Handbuch der Malediven

Seite 36

Fische der Malediven


Ordnung der Panzerwangen - Scorpaeniformes


Falscher Steinfisch oder Buckeldrachenkopf Scorpaenopsis diabolus Cuvier, 1829

E: False stonefish, F: Poisson pierre faux, J: Satsumakasago, D: Gaaviha mas

Malediven-Buckeldrachenkopf

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m            Meedhuffushi, Südnilandu - Atoll, 1999

Falscher Steinfisch oder Buckeldrachenkopf Scorpaenopsis diabolus Cuvier, 1829

Malediven-Buckeldrachenkopf

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m         Meedhuffushi, Südnilandu - Atoll, 1999

Dieser grimmig aussehende Drachenkopf versetzt Neuankömmlinge regelmäßig in Verzückung weil er für den Steinfisch gehalten wird. Dabei steht sein ebenfalls großes Maul nicht senkrecht und die Brustflossen sind seitlich angesetzt. Man soll sich von dem Bild oben nicht täuschen lassen: Zwar steht das Maul senkrecht aber der Fisch liegt nicht waagerecht zum unteren Bildrand.

Er wird nur 22 cm groß während der Echte Steinfisch 60 cm erreicht. Von alleine schwimmt er, selbst wenn er sich entdeckt fühlt, kein Stück freiwillig weiter. Unwillig zeigt er erst einmal die Unterseite seiner Brustflossen, die erstaunlich farbkräftig sind und in gelb-orangenen Tönen leuchten. Seht, ich bin giftig, will er signalisieren. Gelb, orange und schwarz stehen im Kontrast zu seinen grau-grün veralgten und versandeten Rücken.

Obwohl er schon in 70 m Tiefe angetroffen wurde, liegt er meist im flachen Wasser an der Innenseite der Riffe auf Korallentrümmern und festem Untergrund auf der Lauer nach allem, was so vorbeischwimmt, um es mit Saugschnappen zu erbeuten.

Eigentlich sind ja die Steinfische und die Drachenköpfe Lauerer. Sie warten, auf ihre gute Tarnung vertrauend, auf ihre oft erstaunlich große Beute an einer Stelle, von der sie die Gegend gut überblicken können. Dort liegen sie stundenlang reglos aber hellwach herum. Kommt ein unvorsichtiger Fisch zu nahe heran, verschwindet er durch Saugschnappen blitzschnell von dieser Welt, verschluckt von einem sehr großen Maul.

Vorkommen: Gesamter Indopazifik und Rotes Meer.

Malediven-Buckeldrachenkopf

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m                   Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1987

Buckeldrachenkopf auf der Lauer. Bewachsen mit den Algen der Umgebung.

Das Gift der Drachenköpfe

Die Drachenköpfe haben das Gift nicht nur in den ersten drei Rückenflossenstacheln, sondern auch in kräftigen Stacheln am Ende der Kiemenspalten. Auch junge und kleine Skorpions- und Steinfische sind sehr giftig.

Kommt man wirklich einmal mit dem Gift in Berührung - was ich mir kaum vorstellen kann - setzt sofort ein schmerzhaftes Brennen ein, die Einstichstelle blutet stark und schwillt immer weiter an. Je nach körperlicher Verfassung gesellen sich Übelkeit, Schwindelgefühl und Herzklopfen hinzu. Gestorben an dem Gift ist aber noch keiner, aber zwei oder drei Urlaubstage fehlen dann doch.

Der Schmerz ist aber so gewaltig, dass man wie bei allen Stichverletzungen durch giftige Fische versuchen sollte, die Einstichstelle mindestens eine Stunde lang mit 40 - 50 Grad - eben so heiß wie es geht - heißem Wasser oder noch besser mit heißen Trockenkompressen - sie sind auf der Haut verträglicher - behandelt werden sollte. Die Hitze zerstört die toxischen Eiweiskörper. Trotzdem ist die Heilung langwierig. Bei Steinfischen kann das bis zu einem Jahr dauern. Ein Arzt sollte immer konsultiert werden. Es gibt inzwischen auch einige Seren, die u. U. helfen können.

Malediven-Buckeldrachenkopf

Größe: 15 cm, Tiefe: 0.5 m                  Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1994

Ein Buckeldrachenkopf beim Anschleichen an einen Sandbarsch

Jagdtechnik

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, geht dieser eben zum Berg. Der junge, recht kleinen Buckelkopf oben im Bild wird den ganzen Tag auf Lauer gelegen haben - und hat nichts erbeutet. Nun hat er Hunger. Im letzten Licht des Tages schleicht er sich an den wie gelähmt wirkenden Sandbarsch heran. Langsam aber stetig robbte er sich mit seinen Brustflossen vorwärts. Diese und der Schwanz hinterlassen im Sand drei deutliche, auf dem Bild oben gut zu erkennenden, Spuren im Sand.

Das der Sandbarsch recht groß ist, macht ihm nichts aus. Er kann sein breites Maul sehr weit aufreißen. Ob sein Anschleichen letztendlich Erfolg hatte, war leider nicht mehr zu beobachten. Fünf Minuten später war es dunkel.

Malediven-Buckeldrachenkopf

Größe: 20 cm, Tiefe: 5 m                Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1987

Das man 2 Exemplare des Buckeldrachenkopfes an einem Ort versammelt sieht, erlebt man nur einmal . Ob wohl das linke, dunklere Tier das Weibchen ist? Werbung und Liebesleben scheinen bei diesen Fischen zumindest für menschliche Betrachter ziemlich langweilig zu sein. Nach dem Mittagessen lagen die beiden immer noch unbeweglich an der gleichen Stelle an der langen Korallenmauer bei den Rundbungalows am Außenriff von Kuramathi.

Malediven-Buckeldrachenkopf

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m          Meedhuffushi, Südnilandu - Atoll, 1999

Das Maul eines Buckeldrachenkopfes ist im Verhältnis zur Körpergröße schlichtweg riesig

Gibbusdrachenkopf Scorpaenopsis gibbosa Bloch & Schneider, 1801

E: Humpback scorpionfish, F: Rascsse bosse, J:, D: Gaavia mas

Malediven_Gibbusdrachenkopf

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m                      Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1988

Gibbusdrachenkopf Scorpaenopsis gibbosa

Malediven_Gibbusdrachenkopf

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m                        Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1988

Auf beiden Bildern ist der gleiche Fisch abgebildet. Kurz vor Sonnenuntergang im Kanal zwischen Rasdoo und Kuramati schwamm dieser Drachenkopf plötzlich vorbei und suchte sich einen neuen Standort aus. Es ist schon eine Ausnahme, diese Fische schwimmen zu sehen. Vielleicht bleibt er auf dieser exponierte Stelle auf der Koralle die ganze Nacht über und lauert auf vorbeikommende Fische. Doch eigentlich sollen diese Arten ja tagaktiv sein. Ob er das auch weiß?

Diese Art lebt, wie hier zu sehen, an Riffendächern, in Lagunen und an Außenriffen bis in Tiefen von 50 m. Er ist auf den Malediven ziemlich selten. Auch seine Unterseite ist mit Tarnfarben versehen. Auf kräftig - gelben Untergrund zieht sich ein schwarzes Band über die Unterseite seiner Brustflossen - was deutlich bei hektischen hinterherschwimmen zu sehen war. Es blieb bei 25 mal 3 Wochen Urlaub auf den Malediven bei dieser einzigen Begegnung mit einem Gibbusdrachenkopf.

Vorkommen: Indischer Ozean und Rotes Meer.

Fetzendrachenkopf Scorpaenopsis venosa (Cuvier, 1829)

E: Humpback scorpionfish, F:, Rascasse, J:,Kasago, D: Gaaviha mas

Malediven-Fetzendrachenkopf

Größe: 45 cm, Tiefe: 5 m             Eriyadhu, Nord - Male - Atoll, 1990

Fetzendrachenkopf Scorpaenopsis venosa

Malediven-Fetzendrachenkopf

Am späten Nachmittag lag er da. Er lag einfach vor der Wellenbrechermauer unter der er wohl den Tag verschlafen hatte und sah mich ruhig und fast sympathisch an. Die Algenarten, die dort wuchsen, hatte er auch auf dem Rücken und hätte er nicht mit seinen fast traurigen Augen mich angesehen, hätte ich ihn wohl nicht entdeckt. An den Auswüchsen am Unterkiefer war er obendrein noch leicht zu identifizieren.

Diese Art wird nur 18 cm groß und bevorzugt veralgte Untergründe an Küsten und Riffen bis hinunter auf 70 m.

Vorkommen: Indopazifik.

Feuerfische, Seite 35

Steinfische, Seite 37

Unterfamilie Drachenköpfe - Scorpaenninae

Malediven-Buckeldrachenkopf

Identifikationshilfe: Buckeldrachenkopf (Falscher Steinfisch) versus Steinfisch

Malediven-Steinfisch

Falscher Steinfisch oder Buckeldrachenkopf

Scorpaenopsis diabolus

Echter Steinfisch

Synanceia verrucosa

Das beste Unterscheidungsmerkmal ist die Stelliung des Maules. Bei den Buckeldrachenköpfe steht es in einem Winkel von ungefähr 75° zum Untergrund.

Die Brustflossen sind fächerförmig und größer.

Der Buckel ist ausgeprägt.

Das Gift ist - wie beruhigend - fast nie tötlich.

Das Maul des Echten Steinfisches steht beinahe senkrecht zu einem (gedachten) waagerechten Untergrund.

Die Brustflossen sind schmaler.