Handbuch der Malediven

Seite 130

Wirbellose - Invertebrata

Stamm Stachelhäuter - Echinodermata


Langusten Seite 129

Federsterne Seite 131

Klasse Seelilien und Haarsterne-Crinoidea

Malediven-Panulirus-longipes

Klasse Schlangensterne-Ophiuroidea

Malediven-Panulirus-longipes
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Malediven-Panulirus-longipes
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Stamm Stachelhäuter - Echinodermata

Malediven Korallen Anemonen

Dornenkrone

Stachelhäuter - Stamm Echinodermata

Alt sind sie, die Vertreter des Stammes der Echinodermata, alt und wohl bekannt. Die Stachelhäuter stammen aus dem Kambrium, existieren also zwischen 542 und 488 Millionen Jahre. Mehr als 5000 Arten sind bisher bekannt und alle leben sie im Meer. Sie sind so perfekt entwickelt und ihrer Umwelt mit ihrer einzigartigen fünfstrahligen Radiärsymmetrie angepasst, dass sie es wohl nicht nötig hatten, das Meer zu verlassen. Die Enchinodermaten werden in, das ist nun aber wirklich ein Zufall, in fünf Klassen unterteilt.

Haar- oder Federsterne Crinoidea (ca. 600 Arten)
Seesterne Asteroidea (ca. 1500 Arten)
Schlangensternen Ophiuroidea (ca. 1900 Arten)
Seeigel Echinoidea (ca. 860 Arten)
Seegurken Holothuroidea (ca. 1100 Arten)

Sie alle haben drei Dinge, unverwechselbar zum restlichen Tierreich, gemein: die schon erwähnte fünfstrahlige Radiärsymmetrie, ein Innenskelett (immerhin gehören sie zu den Wirbellosen) und, einzigartig, ein Ambulakralsystem.

Das die Zahl fünf in diesem Stamm eine entscheidende Rolle spielt, sieht man am Auffälligsten von Außen nur bei den See- und Schlangensternen. Seeigel muss man schon umdrehen, was bei den Stacheln nicht einfach ist. Bei den Seegurken ist es äußerlich schon nicht mehr zu erkennen und das Haarsterne immer ein vielfaches von fünf an Armen Für alle Stachelhäuter ist also der fünffache sumerische Aufbau, von einem Mittelpunkt ausgehend (radiär), eines der entscheidende Erkennungsmerkmale. So haben See - und Schlangensterne mit wenigen Ausnahmen fünf Arme. Die Anzahl der Arme von Haarsterne lässt sich ohne Rest durch fünf teilen und zum Schwimmen nutzen sie fünf davon. In Seegurken findet sich diese fünffache Symmetrie im inneren Aufbau wieder.

Jede Art dieses großen Stammes hat im Inneren ein Skelett aus Kalknadel oder aus Kalkplatten. Ist es entwicklungsgeschichtlich ein Vorläufer der Wirbelsäule?

Alle Tiere des Stammes der Stachelhäuter haben im Inneren ein seewassergefülltes, den ganzen Körper durchziehendes Röhrensystem und elastische Hohlräume. Druckunterschiede vergrößern oder verkleinern die Hohlräume und steuern so über Muskeln die außen befindlichen kleinen Füße. Damit ist im Prinzip der Fortbewegungsapparat der Seesterne, der Seeigel und der Seewalzen beschrieben. Bei den Schlangenseesternen und bei den Haarsternen ist das Röhrensystem für den Nahrungstransport zuständig. Für die ersteren werden die ungemein beweglichen Arme zur Fortbewegung benutzt und Haarsterne haben Zirren, die wie krallenartige Füße wirken.