Handbuch der Malediven

Wirbellose - Invertebrata

Stamm Nesseltiere - Cnidaria

Klasse Schirmquallen - Scyphozoa

Ordnung Fahnenquallen - Semaestomae




Klasse: Schirm- und Scheibenquallen Scyphozoa

Wer kennt sie nicht, diese unangenehmen, oft in riesigen Massen vorkommenden Vertreter in den verschmutzten Meeren: die Quallen. Die blauen oder durchsichtig - weißen Ohrenquallen in der Ostsee, die teuflisch brennenden Feuerquallen in der Nordsee und im Mittelmeer. Das sie zu den Nesseltieren gehören, braucht man gar nicht erst zu erwähnen. Aber stimmt das wirklich, dass es unangenehme, eklige Tiere sind? Betrachtet man ein einziges dieser grazilen Lebewesen in aller Ruhe und ohne Angst, genesselt zu werden, aus der Nähe, sind es wunderschöne, zarte, rätselhafte Geschöpfe, die scheinbar ohne jede Eile und Ziel durch die Weltmeere dahinziehen.

Quallen haben einen aus meist durchsichtiger Gallertmasse gebildeten schirm- oder glockenförmigen Körper an dessen Rand Tentakel sitzen. Das hohle Innere ist der Magenraum. Die Geschlechtszellen sind meist in der Mitte des Körpers an der Oberseite zu sehen. Von einem Magenstiel gehen 4 bis 8 Mundarme ab. An ihnen sitzen die mehr oder weniger langen Tentakel, die wiederum die gefürchteten Nesselzellen tragen. Alle Quallen können durch Zusammenziehen ihres Schirmes aktiv schwimmen, treiben aber meist mit den Strömungen und Winden dahin. Ihre Tentakel fangen Fische, Ruderfußkrebse und sogar andere Quallen. Sie sind gefräßige Räuber. 200 Arten Quallen gibt es in allen Meeren, riesen große mit einem Durchmesser von 1,20 m, winzig kleine aber tödliche wie die Seewespen. Sie werden in 2 Klassen eingeteilt. In die Würfelquallen, Cubuzoa und in die Schirm- oder Scheibenquallen, die Scyphozoa. Zur Klasse der Würfelquallen gehören die Seewespen Chironex fleckeri. Sie gehören zu dem giftigsten, was überhaupt im Meer herumschwimmt. Seewespen kommen in den Sommermonaten wahrscheinlich auch auf den Malediven vor, peinlichst von allen verschwiegen, sorgfältig beseitigt.

Den Namen Staatsqualle Syphonophora kann man durchaus wörtlich nehmen. In einem Lebewesen bilden Medusen und stark spezialisierte Polypen quasi einen Staat, eine Nesseltierkolonie sozusagen. Es gibt Freß-, Tast- und Wehrpolypen die zu Funktionseinheiten zusammengefaßt sind. Fangfäden und Geschlechtspolypen vervollständigen die mit Gas gefüllte Qualle, die eine durchsichtige Scheibe über die Oberfläche streckt und mit der sie segeln kann. Ihre sehr giftigen Tentakel werden bis 50 m lang. Gottseidank sind sie Hochseebewohner. Werden sie mal an Land gespült, sind sie noch als tote Tiere gefährlich.

Wie kann sich ein Lebewesen an den Lebensraum im freien Wasser ohne jede Versteckmöglichkeit anpassen und trotzdem noch erfolgreich an seine Beute herankommen? Es kann so riesig groß werden wie ein Wal, es kann scharfe Zähne haben wie die Haie der Hochsee oder sehr schnell schwimmen können wie ein Thunfisch oder die Fliegenden Fische, die auf der Flucht sogar das Wasser verlassen. Gift ist eine weitere Möglichkeit, Freßfeinde abzuschrecken. Aber die Natur hat sich noch etwas anderes einfallen lassen: Eine fast einzigartige Anpassung durch Transparenz an den Lebensraum. Dieser chemisch/physikalische Trick ist so wirkungsvoll, dass die Quallen seit vielen Millionen von Jahren sich erfolgreich behauptet haben.

Gallert

Ein Blick durchs Mikroskop auf die Oberfläche einer durchsichtigen Qualle zeigt abgerundete Kegel die so klein sind, dass sie genau der halben Wellenlänge des Lichtes entsprechen und damit das Licht absorbieren. Genau diese Eigenschaften machen sich derzeit die Tarnkappenbomber der Militärs zunutze um vom feindlichen Radar nicht erfasst zu werden.

Lichtbrechung und Oberfläche

Über durchsichtige Gewebe weiß die Wissenschaft noch sehr wenig. Die Hornhaut unserer Augen ist so ein Gewebe.

Transparenz

Organe

Tauchtiefe

Gift

Quallen sind wahre Hungerkünstler. Sie kommen Wochenlang ohne Nahrung aus. Gibt es aber Nahrung im Überfluss wie in unseren verschmutzten europäischen Meeren, können sich manche Arten in nur einer Woche milliardenfach vermehren.

Deutsch

Latein

Englisch

Stamm.

Nesseltiere

Nesseltiere

Nesseltiere

Unterstamm.

Medusen

Medusozoa

Nesseltiere

Klasse

Schirm-, Scheiben- oder Lappenquallen

Syphozoa

Nesseltiere

Ordnung

N

Rhizostomeae

N

Familie

N

Cephidae

Crown Jellyfishes

Art.

Kronen- oder Kranzqualle

Netrostoma setouchianum

Crown Jellyfish

Ordnung

Fahnenquallen

Semaestomae

N

Familie

Ohrenquallen

Ulmaridae

N

Gattung

.

Aurelia

N

Art

Ohrenqualle

Aurelia aurita

N

Ordnung

Wurzelmundquallen

Rhizostomae

N

Familie

Gepunktete Wurzelmundqualle

Mastigiidae

N

Gattung

Phyllorhiza

Art

Phyllorhiza punctata

Familie

Physalia

Gattung

.

Physalia

N

Art

Portugiese Galeere

Physalia phasalia

N

Klasse.

Würfelquallen

Cubozoa

Nesseltiere

Ordnung.

N

N

N

Familie

.

.

Gattung

.

Chironex

.

Art

Seewespe

Chironex fleckeri

.

Klasse.

Stiel- oder Becherquallen

Staurozoa

.

Ordnung.

N

Nesseltiere

.

Ordnung.

N

Nesseltiere

.

Klasse

Hydrozoa

Hydrozoa

.

Ordnung.

Staatsquallen

Physaliidae

.

Ordnung..

Segel- oder Strahlenquallen

Porpitidae

.

Familie

N

N

Nesseltiere

S

N

Netrostoma

Nesseltiere

Art.

Kronen oder Kranzqualle

Netrostoma setouchianum

Crown Jellyfish

.

Aequorea pensilis (Haeckel, 1879)

Weltweit: ? Arten, hier beschrieben: 1 Arten mit 3 Fotos, im Archiv:3 Fotos

Kronen- oder Kranzqualle Netrostoma setouchianum

E: Crown Jellyfish

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m              Embudu, Süd-Male-Atoll, 2003,

Diese Qualle kam in die Nähe der Insel nachdem drei Tage lang der Nordostpassat heftiger als sonst geweht hatte. Ruhig und gleichmäßig pulsierte der Schirm und gab ihr einen erstaunlichen Vorschub schräg zur Strömung. Was mag sie steuern, wo will sie hin? Sie hat keine Augen, kein Gehirn, keine anderen Sinnesorgane und doch pulsiert sie bestimmt und zielstrebig durch die offene See. Ob sie die nahe Brandung hört, spürt oder fühlt? Schwimmt sie deswegen weg von der Insel? Keiner kann es beantworten.

Sie werden bis 40 cm groß, sind rötlich oder violettblau gefärbt und sind fast durchsichtig: Sie bestehen ja auch zu 98 % aus Wasser. Warum sie wohl in Japan gesessen werden? Vielleicht als Erfrischung. Ihr schüsselförmiger Körper trägt am Rand kurze, sehr feine Tentakel. Die Mundarme sind viel länger und dicker. Diese Quallen werden nur 3 oder vier Monate alt. Sie sind getrenntgeschlechtlich. Die Geschlechtsorgane sind ohrenförmig und sind deutlich zu sehen. Ohrenquallen leben in allen Meer. Je mehr die Meere, wie z. B. die Ostsee, überdüngt und verschmutzt sind, desto größer ist die Zahl der Individuen. Treibt sie der Wind auch noch in eine Richtung, kann man ganze Hafenbecken voll von diesen Quallen sehen.

Die Tentakel angefaßt: nicht nesselnd! Ihre Nesselkapseln können unsere Haut nicht durchdringen - jedenfalls dort nicht, wo sich Hornhaut gebildet hat.

Kronen- oder Kranzqualle Netrostoma setouchianum

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m         Kuredu, Faddipolhu-Atoll, 1998

Wurzelmundqualle Thysanostoma thsanura

Blaue Koralle Seite 115

Muscheln Index Seite 117

Malediven Steinkoralle
Malediven-Kronenqualle
Malediven Steinkoralle
Malediven Steinkoralle
Malediven Steinkoralle

Seite116

Malediven-Kronenqualle
Malediven-Kronenqualle

Quallen waren in den letzten 30 Jahren eher selten zu sehen. Um so mehr fielen sie auf, zumal wenn ein Feilenfisch sehr interessiert, ob da nicht etwas Fressbares daherkommt. So richtig hat er sich aber nicht herangetraut.

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m                                                          Embudu, Süd-Male-Atoll,2003

qualle Aequorea pensillis (Haeckel, 1879)

Gepunktete Wurzelmundqualle Phyllorhiza punctata Lendenfeld, 1884

Größe: 20 cm, Länge der Tentakel: ca. 1 m  Kuredu, Fadipolhu-Atoll, 1998

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m           Kuredu, Fadipolhu-Atoll, 1998

Ohrenqualle Aurelia aurita Linneaeus, 1758

Malediven Steinkoralle

Ohrenqualle Aurelia aurita Linneaeus, 1758

Malediven Steinkoralle

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m              Kuredu, Faddipolhu-Atoll, 1998

Gepunktete Wurzelmundqualle Phyllorhiza punctata Lendenfeld, 1884

Quallen