Sanssouci

Das Schloss Charlottenhof

Schloss Sanssouci, Seite 4i

Neues Palais, Seite 6

Schloss-Charlottenhof

Die wenigsten der vielen Besucher von Sanssouci kommen hier her und kaum ein Berliner kennt das Schloss Charlottenhof. Es liegt im Süden des Parks, noch südwestlicher als die Römischen Bäder, ziemlich versteckt. Doch der Anblick ist überwältigend, vor allem wenn man den Weg von den Römischen Bädern her kommt, wie es das Bild hier zeigt.

Schloss-Charlottenhof

Umgebaut wurde das Schloss unter Kronprinz Friedrich Wilhelm (1795-1861) zu seinem Sommersitz. Er wurde 1840 als Friedrich Wilhelm IV. König von Preußen.

Gekauft hat das ehemalige Gut Friedrich Wilhelm III. (1770-1840). Er schenkte es 1825 seinem Sohn Kronprinz Friedrich Wilhelm und seiner Gemahlin Elisabeth Ludovika von Bayern zu Weihnachten.

Er beauftragte damit keinen anderen als den Architekten Karl Friedrich Schinkel. Mit wenig Geld, Preußens Herscher hatten nicht viel davon und was sie hatten brauchten sie für Kriege, baute Schinkel nach dem Vorbild einer römischen Villa diese kleine Schloss im klassizistischen Stil.

Benannt wurde das Schloss nach seiner Vorbesitzerin Maria Charlotte von Gentzkow, Frau eines Kammerherren. Sie besaß das Gut von 1790 bis 1794.

Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof

Das Haus hat 10 Zimmer und kann besichtigt werden. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg langt kräftig hin und verbat noch vor kurzem dafür das Fotografieren im Inneren aller Schlösser und Häuser hier in Sanssouci.

Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof

Aufgang zum Park vor dem Schloss vom Osten aus gesehen. Die beiden Figuren sind aus Bronze.

Blick zurück in den Rosengarten.

Die Gärten des Schlosses wurden von den Gartenarchitekten Hermann Sello unter Beteiligung von Peter Joseph Lenné nach italienischen Muster angelegt und mit dem Englischen Landschaftsgarten Friedrich des Großen harmonisch verbunden.

Es ist der erste geometrisch angelegte Park in Deutschland. Der italienbegeisterte Kronprinz war an den Entwürfen beteiligt.

Keine Rosen mehr im Rosengarten. Na ja, die meisten Aufnahmen stammen auch vom Ende September 2009.

Trotzdem, es ist eine wunderschöne Anlage in dem ehemals brettflachen und sumpfigen Gelände.

Der Schlossgarten wurde extra aufgeschüttet.

Die Rosen sind im Juni 2010 aufgenommen.

Das Portal ist mit schönen Friesen und blauen Malerein geschmückt. Alles ist in blau gehalten, sogar die Fensterläden.

Das Blau sollte Elisabeth Ludovika von Bayern an ihre Heimat erinnern.

Die Details sind aufwendig gestalltet.

Diese steinerne Bank muss damals eine Sensation gewesen sein. Nicht wegen der beiden schönen Figuren und den Weinranken, die zeltförmig den Platz überragen.

Der Merkur wurde in Bronze 1818 gegossen nach einer Marmorstatue von Bertel Thorvaldsen.

Die Mauern sind hohl und verstärken ein Flüstern laut und vernehmlich wie Stimmen über Lautsprecher. Aus den Löchern unten tritt der Schall aus.

Der vornehme Römer hat zu so einer Bank einst Exedra gesagt.

Für kunstbeflissene Nebelkrähen ist der Eintritt frei.

Die Malereien neben den Türen liegen hinter Glas.

Die rechte Figur der "tönenden Bank" vor den Weinreben - ursprünglich in Marmor von Antonio Canova geschaffen - stellt Paris mit dem Apfel in der Hand dar.

Sie wurde von Rudolf Schadow 1826 in Bronze gegossen.

Wein aus Brandenburg! Was muss das für ein Gesöff gewesen sein.

Na ja, besser als gar nichts...

Statt Rosen derzeit Herbstzeitlose unter alten Platanen.

Blick auf einen Ausschnitt der Nordfasade mit einer alten, mächtigen Platane davor.

Ebenfalls ein Blick vom Norden auf den Schlossgarten mit der "tönenden" Steinbank früh am Morgen.

An der schlichten Westfasade kommen die grazilen Tierfiguren rechts und links des Eingangs hervorragend zur Geltung.

Am Bassin ist Prinzessin Elisabeth auf einer ionischen Säule dargestellt. Die Skulptur wurde um 1825 von Christian Friedrich Tieck geschaffen. Der weiße Marmor stammt aus Carrara, der grau-rote aus Bayern. Die Säule wurde erst 1835 errichtet.

Im Hintergrund der Risalit des Neuen Palais.

Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof

Die beiden Gazellen sind von Wilhelm Wolff aus dem Jahr 1846 in Bronze gegossen.

Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof

Wie alt mag die mächtige Platane an der Nordseite des kleinen Schlosses sein? 200 Jahre? 300 Jahre?

Schloss-Charlottenhof

Einfach schön! Die linke Figur mit dem Flügelhelm ist leicht als Merkur zu erkennen und von den gleichen Künstlern hergestellt, allerdings schon 1818.

Schloss-Charlottenhof-Satyrknabe

Brunnen im Rosengarten: Wasserspeiender Satyrknabe von Christian Daniel Rauch von 1839/40

Nachguß aus Bronze von 1995

Schloss-Charlottenhof

Links Klio, ein Nachguss von 1837 nach antikem Vorbild aus dem 4. Jh. v. Chr. Rechts ist Apollino. Ein Nachguss einer Marmorstatue in Florenz aus dem 1. Jh.

Schloss-Charlottenhof
Schloss-Charlottenhof

Dichterhain

Schloss-Charlottenhof-Dichterhain
Schloss-Charlottenhof-Dichterhain
Schloss-Charlottenhof-Dichterhain
Schloss-Charlottenhof-Dichterhain
Schloss-Charlottenhof-Ildefonsogruppe

Westlich des Schloss Charlottenhofes schließt sich der Dichterhain an. Nach dem Umbau des Guthauses zum Schloss 1826 für den Kronprinzen Friedrich Wilhelm durch Schinkel und Persius schuf Joseph Peter Lenné bis 1839 die Gartenanlagen.

In eine von Osten nach Westen ausgerichten Achse, ausgehend vom Maschinenteich, gestaltete er den Rosengarten, die erhöht liegende Terrasse mit dem Stibadium und, westlich vom Schloss, den Dichterhain. Dahinter liegt das Hippodrom und die Fasanerie.

Symmetrisch angepflanzte Kastanienbäume im Dichterhain spenden den Hermen Schatten.

Hermen sind in der Antike Pfeiler mit aufgesetztem Kopf und Schultern. Ursprünglich standen sie am Wegekreuzungen und manche hatten ein Phallussymbol. Hermes war im alten Griechenland auch der Gott der Wege.

Im Dichterhain sind je 4 italienische (Alighieri, Tasso, Petrarca, Ariost) und deutsche Dichter (Wieland, Herder, Schiller, Goethe) auf marmornen Porträthermen dargestellt.

Fasanerie

Sieht aus wie Goethe, oder?

Hippodrom

Die Ildefonsogruppe

Wen die Ildefonsogruppe darstellt und wer und wann das Original geschaffen wurde, ist nicht so richtig bekannt (Griechenland, 1. Jh. v. Ch.?). Das Original aus Marmor steht heute im Museo de Prado in Madrid. Es befand sich in der Sammlung des Kardinals Ludovico Ludevist und wurde um 1650 das erste mal erwähnt. Von 1728 - 1839 stand es im Garten des Schlosses San Ildefonsos in Spanien, dessen Namen die Gruppe noch heute hat.

Heute nimmt man an, dass es sich um Castor und Pollux handelt, den sog. Dioscuren, den "Söhnen Zeus". Diese Namen tragen auch die zwei hellen Sterne im Wintersternbild der Zwillinge. Lessing deutete die Figuren als Hypnos und Thanatos, Schlaf und Tod.

Von den Doppelstandbildern gibt es einige Nachbildungen. Eine davon steht im Schloss Charlottenburg, eine im Schloss Neustrelitz, an der St. Amalia-Bibliothek, zwei in Frankreich und in London im Victoria and Albert Museum.

Aber die doppelfigurigen Vollplasiken fanden auch Nachahmer. So schuf Johann Gottfried Schadow das schöne Doppeltstandbild von den Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen und Ernst Rietschel das Schiller-Goethe-Denkmal in Weimar.

Seit 1986 steht das Denkmal wieder am ursprünglichen Standort vor dem von Lenné angelegten dunklen Bäumen. Links hat er Kaukasische Flügelnüsse pflanzen lassen, dunkle, fast exotische Bäume, vor denen der Marmor sich kräftig abhebt. Die Marmorkopie wurde 1837 von Francesco Menghi geschaffen. Sie stand ab 1839 dann im Hippodrom.

Schloss-Charlottenhof-Hippodrom
Schloss-Charlottenhof-Hippodrom

Im doch eher abgelegenen und langweiligen Hippodrom (war hier wirklich mal eine Pferderennbahn?) ist diese Skulptur im Stibadium natürlich der Höhepunkt, der alleine den Besuch im Park schon lohnt.

Eine hübsche Nereide reitet auf Hippokampen. Pure griechische Mythologie.

Nereiden sind die Töchter der Doris und des Nereus. 50 sollen es gewesen sein. Platon schreibt gar, es wären 100 gewesen. Sie sind Nymphen die Neptun begleiten und am Grunde des Meeres wohnen.

Ihre Aufgabe ist es Schiffbrüchige zu retten und Seeleute mit Spielen zu unterhalten. Sie reiten auf Delphinen oder, wie hier, auf Hippokampen.

Ein Hobbyraume ist ein Fabelwesen, vorne Pferd mit schwimflossenähnlichen Flügeln und hinten Fisch. Ein Seepferd eben, das der Gattung der Seepferdchen den lateinischen Namen gegeben hat: Hippocampus.

Hippokampen dienten vielen Göttern als Reit- oder Zugpferd. Viele Gondeln in Venedig haben sie auf den Seiten. Da sollen sie aber eher den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen...

Schloss-Charlottenhof-Hippodrom

Die schöne, aber kleine Bronze ist im Stibadium von weiten fast nicht zu sehen.

Die Fasanerie wurde 1842 - 1844 von Ludwig Persius erbaut. Es war immer ein Wohnhaus. Hier wohnte der Fasaneriemeister un d seine Gehilfen. Um 1920 zog Irmgard Kiepenheuer (Verlag) ein.

Hier traf sich die Gesellschaft, u. a. Mies van der Rohe und Wilhelm Furtwängler. Dieser wohnte hier später bis zu seinem Tode im Jahre 1954 hier.





Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci nicht verwechseln mit Schloss Charlottenburg in Berlin