Handbuch der Malediven

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Ordnung der Barschartigen - Perciformes

Fortsetzung 1: Familie der Falterfische - Chaetontidae



Klein‘s-Falterfisch bevorzugt ebenso die flachen und sandigen Riffabschnitte ohne zu starken Wellenschlag wie der zuvor beschriebene Tüpfel-Falterfisch. Ist er mit 12 cm ausgewachsen, bekommt der Chaetodon kleinii einen hellblau leuchtenden Fleck auf der Stirn. Hin und wieder bilden diese Falterfische kleinen Schulen. In loser Formation ziehen sie dann zusammen durch das flache Wasser hinter dem Riffdach und suchen dort nach Nahrung aller Art wie Algen, Korallenpolypen, kleinen Krebsen und Würmern und auch nach Zooplankton.

Diesen kleinen Schwarm auf dem Bild unten schwamm auf dem Riffdach auf der Ostseite der Insel Ellaidhoo. Solche Ansammlungen sind bei weiten seltener als man diesen Falterfisch sonst sieht. Die Nacht kann man sie unter Korallen und in Höhlen finden-mehr als ein Halbschlaf können sie dabei wohl nicht finden.

Vorkommen: Indo-Westpazifik.

Malediven-Falterfisch

Tüpfelfalterfisch Chaetodon guttatissimus Bennet, 1832

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m                Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Tüpfel-Falterfisch Chaetodon guttatissimus Bennet, 1832

Malediven-Falterfisch

Kleins Falterfisch Chaetodon kleinii Bloch, 1790

Kleins Falterfisch Chaetodon kleinii Bloch, 1790

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m                    Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Malediven-Falterfisch

Gestreifter Falterfisch Chaetodon lineolatus Quoy & Gaimard, 1831

Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 2 m,               Kuramathi, Rasdoo- Atoll, 1988

Gestreifter Falterfisch Chaetodon lineolatus Cuvier, 1831

Ausgewachsen erreicht der Tüpfelfalterfisch nur eine Größe von 12 cm. Entsprechend schwierig ist es, von diesen kleinen Fischen brauchbare Aufnahmen zu machen, zu mal dieser kleine Fisch den Fotografen nicht nahe an sich heran last.

Diese Art sieht man meist paarweise in den ruhigen und warmen Lagunen oder hinter dem Riff emsig Algen abschaben. Auch Korallenpolypen verschmäht er nicht.

Ähnliche Zeichnung bei gleicher Körpergröße und Farbe hat eine andere Art der Falterfische, der Chaetodon citrinellus, der Zitronenfalterfisch .

Vorkommen: Indischer Ozean von der ostafrikanischen Küste bis Java.

Falterfische 1 Seite 56

Falterfische 3 Seite 58

E: Spotted butterflyfish, F: Papillon moucheté, J: Peppared chouchou-uo, D: Lahjehi bibee

E: Klein’s butterflyfish, F: Papillon de klein, J: Mizore chouchou-ou, D: Alanaasi bibee

E: Lined butterflyfish, F: Papillon strié, J: Nisefurai-chocho-uo, D: Dhon bibi

Er ist der Riese unter den Falterfischen mit einer Größe bis zu 30 cm. 16 schwarze Längsstreifen, schwarze Augenbinde und ein schwarzer Streifen unter der hinteren Rückenflosse kennzeichnen ihn.

Er weidet beinahe jeden Untergrund ab und scheint nicht gerade ein Feinschmecker zu sein. Nicht nur die Größe dieser Art ist bemerkenswert. Während andere Arten ihren Korallenstock kaum einmal zu einem weiteren Ausflug verlassen, hat der Verhaltensforscher Hans W. Fricke einen markierten Chaetodon lineatus im Roten Meer einige Zeit in einem Riffgebiet von immerhin 500 m Länge auf immer den gleichen Patrouilliengängen verfolgt.

Aber Vorsicht, diese Art ist ganz leicht mit dem Falschen Gitterfalterfisch Chaetodon oxycephalus zu verwechseln. Der einzige Unterschied: dieser hier hat eine durchgehende Augenbinde, der Falsche nicht.

Vorkommen: Von Australien bis Hawaii, von Ostafrika bis Japan. In diesem riesigen Gebiet ist er selten. Die Ausnahme scheinen da die Malediven zu sein. Hier ist er fast an jeder Insel zu finden.

Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m                    Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Malediven-Falterfisch

Größe: 10 cm, Tiefe: 5 m                                Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Größe: 10 cm, Tiefe: 5 m                                   Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Malediven-Falterfisch

Manchmal ist Spezialistentum gar nicht gut. Diese Falterfischart ist ein Allesfresser wie oben geschildert. Da er so nicht auf eine Nahrungsquelle, zum Beispiel Korallenpolypen, angewiesen ist, hat ihn das große Korallensterben 1998 überleben lassen. Das Bild hier oben zeigt den Gestreiften Falterfisch über den abgestorbenen Korallen auf dem Riffdach von Embudu. Heute gehört diese Art zu den am häufigsten zu sehenden Falterfischen.

Wie es hinter dem Riffdach mal ausgesehen hat, ist auf dem Bild unten zu erkennen. Da kommt Wut auf.

Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 2 m                   Embudu, Süd-Male- Atoll, 2001

Malediven-Falterfisch

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m                   Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Mondsichel-Falterfisch Chaetodon lunula (Lacèpède, 1802)

E: Racoon butterflyfish, F: Papillon demi-lune, J: Chouhan, D: Handhufalhi bibi

Malediven-Falterfisch

Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 3 m           Dhigufinolhu, Süd-Male- Atoll, 1991

Mondsichel-Falterfisch Chaetodon lunula (Lacepède, 1803)

Der Mondsichel-Falterfisch kommt auf den Malediven sehr häufig vor. Dieser 20 cm groß werdende Fisch schwimmt in kleinen Schulen von ca. 20 Tieren, ist aber oft paarweise anzutreffen. Seine gelbe Grundfarbe, die schwarze Augenbinde und die schneeweiße Halbsichel darüber sind ein sicheres Erkennungszeichen.

Nachts oder wenn er erschreckt wird verblasst sein Gelb. Der Fisch wird dann grauschwarz. Junge Tiere unterscheiden sich in der Zeichnung stark von Erwachsenen. Die Mondsichel-Falterfische leben nicht tiefer als 30 m und ernähren sich hauptsächlich von Korallenpolypen und Röhrenwürmertentakel, Algen.

Vorkommen: Indopazifik aber nicht im Roten Meer.

Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m                   Kuramathi, Rasdoo- Atoll, 1988

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m              Kuramathi, Rasdoo- Atoll, 1988

Schwarzrücken-Falterfisch Chaetodon melanotus Bloch & Schneider, 1801

E: Blackback butterflyfish, F: Papillon zèbre, J: Akebono-chouchou-uo, D: Dhon bibi

Größe: 10 cm, Tiefe: 3 m        Veligandu Hurra, Süd-Male-Atoll, 1991

Malediven-Falterfisch

Schwarzrücken-Falterfisch Chaetodon melanotus Bloch & Schneider, 1801

In seinem Verhalten unterscheidet sich der Schwarzrücken-Falterfisch stark von den anderen Mitgliedern dieser Familie. Tagsüber hat er kein festes Territorium. Da schwimmt er große Riffgebiete ab, die er allerdings mit anderen Schwarzrücken-Falterfischen teilt. Vielleicht sind seine weiten Wanderungen der Grund, warum er so selten zu sehen ist.

Auch nachts ist sein Verhalten außergewöhnlich. Er sucht seinen Schlafplatz tief in den Korallen auf - zusammen mit seinen Artgenossen und alle verteidigen diesen gegen andere Fische! Alle anderen Falterfischarten mit ihrem starken Territorialverhalten würden das Zusammenleben nie dulden. Zeichnung, Farbe und der Schwanzfleck kann schon von Atoll zu Atoll anders aussehen. Nachts verwandelt sich sein strahlendes Weiß in ein dunkles Grau und ein weißer Fleck erscheint auf jeder Körperseite. Er erreicht eine Größe von 18 cm, lebt bis hinab auf 20m und kann 40 Jahre alt werden.

Vorkommen: Vom Great Barrier-Riff über den ganzen Indopazifik bis Ostafrika, doch ist er, wie schon erwähnt, überall anders gezeichnet.

Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch

Größe: 10 cm, Tiefe: 3 m                            Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Größe: 10 cm, Tiefe: 3 m                Kuramathi, Rasdoo- Atoll, 1986

Merten‘s-Falterfisch Chaetodon mertensii Cuvier, 1831

E: Atoll butterflyfish, F: Papillon de mertens, J: Benio-chouchou-uo, D: Dhon bibi

Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch

Merten‘s-Falterfisch Chaetodon mertensii Cuvier, 1831

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m                          Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Der Merten‘s-Falterfisch, auch Winkel-Orangenfalter genannt, ist wohl von allen Falterfischarten, die auf den Malediven vorkommen, der seltenste Gast in den oberen Riffgebieten. Aber auch in seiner bevorzugten Tiefe von 15-120 m ist er nicht häufiger anzutreffen. Obendrein ist er sehr scheu und es ist schon mehr als ein Zufall, ihn am Riff zu sehen.

Bis 13 cm wird diese seltene Art groß. Junge Tiere bilden Schulverbände. Erwachsene leben meist allein, seltener paarweise.

Vorkommen: Von der Ostküste Afrikas über den gesamten Indischen Ozean bis zum Großen Barrier-Riff. Nicht jedoch im Roten Meer. Dort lebt ein enger Verwandter, der Chaetodon paucifasciatus.

Meyer‘s Falterfisch Chaetodon meyeri Bloch & Schneider, 1801

E: Meyer‘s butterflyfish, F: Papillon corsaire, J: Oogi-chouchou-uo, D: Dhon bibi

Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch

Meyer‘s Falterfisch Chaetodon meyeri Bloch & Schneider, 1801

Dieser auffällig und schön gezeichnete Falterfisch wird ungefähr 20 cm groß. Als ausgesprochener Feinschmecker, er frißt nur Korallenpolypen bestimmter Steinkorallenarten. Deswegen kann er nicht in Aquarien, auch nicht in den größten Zooaquarien der Welt, in Gefangenschaft gehalten werden.

Mit dem Abnehmen des Korallenbewuchses wird auch diese Art immer seltener. Geweihkorallen scheint er besonders zu mögen. Ein einziges Mal war ein Jungfisch zu sehen. Er war nur so groß wie ein Markstück. Die Farben leuchteten unheimlich kräftig. Er hatte die gleiche Zeichnung wie die Großen, nur die diagonalen Streifen liefen exakt parallel über seine kleine weiße Körperscheibe. Links unten ist Meyer´s Falterfisch von vorne zu sehen, schmal wie alle anderen Falterfische auch und rechts als subadultes Tier, ungefähr nur halb so groß wie auf dem oberen Bild, aufgenommen hinter dem Riffdach von Eriyadhu, wo es 1989 noch viele junge Falterfische und intakte Korallen gab.

Vorkommen: Indopazifik, Australien. Nicht im Roten Meer.

Größe: 20 cm, Tiefe: 4 m                           Ari-Beach, Ari-Atoll, 1992

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m                Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch

Falscher Gitterfalterfisch Chaetodon oxycephalus Quoy & Gaimard, 1831

E: Spott-nape butterflyfish, F: Papillon oeil-de dieu, J: Chocho-uo, D: Dhon bibi

Malediven-Falterfisch

Größe: 25 cm, Tiefe: 2 m                        Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Falscher Gitterfalterfisch Chaetodon oxycephalus Quoy & Gaimard, 1831

Auf den ersten Blick unterscheidet sich dieser Falterfisch kaum von den vorher beschriebenen Chaetodon lineolatus und erst beim wiederholten durchforsten des Diaarchives war zu sehen, dass doch Bilder beider Arten im Kasten waren. Abgesehen davon, dass der Falsche Gitterfalterfisch eine geringere Anzahl von weichen Strahlen an den Brust-, Rücken- und Afterflossen hat - was alleine die Berechtigung einer neuen Art bringen würde - gibt es ein gutes Unterscheidungsmerkmal: die schwarze Augenbinde ist bei dieser Art hier unterbrochen (unten links).

Auch reicht der schwarze Strich auf dem hinteren Teil des Rückens nicht bis unter die Schwanzwurzel. Letztendlich wird er nur 25 cm lang und ist damit 5 cm kleiner als der nahe Verwandte (unten rechts). Zwar kommt der hier beschriebene Fisch nach Burgess (1987) im östlichen Indischen Ozean nur bis Sri Lanka vor, aber schließlich habe ich das Foto oben auf den Malediven gemacht und kann damit die dort erhobenen Zweifel, ob beide Arten in einem Gebiet leben, zerstreuen.

Vorkommen: Guinea, Palau, Philipinen, Indien, Sri Lanka und, wie oben gezeigt, Malediven.

Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch

Falscher Gitterfalterfisch Chaetodon oxycephalus Quoy & Gaimard, 1831

Gestreifter Gitterfalterfisch Chaetodon lineolatus Quoy & Gaimard, 1831

Gelber Falterfisch Chaetodon plebeius Cuvier, 1831

E: Blueblotch butterflyfish, F: Papillon, J: Sumitsuki-tonosamadai, D: Dhon bibi

Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch

Gelber Falterfisch Chaetodon plebeius Cuvier, 1831

Der Gelbe Falterfisch gehört zu den kleinen Arten. Er wird nur 15 cm groß. Das Foto zeigt ein junges Tier von 8 cm, dem noch der auffallende längliche blaue Fleck zwischen dem vierten und siebenten Querstrich in der Mitte des Körpers fehlt. Deswegen wird er auch oft Blaupunkt Falterfisch genannt.

Er lebt in der Region vom Riffdach bis in 10 m Tiefe und ernährt sich ausschließlich von Korallenpolypen. Ab 1998 ist er deswegen nicht mehr zu sehen. Auch nicht auf ca. den 5000 Bildern 2008 um Embudu tauchte er auf. Oft war er damals auf den Malediven nicht zu sehen. Mag auch sein, dass diese kleine Art förmlich in der reichen und verwirrenden Unterwasserwelt „untergeht“.

Vorkommen: In allen Meeren mit Korallenbewuchs außer in der Karibik.

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m                Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m                Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Größe: ca. 12 cm, Tiefe: 3 m           Dhigufinolhu, Süd-Male- Atoll, 1990

Malediven-Falterfisch

Größe: 20 cm, Tiefe: 5 m                  Eriyadu, Nord-Male-Atoll, 1989

Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch
Malediven-Falterfisch

Triangelfalterfisch Chaetodon triangulum Cuvier, 1831

E: Triangle butterflyfish, F: Papillon triangulair, J: Sankaku chouchou-uo, D: Thineskan bibi

Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 1 m                 Embudu, Süd-Male- Atoll, 2001

Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 1m                  Embudu, Süd-Male- Atoll, 2001

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m                    Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m                      Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m             Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Triangelfalterfisch Chaetodon triangulum Cuvier, 1831

Diese Falterfischart lebt hauptsächlich im Indischen Ozean und stellt sehr hohe Ansprüche an den Lebensraum. Nur mit Akroporakorallen und hier nur mit Hirschhornkorallen ist der Triangelfalterfisch zufrieden. Leider verschwindet diese Art in deren Geästen auch bei der kleinsten Störung schneller als alle anderen Fische. Da er ausgewachsen gerade mal 15 cm erreicht, ist es sehr schwer ein gutes Foto von ihm zu machen.

Eng verwandt ist der Triangelfalterfisch mit dem im westlichen Pazifik vorkommenden Baroness, Chaetodon baronessa), dem ein gelber Strich an der Schwanzwurzel fehlt.

Vorkommen: Indischer Ozean.

Fische der Malediven