Handbuch der Malediven

Seite 29

Fische der Malediven


Ordnung der Aalartigen - Anguilliformes



Familie: Röhrenaale - Heterocongridae


Es ist fast unmöglich, als Freitaucher brauchbare Bilder von den scheuen Röhrenaale mitzubringen: Sie leben in Sandböden ab ca.8 m Tiefe und ziehen sich bei der Annäherung sofort in ihre Wohnröhren zurück. Während alle Mitglieder der Ordnung der Aalartigen Räuber oder Aasfresser sind und frei herumschwimmen - man denke nur an die Wanderungen unserer Flussaale quer über den Atlantik - sind Röhrenaale an ihre senkrecht in den Boden führende Wohnröhre gebunden.

Sie leben von dem, was die Strömung heranträgt: Plankton - eine Lebensweise, die eher an Wirbellose Tiere wie z. B. Röhrenwürmer erinnert. Sie muss aber erfolgreich sein, denn es gibt die in der Strömung sich hin- und herwiegenden Tiere in großen Mengen auf den Sandböden vor den Riffen überall im Indischen Ozean. Die bis jetzt größte untersuchte Kolonie war über 6000 m2 verteilt und hatte ca. 10.000 Bewohner.

Weibchen werden rund einen Dreiviertel und Männchen einen Meter lang. Sie haben dann einen Durchmesser von 7 - 9 beziehungsweise von 9 - 16 mm. Sie sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Ihre durch den Schleim der Körper haltbar gemachten Wohnröhren bauen sie in geringem Abstand neben einander im Abstand von 20 cm. Zur Paarung winden sie sich umeinander und geben Sperma und Eier ins freie Wasser ab.

Systematik

Aalartige - Anguilliformes

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Latein

Englisch

Dhiveli

Französisch

Japanisch

Ordnung

Aalartige

Anguilliformes

Eels

Ven

Congre

Familie

Röhrenaale

Heterogridae

Eels

Ven

Congre

Art

Perlenröhrenaal

Gorgasia maculata

Eel

Ven

Congre

Art

Ohrenfleck-Röhrenaal

Heteroconger hassi

Spotted garden eel

Ven

Congre paysagé

Chin-anago

Familie

Schlangenaale

Ophichthidae

Snake eels

Ven

Murène

Shima

Art

Ringelschlangenaal

Mychthys colubrinus

Harlekin snake eel

Ven

Murène serpent annelée

Shima-umibebi

Ohrenfleck - Röhrenaal Hetroconger hassi (Klausewitz & Eibl-Eibesfeldt, 1959)

Malediven-Bild-Ohrenfleck-Roehrenaal

Größe über Sand: ca. 8-10 cm, Tiefe: 8 m;      Kuredu, Faddhippolhu - Atoll, 1998

Ohrenfleck - Röhrenaale in einer Kolonie auf der Binnenseite der Insel Kuredu unweit des Bootanlegers

An keiner anderen Stelle auf den Malediven als hier auf Kuredu gab es ohne Gerät eine Möglichkeit, an die Röhrenaale herangekommen. In der Mitte des Bildes ist ein Paare abgebildet, wobei die kleineren Aale die Weibchen sind. Sie werden 35, die Männchen 40 cm lang. Die Wohnröhren liegen so um die 20 cm weit auseinander. Es ist die am häufigsten vorkommende Art.

Eigentlich siedeln sie zwischen 20 m und 40 m Tiefe, wo sie zusammen mit den Perlenröhrenaal Gorgasia maculata große „Gärten“ bilden. Die Perlenröhrenaale werden bis zu 70 cm lang, schauen viel weiter aus ihren Röhren heraus und wiegen sich in der Strömung hin und her wie Grashalme im Wind. Sie leben noch tiefer: auf 25 - 90 m.

Vorkommen: Ostafrikanische Küste bis nordwestliches Australien.


Familie: Schlangenaale - Ophichthidae


Die Tiere in dieser Familie der Schlangenaale sind in allen Meeren weltweit verbreitet. Es gibt in 50 Gattungen mehr als 250 verschiedene Arten, die allerdings durch ihre nachtaktive und versteckte Lebensweise nur sehr schwer zu finden sind.

Ihre Körper sind rund und haben im Gegensatz zu den Muränen keine durchgehenden Rückenflossen. Beide Körperenden laufen spitz zu und erlauben ein Eingraben in Sand oder Korallenschotter sowohl vor- als auch rückwärts. Es gibt sie in vielen Farben und Zeichnungen: Einfarbig ohne jede Zeichnungen, gepunktete und gebänderte wie die Ringelschlangenaale.

Die Ringelschlangenaale ahmen mit den Ringen die giftigen Seeschlangen nach und erhoffen sich so einen besseren Schutz vor den stets hungrigen, großen Räubern am Riff. Die Schlangenaale werden zwischen 20 und 250 cm lang und leben von kleinen Krebsen und Fischen.

Ringelschlangenaal Myrichthys colubrinus (Boddaert, 1891)

Malediven Bild Ringelschlangenaal

Größe: 0,8 m, Durchmesser: 2 cm, Tiefe: 1 m   Meeduffushi, Süd - Nilandu- Atoll, 1999

Ringelschlangenaal nachts auf dem Riffdach

Nur nachts kommt dieser Schlangenaal aus dem Sand heraus. Er taucht hier auf dem Bild nach der Störung durch das helle Licht der Lampe mühelos vorwärts wieder in den Sand ein. Er muss auch ziemlich vorsichtig sein: nicht nur Haie und Rochen stellen diesen recht langsamen Tieren nach. Er lebt in 1 - 25 m Tiefe. Im Bild unten ist der Aal schon fast ganz im Sand verschwunden. Er ließ sich anfassen. Fühlen sich die Muränen erstaunlicherweise angenehm an - ungefähr wie nasse Seide - ist die Haut der Schlangenaale schleimig.

Mit ihrer Zeichnung ahmt diese Art die giftigen Seeschlangen nach. Sie braucht aber nicht an die Oberfläche zum Luftholen.

Vorkommen: Rotes Meer und gesamter Indopazifik.

Malediven Bild Ringelschlangenaal

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