Handbuch der Malediven

Seite 113

Sechsstrahlige Korallen - Hexacorallia


Familie der Porenkorallen - Poritidae


Malediven_Porenkorallen

Porenkoralle am östlichen Ende von Ellaidhoo, 1995. 1000 Jahre alt? 2000? Oder noch älter?

Die 6 oder 7 m hohe Bergkoralle auf der vorhergehenden Seite hat es vielleicht schon gegeben, als noch die Pyramiden gebaut wurden. Sie steht als Wahrzeichen am östlichen Riff der Insel Ellaidhoo, würdevoll wie die Dorfeichen im alten Germanien, wie die riesigen Bäume afrikanischer Dorfgemeinschaften, heilig fast.

Man traut sich nicht mehr auf diese Insel, weil der Grund zur Annahme besteht, dass auch sie die tragische Erwärmung der Meere nicht überlebt hat (beschrieben ist sie noch beim Liebesleben der Weißspitzenriffhaien, der Porenkorellen und bei „Ein Tag am Riff" .

Systematik: Familie der Porenkorallen - Poritidae

Deutsch

Latein

Englisch

Reich 

Hohltiere

Radiata

Radiata

Stamm

Nesseltiere

Cnidaria

Klasse

Blumentiere

Anthozoa

Unterklasse

Sechsstrahlige Korallen

Hexacorallia

Ordnung

Steinkorallen

Scleractinia

Stone corales

Unterordnung

Pilzkorallen

Fungiina

Mushroom coral

Familie

Porenkorallen

Poritidae

coral

Gattung

Goniopora

Art

Margaritenkoralle

Goniopora planulata (Ehrenberg, 1834)

coral

Art

Goniporakoralle

Goniopora sp.

coral

Gattung

Porites

Art

Zylindrische Porenkoralle

Porites

coral

Art

Bergkoralle

Porites

coral

Art

Porenkoralle

Porites

coral

Art

Knollige Porenkoralle

Porites

coral

Art

Sternensäulenkoralle

Porites

coral

Art

koralle

Porites

coral

Familie der Porenkorallen - Poritidae

Margaritenkoralle - Goniopora planulata (Ehrenberg, 1834)

E: No common name in Einglish!

Foto_Malediven_Korallen_Durchmesser der Kolonie: 2 m, Tiefe: 4 m Vilamendhoo, Ari - Atoll, 1997 Sternsäulenkoralle Unterklasse: Hexacorallia/Sechsstrahlige Koralle, Ordnung: Scleractina/Steinkorallen, Familie: Siderastreidae/Halbkugelkorallen, Psammocora digitata Edwards & Haime, 1851 E: coral Nur ein einziges mal sah ich diese seltsame, oben abgeflachte säulenförmige Kolonie. Sie stand in der schönen Lagune an einer unbewohnten Insel in Ari - Atoll auf einem Bootsausflug. Die Bestimmung selbst der Gattung ist alles andere als sicher.

Durchmesser: ca. 25 cm, Tiefe: 3 m            Angaga, Ari - Atoll, 1996

Margaritenkoralle Goniopora planulata (Ehrenber, 1834)

Häufig zu sehende Weichkoralle mit immer in der Strömung wedelnden Tentakeln.

Goniporakoralle - Goniopora sp.

E: coral

Foto_Malediven_Korallen_Robuste/Koralle

Durchmesser: ca. 50 cm, Tiefe: 3 m                Angaga, Ari - Atoll, 1996

Gonioporakoralle

Den vorderen Teil dieser Korallenkolonie wurde nur kurz mit dem Finger berührt, um die Poren sehen zu können. Im Zeitraffertempo zog die Kolonie die Tentakel ein. Dieser Block besteht also mindestens aus drei unabhängigen Kolonien. Nach ca. 3 Minuten waren die Tentakel wieder da und wedelten munter weiter nach Plankton.

Die Arten dieser Gattung sind tag- und nachtaktiv. Aufgrund der kompakten Bauform, der fleischigen Tentakel, die in einem Kranz von 24 Fangarmen enden, ist nur eines sicher: Diese Koralle gehört der Gattung Goniopora an. Mehr ist keiner Literatur zu entnehmen. Da auch diese Koralle im Indischen Ozean ausgestorben ist, verschiebt sich die genaue Klassifizierung leider um 2 - 3 Hunderttausend Jahre in die Zukunft.

Vorkommen: Wahrscheinlich in gesamten Indopazifik.

Foto_Malediven_Korallen_Robuste/Koralle

Durchmesser: ca. 30 cm, Tiefe: 2 m          Ari Beach, Ari - Atoll, 1992

Goniporakoralle

Zylindrische Porenkoralle - Porites cylindrica Dana, 1846

E: coral

Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone

Durchmesser: ca. 25 cm, Tiefe: 2 m           Vilamendhoo, Ari - Atoll, 1997

Zylindrische Porenkoralle

Ein ganzes Feld nahmen diese jungen zylindrischen Korallen mit den weißen Enden ein. Sie verzweigen sich nur einmal, die in den abgerundeten weißen Spitzen enden. Die Basis der einzelnen Stiele ist sehr kräftig ausgebildet. In flachen Lagunen konnten diese Kolonien weite Bereiche erobern. Diese Art ist nachtaktiv. Die Polypen sind klein und flach. Manchmal wachsen sie auch wie kleine Blumensträuße buschförmig heran. Die Färbung ist variabel. Auf den Malediven habe ich sie nur in der oben gezeigten Färbung grün/weiß gesehen. Die gelbbraunen Äste im Bild links oben sind Wurzelkorallen.

Vorkommen: Gesamter Indischer Ozean, im Pazifik bis Tonga.

Bergkoralle - Porites lobota Dana, 1846

Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone

Durchmesser: ca. 2 m, Tiefe: 1,5 m                   Ari Beach, Ari - Atoll, 1992

Bergkoralle

Bergkorallen sind die Riffbildner par exelance. Die verschiedenen großen Poritesarten lassen sich nur schwer von einander unterscheiden. Die Berg- und die Porenkorallen bilden parallel zur Oberfläche wie Bäume Jahresringe aus. Je eine feste und eine lockere Schicht ergeben den Zuwachs eines Jahres. Aus Bohrkernen kann am das Alter dieser größen Korallen ablesen.

Wachsen sie zu nahe der Wasseroberfläche heran oder der Wasserspiegel ist für einige Zeit niedriger als normal, zerstören Sonne und Regen die Mitte der kugelförmigen Koralle. Es siedeln sich sofort andere Lebewesen an. An einem intakten Riff herrschte ja permanente Wohnungsnot. Hier haben sich schöne Steinkorallen (von links nach rechts: Acropora) offensichtlich einen guten Standort erobert.

Allerdings gab es dieses herrliche Miniatoll ein Jahr später nicht mehr. Der Sand hatte es zugeschüttet. Das Riff als bester Wellenbrecher war abgestorben und Mauern an der falschen Stelle errichtet. Tonnen von Sand verlagern sich seit dem und haben die fantastischen Riffgärten von Ellaidhoo von 1995 an sich begraben.

Vorkommen: Indio - Pazifik, Australien, Rotes Meer.

Porenkoralle - Porites lutea Edwards & Haime, 1860

E: coral

Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone

Durchmesser: ca. 2 m, Tiefe: 2 m                      Angaga, Ari - Atoll, 1996

Porenkoralle Porites lutea Edwards & Haime, 1860

Malediven Steinkorallen Hirnkoralle

Porites lutea Edwards & Haime, 1860
Wie gesagt, lassen sich die großen Poriteskorallen nur sehr schlecht von einander unterscheiden und es gibt wenig über sie zum Nachlesen. Schön anzuschauen sind sie alle. Wuchsformen und die Färbung bei dieser Art hier sind ziemlich unterschiedlich wie die nachfolgenden Bilder zeigen. Die P. lutea zeigt zwar nicht diese kugligen Überhänge wie die P. lubata, die Bergkoralle, ist aber auf der Oberfläche genau so buckelig und zerklüftet. Scheinbar gab es die Porenkoralle in drei Farbvarianten: grün wie oben, violett wie nebenan und blau wie auf der nächsten Seite. Die fast 2 Meter hohe Koralle links ist immer wieder einmal trocken gefallen. Bei normaler Ebbe bedeckte nur noch ein halber Meter Wasser die Koralle an der Insel Angaga. Deswegen gab es auf dem abgestorbenen Teil nur einige eingewachsene Mördermuscheln aber sonst kein weiteres Leben. Die Koralle stand hinter der Riffkrone in starker Strömung und hatte somit gut Wachstumsbedingungen. Das große Bild auf der nächsten Seite zeigt eine Nahaufnahme dieser Koralle kurz vor der Dämmerung. Die 6 Fangarme der Polypen schauen schon etwas hervor.

Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone

Die Koralle stand hinter der Riffkrone in starker Strömung und hatte somit gut Wachstumsbedingungen. Das große Bild auf der nächsten Seite zeigt eine Nahaufnahme dieser Koralle kurz vor der Dämmerung. Die 6 Fangarme der Polypen schauen schon etwas hervor.

Ein weiteres Ringatoll mit blauer Porenkoralle ist in ganz flachem Wasser in Ufernähe 1996 auf Angaga aufgenommen. Auch hier hat sich in der Mitte viel blühendes Leben angesiedelt. Ob wir so etwas Schönes noch irgendwo finden kann?

Vorkommen: Indiopazifik, Australien, Rotes Meer

Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone
Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone
Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone
Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone

Knollige Porenkoralle - Heliofungia actiniformes (Quoy &Gaimard, 1833)

E: coral

Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone

Knollige Porenkoralle

Zweifelsohne gehört sie alleine wegen ihrer Wuchsform zu den großen Poriteskorallen aber ob es eine eigene Art ist, läßt sich nicht auf anhieb sagen. Auffällig sind die tief zerfurchten und damit die Oberfläche der ganzen Koralle vergrößernden Knollen. So kann die Koralle viel mehr Polypen beherbergen und das Wachstum der gesamten Kolonie steigern.

Vorkommen: Indopazifik.

Glatte Porenkoralle - Porites sp.

E: coral

Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone

Durchmesser: ca. 25 cm, Tiefe: 3 m   Veligandu Hurra, Süd-Male-Atoll, 1990

Glatte Porenkoralle

Schön ebenmäßig und fast rund ist diese nicht zu taxierend Koralle die ich auf der Insel xxxx knapp unter der Wasseroberfläche der Riffkrone fand. So fest wie sie verankert ist, kann sie dem stärksten Wellenschlag standhalten. Die Kugelform setzt der Strömung nur minimalen Widerstand entgegen und je mehr Wasser an ihr vorbeiströmt, um so mehr Nahrung können nachts die Tentakel daraus fischen.

Vorkommen: Indopazifik.

Sternensäulenkoralle - H (Esper, 1797)

E: coral

Foto_Malediven_Korallen_Blasenanemone

Durchmesser: ca. 3m, Tiefe: 4 m        Vilamendhoo, Ari - Atoll, 1997

Sternensäulenkoralle Psammocora digitata Edwards & Haime, 1851

Familie: Siderastreidae/Halbkugelkorallen,

Nur ein einziges mal sah ich diese seltsame, oben abgeflachte säulenförmige Kolonie. Sie stand in der schönen Lagune an einer unbewohnten Insel in Ari - Atoll auf einem Bootsausflug. Die Bestimmung selbst der Gattung ist alles andere als sicher.

Foto_Malediven_Mikroporenkoralle

Durchmesser: ca. 1m, Tiefe: 3 m     Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1988

koralle

Pilzkorallen Seite 112

Weichkorallen Seite 114

Durchmesser: ca. 1 m, Tiefe: 3 m                      Angaga, Ari - Atoll, 1996