Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Ordnung der Barschartigen - Perciformes


Fledermausfische - Ephippidae





Familie: Fledermausfische - Ephippidae

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Dhiveli

Fam.

Fledermausfische

Ephippidae

Ephippidae

Gat.

.

Platax

.

.

.

.

Art

Rundkopf-Fledermausfisch

Platax orbicularis

Orbicular batfish

Pole d‘eau

Tsubame-uo

Baipolhi mas

Art

Spitzmaul-Fledermausfisch

Platax pinnatus

Dusky batfish

Pole d‘eau

Akakukuri

Baipolhi mas

Art

Langflossen-Fledermausfisch

Platax teira

Tiera batfish

Pole d'eau

Mikazuki-tsubame-uo

Baipohi mas

Malediven-Fledermausfisch
Malediven-Strassenkehrer

Spitzmaul-Fledermausfisch Platax pinnatus (Linnaeus, 1758)

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m             Kuredu, Faddhippolhu - Atoll, 1998

Rundkopf-Fledermausfisch Platax orbicuaris Forsskål, 1775

E: Orbicular batfish, F: Pole d‘eau, J: Tsubame-uo, D: Baipolhi mas

E: Dusky batfish, F: Pole d‘eau, J: Akakukuri, D: Baiypolhi mas

Spitzmaul-Fledermausfisch Platax pinnatus (Linnaeus, 1758)

Fledermausfische Ephippidae

Eigentlich müsste diese Familie ja Echte Spatenfische heißen aber den Namen Fledermausfisch oder englisch Batfish kennt ein jeder. Sie leben in Schulverbänden hauptsächlich in größeren Tiefen aber die Jungfische halten sich oft in ganz flachem Wasser in Ufernähe auf.

Auch ausgewachsene Tiere kommen ins flache Wasser an die Putzerstationen am Riff. Man muss nicht unbedingt Tauchen gehen um die Fledermausfische ins Bild zubekommen. Sie sind tagaktiv. Neugierig begrüßen sie ankommende Schwimmer oder Taucher und weichen manchmal nicht von ihrer Seite. Wenn sie im Schwarm schwimmen - und nur dann - zeigt sich an der Bauchseite kurz hinter der Brustflosse ein schwarzer Fleck, den die Verhaltensforscher für ein Folgesignal halten.

Der Körper der Fledermausfische ist extrem scheibenförmig, die Flossen sind in der Jugendform übergroß, ihr Maul ist im Verhältnis zu den zumindest von der Seite gesehenen Körpern sehr klein. Jungfische haben wimpelförmig ausgezogene, im Verhältnis zur Körpergröße riesig lange Flossen. Oft lassen die Jungfische sich wie tote braune Blätter in ganz flachem Wasser von der leichten Dünung schaukeln und wirklich, sie sind dann kaum zu erkennen. Irgendwie ist alles an ihnen unproportional. Wirken sie deswegen oder wegen ihrer Zutraulichkeit so sympathisch?

Es ist so ziemlich der einzige Fisch, den man ohne weiteres bei entsprechendem Verhalten berühren kann. Aufgeregt wechseln sie bei diesen Störungen die Farbe.

Es ist eine kleine überschaubare Familie mit nur 2 Gattungen und 4 Arten von denen 3 an den maledivischen Inseln anzutreffen sind. Sie leben in der Hauptsache von Plankton. Man hat sie aber schon an Quallen und an den Tentakeln von nesselnden Seeanemonen herumknappern sehen, was einige Falterfische und Kaninchenfische übrigens auch tun. Die Gifte scheinen ihnen nichts auszumachen.

Rundkopf-Fledermausfisch Platax orbicuaris Forsskål, 1775

SteuerbarscheSeite 50

Silberlinge, Seite 52

Der Literatur nach darf es den Spitzmaul-Fledermausfisch auf den Malediven eigentlich gar nicht geben. Erst von der Andamanensee ostwärts Richtung Indonesien und Philippinen ist er danach heimisch. Wenn die Bestimmung hier richtig ist, ist es vielleicht ein Erstnachweis für die Malediven, denn der zutrauliche Fisch schwamm mir im Februar 1998 in Kuredu vor die Kamera. Weiter östlich, so im Golf von Bengalen oder in der Andamanensee, wurde vom Autor nie Unterwasserfotozeug eingesetzt.

Ein anderer Name im Deutschen ist Rotsaumfledermausfisch. Junge Fische dieser Art sind schwarz und haben einen roten Saum an den Flossenrändern.

Diese Art bildet keine großen Schulverbände. Sie sind einzenl oder paarweis am Riff unterwegs, zwischen der Oberfläche und 40 - 50 m Tiefe. Die Jugendform ist einer der optisch reizvollsten Fische. Die lang ausgezogene Flossen sind schwarz und von einem schönen orangeroten Rand umgeben.

Vorkommen: Normalerweise nur von der Andamanensee ostwärts Richtung Indonesien und Philippinen, aber auch, wie das Foto von Kuredu beweist, in den Gewässern um die Malediven (Erstnachweis?).

Bis zu 60 cm groß können die Fledermausfische der Gattung Platax werden. Obwohl sie sich meist in Tiefen bis 40 m aufhalten, sind sie auch oberhalb von 10 m anzutreffen wie alle Bilder hier zeigen. Erwachsene Tiere halten sich gerne in Schwärmen auf. Durch ihren scheibenförmigen Körper und ihre übergroßen Rücken-, Bauch- und Afterflossen sind sie leicht zu erkennen. Bei jungen Falterfischen sind die Flossen extrem wimpelartig verlängert; ihr Körper, scheint es, ist viel zu klein für die großen wimpelförmigen Flossen.

Die kleine Schule der jungen, halberwachsenen Fledermausfische im Bild unten stand tagelang direkt am Ufer neben der alten, langen Mole auf der Südseite von Kuramathi. Die Mauer ist von vielen Muränen bewohnt und so wurde jeden Morgen der kleine Schwarm von uns durchgezählt ob alle die Nacht überstanden haben.

Es waren immer 8 Tiere. Sind sie noch jünger, ahmen sie Blätter nach. Sie sind dann braun und schaukeln wie ein totes Blatt in Ufernähe. Die Nachahmung geht so weit, das die Afterflosse wie ein Blattstiel ausgebildet ist: dünn, rund und lang. Fledermausfische leben von Algen, Quallen und von Zooplankton. Wie agil die Tiere nachts sind, zeigt das untere Bild.

Vorkommen: Rotes Meer und Indo-Westpazifik.

Malediven-Fledermausfisch
Malediven-Fledermausfisch
Malediven-Fledermausfisch
Malediven-Fledermausfisch

Junger Langflossen-Fledermausfisch Platax teira in den letzten Strahlen der Abendsonne an einer Sandbank im Süd-Male Atoll 1991.

Die erstaunliche Formenveränderung im Wachstum der Fledermausfische

Größe: ca. 40 cm, Tiefe: 2 m                      Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1993

Malediven-Fledermausfisch
Malediven-Fledermausfisch
Malediven-Fledermausfisch

Größe: ca. 40 cm, Tiefe: 2 m                 Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1994

Größe: ca. 40 cm, Tiefe: 2 m                   Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1993

Junge Rundkopf-Fledermausfisch unmittelbar am Ufer. Hier sind sie sicherer vor jagenden Räubern als an der Riffkante

Die Rundkopf-Fledermausfische im freien Wasser vor der Riffkante hatten es eilig. Blitzschnell verschwanden sie wieder aus dem Lichtkegel ohne ihren Kurs zu ändern.

Äußerst neugierig schwamm dieser halberwachsene Fledermausfisch Platax orbicularis so nahe an die Kamera heran, das es schwierig war, ihn bei sehr bewegtem Wasser und schlechten Lichtverhältnissen zu fotografieren. Viele Schwimmer hatte er bestimmt noch nicht in seinem Leben gesehen, denn nur selten kamen Boote an diese Sandbank. Ob er deswegen nicht die geringste Scheu zeigte?

Die Rücken- und Bauchflossen sind viel weiter ausgezogen als bei den gänzlich erwachsenen Tieren. Im Verhältnis dazu ist die Schwanzflosse geradezu lächerlich klein geraten. Sein Schwimmen gleicht auch mehr einem Flattern, bestenfalls einem Segeln in der Strömung.

Der deutsche Name ist wieder einmal etwas irreführend. Lang sind die Flossen nur beim Jungfisch. Sie werden ca. 35 cm groß, ziehen als halberwachsene Tiere in großen Schulen so meist in Tiefen von 10 m um das Riff, während erwachsene mehr paarweise in bodennähe aufzuspüren sind.

Auch sie fressen Zooplankton, Quallen und Anemonententakel. Tiefer als 35 m sind sie nicht anzutreffen. Sie zeigen ebenfalls keinerlei Scheu vor Tauchern und wenn sie mal höhergelegene Putzerstationen aufsuchen, auch nicht vor neugierigen Schnorchlern.

Vorkommen: Im gesamten IndopazifikIndopazifik und im Roten Meer.

Langflossen-Fledermausfisch Platax teira (Forsskål, 1775)

E: Tiera batfish, F: Pole d‘eau, J: Mikazuki-tsubame-uo, D: Baipolhi mas

Malediven-Strassenkehrer

Größe: 45 cm, Tiefe: 2 m                     Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Langflossen-Fledermausfisch Platax teira (Forsskål, 1775)

Das Farbwechselvermögen von dem Langflossen-Fledermausfisch Platax teira ist erstaunlich. Auf den beiden Bildern ist der selbe Fledermausfisch abgebildet. Er ließ sich in ca. 5 m Tiefe putzen und war einige Tage lang zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle im Riff. Fühlte er sich ungestört, zeigte er sich in einer olivfarbenen dunklen Grundtönung mit kräftigen braunen Streifen (rechtes Bild). Kam man ihm aber beim Fotografieren - wie hier links zu sehen - zu nahe, wechselte er seine Farbe in ein helles, ihn fast durchsichtig erscheinend lassendes Silber und die Streifen an seinem Kopf verblaßten.

Das Bild zeigt einen halberwachsenen Langflossen-Fledermausfisch. Fledermausfisch sind tag- und nachtaktiv, aber werden mit Einbruch der Dämmerung erst so richtig wach und schwimmen dann auch in das Wasser vor den Riffen herum. Sie sind aber lange nicht so agil wie andere Arten und legen immer wieder lange Pausen ein, wo sie absolut nichts tun und scheinbar vor sich hindösen. Treibt aber eine Qualle an ihnen vorbei, bekommen sie das sehr wohl mit: sie stürzen sich auf sie und fressen sie restlos auf. Das ging so schnell, dass nicht ein Foto gemacht werden konnte.

Malediven-Strassenkehrer
Malediven-Strassenkehrer

Größe: 45 cm, Tiefe: 5 m                                                                                       Kuredu, Nord-Male-Atoll, 1989

Malediven-Strassenkehrer

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m                     Faro im Süd-Male-Atoll, 1992

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