Sanssouci

Neues Palais und die Communs

Seite 6a


Neues Palais, Seite 6

Kolonnaden, Seite 6b

Neues-Palais-Sanssouci

An der Westseite des Parks von Sanssouci liegt das Neue Palais mit mehreren Gebäudekomplexen. Getrennt vom Ehrenhof auf der Westseite erstrecken sich ebenfalls in Nord-Süd-Richtung die Gebäude der Communs, Wirtschaftsgebäude in barocker Schlossform. In preußischer Barockform, sparsamer ausgeführt. Es ist die letzte Schlossanlage in dieser Stilrichtung in Deutschland. Um Geld zu sparen sind z. B. die Klinker der Gebäude nur aufgemalt.

Westlich des Neuen Palais gab es zur damaligen Zeit nur Sümpfe und Ödland. So dienten die Wirtschaftsgebäude dem Schloss auch als Sichtschutz.

Friedrich der Große plante die gesamte Anlage nur als Gästehaus im Sommer und nicht als sein Wohnsitz. Erst im Deutschen Kaiserreich von 1871 bis 1918 residierte hier Kaiser Willhelm II. ab 1889 bis zum Ende der Monarchie.

Daten

1750: Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erstellt die ersten Pläne.

1754-1756: Johann Gottfried Büring und Jean Laurent Le Geay vervollständigen sie.

1756-1763: Der Siebenjährige Krieg, verhindert den Baubeginn bis 1763.

1764: Friedrich der Große war ein schwieriger Bauherr. Mitten in den Bauausführungen setzte er noch Änderungen durch und Büring und Le Geay wurden durch Carl von Gontard ersetzt.

1763-1769: Nach nur 6 Jahren Bauzeit standen den königlichen Gästen 200 Räume, 4 Festsäle und ein Rokkokotheater zur Verfügung.

1766-1769: Entsprechend groß mussten die Pavillions der Communs ausgelegt sein. Für Küche und Dienerschaft wurden Arbeits- und Unterkunftsmöglichkeiten benötigt.

Die Bauten sollten die Macht Preußen zeigen und haben den nach den Kriegen verarmten Bevölkerung dringend benötigte Arbeit gegeben.

1768: Das Rokokotheater ist fertig.

1769: Nördlich der Communs wird das Hofgärtnerhaus, südlich das Kastelanhaus errichtet.

1786: Friedrich der Große stirbt. Das Schloss wird kaum noch genutzt.

1823: Das Hauptpaterre wird umgebaut.

1831: Prinz Friedrich Wilhelm wird hier geboren. Er wird dann 99 Tage lang (9.März bis 15.Juni 1988) Kaiser Friedrich III.

1894: Erst jetzt wird die Schlossterrasse auf der Ostseite des Neuen Palais fertiggestellt. Ein Wassergraben um das Schloss herum wird zugeschüttet.

1896: Kaiser Wilhelms II. lässt das Schloss und die Pavillionbauten mit einem unterirdischen Gang verbinden.

1889-1918: Kaiser Wilhelms II. nutzt das Neue Palais während seiner gesamten Regentschaft als Regierungssitz. Das Schloss wird in dieser Zeit laufend renoviert. Dampfheizung, Toiletten und Bäder, elektrisches Licht und ein Aufzug werden eingebaut.

1918: Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wird das Schloss als Museum genutzt.

1945: Die glorreiche Sowjetarmee plündert das Schloss.

Neues-Palais-Sanssouci-Communs-Nord

Die Communs

Neues-Palais-Sanssouci-Communs-Nord

Blick vom nördlichen Communs, Foto vom Okt. 2009

Nördliches Communs, Foto vom Oktober 2009

Blick vom nördlichen Communs über den Ehrenhof auf das Neue Palais im Osten.

Das kleine Gebäude links ist der Hofdamenflügel, der hohe Gebäudeteil nennt sich Heinrichsflügel. Der Platz zwischen dern Communs und dem Neuen Palais nennt sich die Mopke.

Säulengang im nördlichen Communs am Ende der beiden geschwungenen Freitreppen. Ganz schön Aufwendig für ein Wirtschaftsgebäude. Diese Nordostecke wurde 1945 stark beschädigt und zwischen 1990 und 1996 Generalsaniert.

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Mächtig wirkt Communs-Nord aus dieser Perspektive, Foto von Oktober 2009. Friedrich II. war Mitte des 18. Jahrhunderts der Einzige, der noch an seinen beiden bevorzugten Baustilen festhielt. Sein Schloss Sanssouci in Rokoko und die Bauten hier in einem abgewandelten Barock. In Europa war da schon der Frühkassizismus en vogue.

Communs-Süd brannte 1945 komplett aus. Die Kuppel und die Bekrönungfigur - Fortuna mit Füllhorn - wurden 1996-1998 wieder hergestellt.

Von hier aus führt ein Tunnel zum Neuen Palais. Wollte der Kaiser im gegenüberliegenden Friedrichsflügel im Winter nicht immer kaltes Essen haben?

Die beiden Communs sind mit einer Kolonnade verbunden. Die ist bis 2013 hinter Planen verschwunden und mit einer 700t schweren Konstruktion eingerüstet.

Wird wohl noch Jahre dauern um die Kriegsschäden von 1945 zu beseitigen.

Neues-Palais-Sanssouci-Communs-Nord

Seit 1998 steht Viktoria, die römische Göttin des Sieges, wieder auf der Kuppel der Communs-Nord. Das Holzmodell der Statue stammt von Johann Christoph Wohler d. J. und wurde von Friedrich Jury in Kupfer getrieben. Die Figur ist vergoldet.

Neues-Palais-Sanssouci-Communs-Nord
Neues-Palais-Sanssouci-Communs-Nord

Am rechten Geländer der rechten Freitreppe der Communs-Nord steht dieser Wonneproppen. Eine weibliche Figur mit je zwei Putten sind von den Gebrüdern Räntz geschaffen. Die Lampen sind nicht besonders schön und sehen aus wie aus einer DDR-Produktion, sind aber wohl Originale.

Neues-Palais-Sanssouci-Communs-Nord
Neues-Palais-Sanssouci-Communs-Nord

Hier die Fassade am Ende der Freitreppe des obigen Bildes. Von hier oben geht der Blick über den Kastaniengarten. Den Bäumen geht es wegen der Miniermotte gar nicht gut.

Dahinter liegt das Haus der Hofgärtner mit einer kleinen Orangerie (beide Bilder unten).

Blick auf den Kastaniengarten

Neues-Palais-Sanssouci-Communs-Nord

Commun - Nord

Neues-Palais-Sanssouci

Auf dem Foto vom Oktober 2013 der nördlichen Communs sind die fast fertigen Kolonnaden zu sehen

Neues-Palais-Sanssouci-Communs-Nord

Links die südliche und rechts die nördlichen Communs Oktober 2013. Die Kolonnaden sind noch nicht freigegeben.

Neues-Palais-Sanssouci
Neues-Palais-Sanssouci

Südliches Communs, Foto vom Mai 2007

Commun - Süd

Bis 1918 erfüllte sie den Zweck für den sie gebaut worden war. Sie beherbergte K

üchen, Gästezimmer, Dienerkammern, Pferdeställe. Und das alles verborgen hinter einer Schlossfassade. Die aufstrebende Großmacht Preußen hatten ihre Rolle noch nicht gefunden, baute sich kulissenhafte, überladene Staatsgebäude.

Der König selber muss es bemerkt haben, denn er nannte die Bauten steingewordene "Fanfaronade". SM parlierte ja am liebsten Französisch.

Neues-Palais-Sanssouci

Erstaunlicher Weise wird der Bau ab 1820 als Kaserne genutzt. Erstaunlich deshalb, weil jeder Staat seine Soldaten gerne fernab jeder Siedlung irgendwo weitab im Wald unterbringt.

Die in Saft stehenden Jungs sollen nicht die gesamte weibliche Bevölkerung schwängern, nicht flüchten können, nicht an Alkohol kommen. Rund um Berlin gibt es bestimmt 100 solcher Kasernen.

Die nutzten schon die Gardefüsiliere, die Truppen der Kaiser, die Nazis, die NVA, der Iwan und jetzt die Bundeswehr.

Warum also setzte sich König Friedrich Wilhelm III. die Armee, wenn es auch nur ein Infantrie-Lehr-Batalion war, vor die Haustür? Die Soldaten sollten für die nächsten 100 Jahre bleiben. Die Zeitgenossen sprachen alsbald von "der schönsten und vornehmsten Kaserne Preußens".

In Arbeit 7.1.15

Neues-Palais-Sanssouci
Neues-Palais-Sanssouci

Foto vom Mai 2007

Foto vom Mai 2010

Foto vom Juli 2012. An den Kolonnaden sind die für die Ewigkeit gebauten Stahlgerüste noch zu sehen

Nutzung der Commun - Nord

Nutzung der süddlichen Commue

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