön viel Platz hier in den Einkaufscentren auf dem flachen Land...

Kurz hinter dem Flughafen...

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