Handbuch der Malediven

Seite 28

Fische der Malediven


Ordnung der Aalartigen - Anguilliformes - Teil 2



Familie: Muränen - Muraenidae - Fortsetzung


Riesenmuräne Gymnothorax javanicus (Bleeker, 1859)

E: Gigant moray, F: Murène javanaise, J: Doku-utsubo, D: Kalhu ven

Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus

Größe: über 2 m, Tiefe: 4 m;                        Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1994

Es ist die bekannteste und häufigste Muräne auf den Malediven. Sie sind kurz nach Sonnenaufgang zu sehen, wenn sie von der Jagd auf schlafende Papageifische, Kraken, Krebsen und auch Aas nach hause kommen und sich genüsslich von Putzerlippfischen vor ihrem Unterschlupf säubern lassen.

Gar nicht so selten sieht man sie hin und wieder am helllichten Tage das Quartier wechseln und nachts im Schein der Lampe, wie sie sich ruhig aber zielstrebig über den Boden schlängeln.

Am Tage ist es nur der Kopf der aus den Höhlen ragen. Mit gleichmäßigem Öffnen und Schließen des riesigen Maules pumpen sie Wasser durch ihre engen Kiemenöffnungen.

Geht sie doch auf die Jagd, weil vielleicht ein verlockender Duft sie erreichte, sind sofort große Fische wie die Pferdemakrele oder kleine Riffhaie an ihrer Seite.

Immer, wenn diese großen Muränen bei Tage auf dem Riff auftauchen, erwarten die allgegenwärtigen Pferdemakrelen, dass die geschickten Jäger dort, wo sie selber nicht hinkommen - unter den Korallen - Beute machen und für sie etwas abfällt.

Wo immer einer der starken Räuber Beute wittert, ist der andere nicht weit. Hier sind es die Pferdemakrelen, die sich auf den hervorragenden Geruchssinn der Muräne verlassen und ihr lange über das Riffdach folgen.

Schließlich kommen Muränen unter jede noch so zerklüftete Koralle, in die kleinste Höhle und Spalte wo es Nachts schmackhafte und schlafende Fische gibt, an die die ewig hungrigen Räuber nicht so leicht herankommen.

Größe: 1,70 m, Tiefe: 4 m;                             Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1994

Das Tier ist ziemlich alt und richtig ausgewachsen, ein alter und erfahrener Kämpe, der nur noch einen „Fangzahn“ hat. Zahlreiche Kampfspuren zeichnen den gesamten Körper.

Einige Tage lang war dieses leicht zu erkennende Tier immer an der gleichen Stelle und zur selben Zeit am Riff und ließ sich den ganzen frühen Vormittag über ausgiebig putzen.

Die Putzerlippfische müssen bei der Größe der Muräne richtig satt geworden sein.

Nur zwei Tage war dieser Todeskandidat am Riff. Ob sie Artgenossen zum Opfer gefallen ist? Oder schlichtweg verhungert?

Noch spannender ist die Frage, wie sich ein so großes und kräftiges Tier den Unterkiefer brechen? Eigentlich nur beim Kampf mit einem Artgenossen, einer Riesenmarkrele oder einem Hai, In eine drehende Schiffsschraube wird sie ja wohl nicht gebissen haben.

Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus

Diese Muräne hatte auf jeder Seite zwei tiefe, klaffende Fleischwunden. Vermutlich ist sie beim Kampf um Beute einer großen Makrele zwischen die Zähne geraten. Ein Hai hätte sie durchgebissen. Mit den auffälligen Wunden wurde sie noch 3 Tage gesehen, dann war auch sie weg.

Größe: über 2 m, Tiefe: 1 m

Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1995

Marmormuräne Gymnothorax undulatus (Lacèpède, 1803)

E: Undulated moray, F: Murène ondulée, J: Nami - utsubo, D: Maajehi ven

Malediven-Marmormuraene-Gymnothorax-undulatus

Größe: ca. 1,50 m, Tiefe: 2 m;                         Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1994

Zwar ließ sich dieses ausgewachsene Prachtexemplar von einem und einen halben Meter die Linse genau vor die Nase halten aber sie gelten doch als aggressive Jäger. Sie scheinen eine Vorliebe für Oktopusse zu haben. Sie sind seltener als die Riesenmuräne und sind auf dieser Aufnahme nur an den blauen Augen von diesen zu unterscheiden.

Das vordere Körperdrittel ist bei den erwachsenen Tieren fast einfarbig grau. Der Rest des Körpers sieht wirklich wie schön gemaserter Marmor aus. Sie sind sehr variabel in der Färbung. Sie können hell- oder dunkelbraun, grau wie oben, gelb oder sogar weiß sein. 1 - 50 m Tiefe.

Vorkommen: Gesamter Indopazifik.

Leoparden- oder Weißkopfmuräne Gymnothorax undulatus (Lacèpède, 1803)

E: Leopard moray, F: Murène léopard, J: Nami-utsubo, D: Ven

Malediven-Gymnothorax-undulatus

Größe: 50 cm, Tiefe: 10 cm             Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1981

Als die Lagune an der westlichen Spitze von Kuramathi manchmal genauso viel Fisch wie Wasser enthielt und sich selten Leute durch den unberührten Urwald hier her begaben, fand sich diese seltene Muräne direkt am Ufer. Sie suchte die auf der Flucht vor jungen Raubfischen an Land gesprungenen Jungfische und fraß sie in aller Ruhe am Ufer auf. Damals, 1981, hörte die Bebauung kurz hinter dem alten Restaurant auf und man brauchte nicht einmal ins Wasser zu gehen um solche heute so seltenen Tiere zu sehen.

Die schön gezeichnete Leopardenmuräne (auch Weißkopf-, Marmor- oder Königsmuräne) lebt an flachen Riffteilen zwischen abgestorbenen Korallen oder, in anderen Gegenden, auf felsigem Untergrund. An den Riffen gehen sie nicht tiefer als auf 30 m. Junge Tiere gehen auch in Gezeitentümpel und schlängeln sich schon mal über das Trockene zurück ins Wasser. Sie wird 120 cm lang. Sie sind ganz schön bissig. Gierig schnappen sie nach allem, was kleinen Fischen auch nur irgendwie ähnelt. Diese Art jagt meist nachts. Sie ist aber auch bis in den Vormittag hinein und am frühen Abend unterwegs um ihren riesigen Nahrungsbedarf zu decken. Diese hier war jedenfalls am helllichten Morgen unterwegs und lebte unter den Kalkplatten südlich der flachen Lagune. Es handelt sich hier um ein junges Exemplar. Diese Art schwamm mir nie mehr vor die Linse.

Vorkommen: Ostafrika, Rotes Meer, Mauritius, den Malediven, gesamt Südostasien, Australien. Zentraler Pazifik.

Weiße Bandmuräne Pseudechidna brummeri (Bleeker, 1859)

E: White-ribbon eel, F: Murène, J: Moyou-take-utsubo, D: Ven

MaledivenWeisse Bandmuraene

Größe: 1 m, Tiefe: 0,5 m                 Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1990

Selten hat man das Glück, diese lange aber dünne Weiße Bandmuräne zu sehen. Sie scheint ausgewachsen zu sein, denn ihre Länge ist in der Literatur mit 1,03 m angegeben. Mit dem Kopf unter Wasser und auf dem Bild sieht sie größer aus. Bei genauem hinsehen ist ein leuchtendes weißes Band auf dem Rücken zu erkennen.

Sie ist tagaktiv und bevorzugt Sand und Korallenschotter wie es ihn zwischen den vier Inseln bei Dhigufinolhu zur Genüge gab. Diese Art ist an das Riff gebunden.

Vorkommen: Arabisches Meer, westlicher Indischer Ozean bis Samoa.

Muränen , Seite 27

Schlangenaale, Seite 28

Malediven-Gymnothorax-undulatus

Größe: 50 cm, Tiefe: 1 cm                   Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1988

Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus
Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus
Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus
Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus

Größe: über 2 m, Tiefe: 1 m         Meeduffushi, Südnilandu - Atoll, 1999

Größe: über 2 m, Tiefe: 1 m;                            Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1995

Größe: 1,60 m, Tiefe: 1 m;                          Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Größe: ca. 2 m, Tiefe: 2 m;       Dhigufinolhu, Süd - Male- Atoll, 1990

"Charakterköpfe" von ausgewachsenen Riesenmuränen zeigen die ersten 3 Bilder.

Nachts schwamm diese Muräne zielstrebig durch das Lampenlicht ohne auch nur Notiz von dem Schnorchler zu nehmen.

Diese hier schwamm kurz nach Sonnenaufgang im flachen Wasser neben dem Bootssteg auf Embudu zu ihrer Putzerstation.

Dort verschwand sie in einer Spalte und kurz danach schaute der Kopf wieder heraus und die Putzer schwammen ihr im Maul herum.

Auf Putzerstation

Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus
Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus
Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus

Verletzte Riesenmuränen

Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus
Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus

Größe: über 2 m, Tiefe: 1 m;      Meeduffushi, Südnilandu - Atoll, 1999

Größe: >2 m, Tiefe: 2 m;                   Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1988

Größe: um 2 m, Tiefe: 2 m;         Dhigufinolhu, Süd - Male- Atoll, 1991

Größe: um 2 m, Tiefe: 2 m;            Dhigufinolhu, Süd - Male- Atoll, 1991

Größe: 2 m, Tiefe: 1 m;                                  Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1993

Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus

Die Bilder hier sind alle auf dem Riffdach aufgenommen. Hier lassen sich die Muränen von Putzerlippfischen oder Zweifarben-Putzerlippfischen und von bedienen.

Bei Muränen, die tiefer ihren Unterschlupf suchen, übernehmen Putzergarnelen diese wichtige Aufgabe.

Größe: 2 m, Tiefe: 1 m;                                 Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1995

Auf Jagd
Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus
Malediven-Riesenmuraene-Gymnothorax-javanicus

Größe: 1,70 m, Tiefe: 4 m;                             Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1994