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Fische der Malediven

Ordnung der Kugelfischartigen - Tetraodontiformes




Plattfische

Drückerfische Teil 2

Drückerfischähnliche Balistoidei

Der Unterordnung der Drückerfischähnlichen Balistoidei gehören die Drückerfische Balistidae, die Feilenfische Monacanthidae und die Kofferfische Ostraciidae an. Wie es sich für Verwandte gehört, haben sie alle einige unverwechselbare Merkmale gemeinsam. Sie haben einen hochgebauten, flachen Körper mit einem verhältnismäßig großen Kopf. Das Maul ist nicht sehr groß, dafür aber stark bezahnt.

Der erste Strahl der Rückenflosse ist lang und kräftig ausgebildet. Dieser starke Dorn hat an der Vorderseite Haken und an der Hinterseite eine Rille, in die der zweite, kleinere Stachel sich hineinschieben kann und so verhindert, dass der Dorn sich selbst bei größter Kraftanstrengung wieder umlegen lässt. Erst der dritte Strahl, der über Sehnen mit dem zweiten Strahl verbunden ist, kann die Arretierung wieder lösen (siehe Abbildung). Zusammen mit dem ebenfalls sehr kräftigen, jedoch nicht arretierbaren Bauchstachel dient der „Drücker“ zum festen Verankern bei Gefahr oder beim Schlafen im dichten Korallengewirr. Ist der Rückenstachel angelegt, liegt er bei einigen Arten fast unsichtbar in einer Hautfalte verborgen.

Eine weitere Gemeinsamkeit zeigen die Drückerfische im Schwimmstil. Allen fehlt die Bauchflosse, und der Vortrieb wird durch wellenförmige Bewegung der Rücken- und Afterflosse erzeugt, unterstützt durch schlagende, nicht sehr große Brustflossen. Der Haut fehlen die Schuppen. Bewegliche, vieleckige Knochenplättchen ersetzen sie. Manche Arten haben eine lederartige Haut.

Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m                                                                    Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

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Japanisch

Dhiveli

Ord.

Kugelfischartige

Tetraodontiformes

Puffers and Filefishes

Fam.

Drückerfische

Balistoidae

Triggerfishes

Gat.

Balistapus

Balistapus

Balistapus

.

.

.

Art

Orangestreifen-Drückerfisch

Balistapus undulatus

Orange-lined triggerfish

Baliste ondulé

Kumadori

Daiyfuku rondu

Gat.

Balistoides

Balistoides

Balistoides

.

.

.

Art

Leopardendrückerfisch

Balistoides conspicillum

Clown triggerfish

Baliste léopard

Mongarakawahagi

Bis rondu

Art

Tüpfeldrückerfisch

Balistoides viridescens

Titan triggerfish

Baliste olivâtre

Gomamongara

Maa rondu

Gat.

Melichthys

Melichthys

Melichthys

.

.

.

Art

Indischer Drückerfisch

Melichthys indicus

Indian triggerfish

Baliste manène

?

Kalhu rondu

Art

Schwarzer Drückerfisch

Melichthys niger

Black triggerfish

Baliste noir

Tindoyomongara

rondu

Gat.

Odonus

Odonus

Odonus

.

.

.

Art

Rotzahn-Drückerfisch

Odonus niger

Redtoothed triggerfish

Baliste dents rouges

Akamongara

Vaalan rondu

Gat.

Pseudobalistes

Pseudobalistes

Pseudobalistes

.

.

.

Art

Gelbgesichtsdrücker

Pseudobalistes flavimarginatus

Yellowmargin triggerfish

Baliste face jaune

Kiherimongara

Vilo rondu

Gat.

Rhinecanthus

Rhinecanthus

Rhinecanthus

.

.

.

Art

Picassodrückerfisch

Rhinecanthus aculeatus

Blackbar triggerfish

Baliste picasso

Murasamemongara

Gabulhi rondu

Art

Schwarzer Picassodrückerfisch

Rhinecanthus rectangulus

Wedge-tail triggerfish

Baliste

Tasukimongara

rondu

Gat.

Sufflamen

Sufflamen

Sufflamen

.

.

.

Art

Weißschwanzdrücker

Sufflamen albicaudatus

triggerfish

Baliste

?

rondu

Art

Blasser Drückerfisch

Sufflamen bursa

Boomerang triggerfish

Baliste boomerang

Murasamemongara

Gabulhi rondu

Art

Halbmond-Drückerfisch

Sufflamen chrysopterus

Halfmoon triggerfish

Baliste double-queue

Tsumajiromongara

rondu

Weltweit: 350 Arten, hier beschrieben: ? Arten mit ? Fotos, im Archiv: ? Fotos

Orangestreifen-Drückerfisch Balistapus undulatus (Park, 1797)

E: Orange-lined triggerfish , F: Baliste ondulé, J: Kumadori , D: Daiyfuku rondu

Malediven-Balistapus-undulatu

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m                               Fesdu, Ari-Atoll, 1988

Seine Grundfarbe ist ein dunkles blaugrün und die vielen Streifen sind leuchtend-orangerot. Die Flossen sind gelb. Der Orangestreifen-Drückerfisch ist eher an den Innenriffen und in den Riffkanälen zuhause. Er erreicht eine Größe von 30 cm.

Schwämme, Algen, Krebse, Seeigel, Korallenstücke, Laich - nichts verschmäht er. Er kann zwar nicht wie andere Drückerfische mit dem Maul einen scharfen Wasserstrahl erzeugen um etwa einen Seeigel umzuwerfen, trotzdem weiß er sich zu helfen. Die gefährlichen und langen Stacheln eines Diademseeigels zum Beispiel knabbert er einfach Stück für Stück ab, bis er ihn an den kurzen Stümpfen endlich umwerfen kann und an die ungeschützte Unterseite herankommt. Die schmackhafte und begehrte Beute ist dann schnell verschlungen.

Vorkommen: Rotes Meer, Indopazifik.

Orangestreifen-Drückerfisch Balistapus undulatus (Park, 1797)

Orangestreifen-Drückerfisch Balistapus undulatus (Park, 1797)

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m                       Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Malediven-Balistapus-undulatu

Leopardendrückerfisch Balistoides conspicillum (Bloch & Schneider, 1801)

Leopardendrückerfisch Balistoides conspicillum (Bloch & Schneider, 1801)

E: Clown triggerfish, F: Baliste léopard, J: Mongarakawahagi , D: Bis rondu

Leopardendrückerfische waren nie häufig an den Riffen der Malediveninseln zu sehen. Jetzt scheinen sie noch seltener zu sein. Zumindest ausgewachsene, so wohlgenährte Fische wie vor dem Korallensterben 1998 sind fast nicht mehr vorhanden.

Familie: Drückerfische - Balistidae


Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m                                     Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1991

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m                  Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997


Ordnung der Kugelfischverwandten: Tetraodontiformes

Die Ordnung der Kugelfischverwandten (früher: -artigen) unterteilt sich nach neuerer Literatur in zwei Unterordnungen: den Drückerfischartigen Balistoidei und den Kugelfischartigen Tetraodontoidei.  Alle zusammen sind eine Gruppe mit ca. 350 Arten. Aufgenommen in diesem Kapitel sind nur die Arten, die einem bei einem Urlaub auf den Malediven beim Schnorcheln vor die Kamera schwammen - bis auf den Mondfisch Mola mola. Aber vielleicht hat man ja mal Glück...

Kugelfischverwandte (Tetraodontiformes)

Triacanthodoidei

Hornfische (Triacanthodidae)

Drückerfischartige (Balistoidei)

Balistoidea

Drückerfische (Balistidae)

Feilenfische (Monacanthidae)

Kofferfische (Ostraciidae)






Kugelfischartige (Tetraodontoidei)

Dreizahn-Kugelfische (Triodonthidae)

Kugelfische (Tetraodontidae)

Igelfische (Diodontidae)

Mondfische (Molidae)

Rundkopfkugelfische (Tetraodontinae)

Spitzkopfkugelfische (Canthigasterinae)




In der nebenstehenden Kladde sind die möglichen Verwandschaftsverhältnisse in der Ordnung der Tetraodontiformes dargestellt (Quelle: Wikipedia). Die hier behandelten Familien sind rot markiert.

Der Name Tetraodontiformes kommt aus dem Griechischen: Tera=4, odontes=Zähne und aus dem Lateinischen forma=Form. Das nachstehende Bild zeigt es. Der Orangestreifen-Drückerfisch zeigt seine Beißerchen.

Malediven-Balistapus-undulatu

Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m         Angaga, Ari-Atoll, 1996

Malediven-Balistapus-undulatu

Drückerfische können Töne von sich geben und zwar so laute, dass man sich, wie bei den Picassofischen beschrieben, durchaus erschrecken kann. Sie erzeugen die Töne mit dem Maul, der Schwimmblase oder durch Vibrationen bzw. widerholtes schnelles Zurückklappen der harten Strahlen der Rückenflosse. Meistens sind Drückerfische Einzelgänger, die von Krebsen, Seeigeln, Seesternen, Korallen aber auch von Seegras und einige Arten auch von Algen leben. Viele Drückerfische erzeugen mit dem Maul einen Wasserstrahl, mit denen sie im losen Sand verborgene Lebewesen, wie z.B. Würmer usw., freispülen oder stachelige Seeigel einfach umpusten, um sie dann von der stachelfreien Mundseite her aufzufressen.

So ziemlich alle Drückerfische flüchten bei Gefahr kopfüber in den nächstbesten kleinen Spalt, ob er nun lang genug für ihre Körper ist oder nicht. Dort arretieren sie sofort ihre „Trigger“ und manchmal, so in der Dämmerung, schauen dann z. B. auf dem ganzen Riff die sichelförmigen, hellblau umrandeten Flossen des Rotzahn-Drückerfisches heraus.

Drückerfische legen Eier in den Sand und verteidigen diese heftig, allerdings nur für eine relativ kurze Zeit. Dieses Verhalten ist von 3 Arten bekannt: von den Tüpfeldrückerfischen, dem Picassodrücker und dem an sich sehr scheuen Rotzahn-Drücker. Ihr Verhalten ist dort beschrieben.

Ihren deutschen Namen (und auch den englischen) haben sie von einem arretierbaren Rückenstachel, dem Drücker (engl.: trigger), einem Gewehrabzug nicht unähnlichem Gebilde.

Malediven-Balistapus-undulatu

Mit kaum einer Fischfamilie kann man so einen engen Kontakt aufbauen wie mit den Drückerfischen. Sind sie an den Touristeninseln an die für ihre Verhältnisse so unförmigen Schwimmern gewohnt, werden sie zutraulich, verlieren jeden Respekt.

Neugierig schwimmt der Orangestreifen-Drückerfisch schon mal gegen das Glas des UW-Gehäuses, weil er sein Spiegelbild betrachten will. Einmal begleitete ein Gelbgesichtsdrücker uns eine Halbe Stunde am Riff entlang. Nicht ganz so liebebedürftig sind die Tüpfeldrückerfische. Das Loch, das der größte aller Drücker ins Schienbein gebissen hat ist auch nach 14 Jahren noch zusehen. Beschrieben wird das in den nachfolgenden Texten.

Malediven-Fasanenbutt-Bothus-mancus
Malediven-Balistapus-undulatu
Malediven-Balistapus-undulatu
Malediven-Balistapus-undulatu
Malediven-Balistapus-undulatu
Malediven-Balistapus-undulatu

Der Leopardendrückerfisch ist zweifelsohne der Star unter den Drückerfischen und einer der bekanntesten überhaupt. Er scheint sich seiner Rolle auch bewusst zu sein, denn bereitwillig lässt er sich bewundern. Durch seine auffallenden weißen Flecken am Bauch kennt ihn auch ein jeder.

Wird er gefüttert, folgt er seinem Gönner wie ein Hund. Der Leoparden-Drückerfisch erreicht in den Gewässern der Malediven eine Größe von 35-40 cm, im westlichen Pazifik 50 cm. Anzutreffen ist er am Außenriff mit Vorliebe für starke Strömungen.

Stets ist er allein und sein Revier ist groß. Trotzdem kann man ihn jeden Tag an der gleichen Stelle im Riff antreffen. Schwämme, Kalkalgen und kleine bodenlebenden Tiere sind seine Nahrung. Man sollte meinen, durch seine auffallenden weißen Flecken sei er leicht zu entdecken. Gerade das ist aber nicht der Fall. Ist man weiter als 10 m von ihm entfernt, löst sich seine Körperform vor jedem Hintergrund auf, so perfekt wirkt die Tarnung. Wie es scheint, reißt jeder Drücker sein Maul richtig weit - weiter kann er auf dem kleinen Bild nun wirklich nicht - auf.

Vorkommen: Indischer Ozean und westlicher Pazifik. Nicht im Roten Meer

Malediven-Balistapus-undulatu

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m                     Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m            Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m              Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Handbuch der Malediven