Handbuch der Malediven

Seite 63

Fische der Malediven

Ordnung der Barschartigen - Perciformes

Beilbauchfische - Pemperididae





Familie: Beilbauchfische - Pemperididae

Beilbauchfische Pempherididae

Es ist eine überschaubare kleine Familie der Barschartigen. In nur zwei Gattungen und ungefähr 20 Arten wird sie unterteilt. Beilbauchbarsche sind alle unter 20 cm groß und leben in tropischen und subtropischen Meeren meist oberhalb von 100 m. Sie sind eng verwandt mit den Flossenblättern, den Monodactylidae, die hier nicht behandelt werden, weil sie doch recht selten auf den Malediven vor die Kamera zu bekommen sind.

Die Beilbauchfische sind nachtaktiv. Mit dem Einbruch der Dämmerung kommen die oft in großen Schwärmen den Tag über in Höhlen oder unter Überhängen dahindämmernden Fische hervor und fressen Zooplankton. Ihre großen Augen sprechen dafür, dass sie auch noch in der Dunkelheit ihr winziges Futter ausmachen können.

Die Schwärme der Gattung Parapricanthus könne oft unzählige Tiere umfassen, vor allem im Jugendstadium. Dann sind sie fast durchsichtig und deswegen haben sie auch den Namen Glasfische bekommen. Die Arten der Gattung Pempheris haben eine sich durch Schuppen deutlich abzeichnende Seitenlinie, die bis zur Schwanzflosse reicht. Alle Beilbauchfische haben einen schlanken aber seitlich zusammengedrückten Körperbau, der sich obendrein zum Bauch hin noch verdünnt und der Scheide eines Beiles nicht unähnlich ist. Im Englischen heißen sie Sweeper, was soviel wie Feger bedeutet.

Von der Fortpflanzung ist nur bekannt, dass auch ihre Eier pelargisch dahintreiben, oft in großen silbrigen Wolken durchsichtiger, glasklarer Kugeln von wenigen Millimetern Durchmesser.

Größe: 5 cm, Tiefe: 4 m                               Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Schlanker Beilbauchfisch Parapriacnthus ransonneti  Steindachner, 1870

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Dhiveli

Fam.

Beilbauchfische

Pemperididae

Pemperididae

Gat.

Parapricanthus

Parapricanthus

Parapricanthus

.

.

.

Art

Schlanker Beilbauchfisch

Parapricanthus ransonneti

Slender sweeper

Binoclard élégant

Kinmemodoki

Baraki

Gat.

Pemperis

Pemperis

Pemperis

.

.

.

Art

Schwarzrand-Beilbauchfisch

Pemperis mangula

Black-edged sweeper

Binoclard

Hatanp

Baraki

Malediven-Beilbauchfisch

Schlanker Beilbauchfisch Parapriacnthus ransonneti  Steindachner, 1870

E: Slender sweeper, F: Binoclard élégant, J: Kinmemodoki, D: Baraki

Malediven-Bueschelbarsch

Diese Größenangaben für diese Art schwanken zwischen 6, 7,5 und 10 cm. Sie bilden oft unüberschaubare große Schwärme, die hautsächlich von nachts gefangenem Zooplankton leben. Sie halten sich tagsüber in Höhlen oder unter Überhängen in Tiefen bis hinunter auf 50 m auf. Auch Wracks in diesen für sie genehmen Tiefen werden bevölkert. Die Körper haben einen rosa Schimmer, die Köpfe sind gelb und heben die großen schwarzen Augen kontrastreich hervor.

Das Bild oben ist am hellen Tag auf der Nordwestseite der Insel Vilamendhoo in nur 4 m Tiefe gemacht. Am Tag vorher hatte ich die kleine Höhle gesehen, als ich einem anderen Fisch hinterher war. Am nächsten Tag hatte ich den Blitz dabei und machte viele Aufnahmen in die dunkle kleine Höhle hinein.

Neben den Beilbauchfischen waren mehrere junge Langusten in der Höhle zuhause und ein Großdorn-Husar wartete zusammen mit einem Juwelenbarsch hier auf die Nacht. Roter Borschwamm ziert den Hintergrund. Über der Höhle war der große und schöne Korallengarten. Der ist zwar nur von wenig Wasser bei Ebbe bedeckt aber noch vollkommen intakt. Die Insel ist auch erst 1994 eröffnet worden. Mal sehen, wie lange die Korallen hier halten.

Vorkommen: Rotes Meer, im gesamten Indischen Ozean und im westlichen Pazifik.

Schwarzrand-Beilbauchfisch Pempheris mangula Cuvier, 1829

E: Black-edged sweeper, F: Binoclard, J: Hatanp, D: Baraki

Größe: 15 cm, Tiefe: 4 m,                    Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1994

Schwarzrand-Beilbauchfisch Pempheris mangula Cuvier, 1829

Es ist überaus selten, als Schnorchler diese schwarmbildenden Schlanken Beilbauchfische oder auch Pazifischen Glasfische und den Schwarzrand-Beilbauchfisch zu begegnen. Es müssen schon ganz exponierte und ungestörte Stellen am Riff sein. Diese Aufnahmen gelangen am Außenriff von Kuramathi ziemlich weit hinter dem Ende der Insel auf der Höhe der Sandbänke an einer außergewöhnlichen Korallenformation.

Hier steigt eine kalte und nährstoffreiche Strömung aus der Tiefe empor und der Korallenstock ist bestimmt mehrere hundert Jahre alt. Hier hielt sich dieser Einzelgänger vor dem Schwarm seiner Verwandten auf. Deutlich ist der schwarze Rand an seinen Flossen zu sehen und macht die Bestimmung dieses Fisches sicher. Von den ungefähr 20 Arten der Beilbauchfische gehören so um die 15 Arten dieser Gattung an.

Sie werden so um die 16 cm groß. Sie sehen genauso aus wie die auch hier lebenden Pempheris adusta, den Düsteren Beilbauchfischen, nur das diese die schwarze Flossenrandung nicht haben.

Vorkommen: Indo-Westpazifik.

Malediven-Beilbauchfisch

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Malediven-Beilbauchfisch

Größe: 5 cm, Tiefe: 8 m,                          Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987