Malediven - der Zentralfriedhof des Indischen Ozeans?

Maafushi: 2001

Embudu 2011, Seite 22

Knochenfische, Seite 24

Maafushi 2001:

Wie sollen hier Korallen wachsen? Korallen gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr. Wenn ihr Rechner hier langsam läuft: Die Bilder oben sind höher aufgelöst.

Gerne wäre man ins Wasser gestiegen um sich das mal von unten anzuschauen. Es fand sich aber keine Stelle wo man nicht durch Müll und Dreck musste, um ins Wasser zu kommen.

Malediven-Maafushi-Ufer2
Malediven-Maafushi-Ufer1
Malediven-Maafushi-Ufer

Stellvertretend für viele Einheimischeninseln sei hier über einen zweistündigen Besuch auf Maafushi berichtet. Es ist die Gefängnisinsel der Malediven. In der Inselmitte Betonmauern mit Stacheldraht, eher ein kleiner Komplex.

Hier sperrt der nicht gerade demokratisch, aber reich zu nennende Präsident Gayomoon neben den Verbrechern seine politischen Gegner weg. Wenn man deren Leichen findet, rieselt ihnen schon mal Korallensand aus Mund und Ohren oder sie treiben im Hafenbecken von Male daher. Gayomoon ist seit 29 Jahren zur Bereicherung an der Macht und damit der dienstälteste Staatslenker Asiens.

Ja, wie der Tagesspiegel aus Berlin in seltener Offenheit am 30. März 2008 schreibt:

"Inseln der Finsternis.

Weißer Sand, Palmen, türkisfarbenes Meer -

für Urlauber ist es das Paradies.

Polizeiwillkür, ein Diktator, seltsame Todesfälle -

für die Bewohner ist es die Hölle."

Die selbe Frau beim Abwaschen. Die Flut hat den Müll noch nicht abgeräumt, an Dreck ist man gewohnt. Der Strand wird auf diesen Insel als Toilette genutzt, rechts die Frauen, links die Männer. Als Spülung fungiert ja die Flut. Tote Ratten werden hier auch hingeworfen. Die Raben oder die Muränen räumen die schon ab.

Korallen?

Gibt es hier schon lange nicht mehr!

Schöne Aufnahme, nicht wahr?

Aber schauen sie mal genauer hin oder auf die Bilder unten.

Malediven-Schrift

Was da steht, weiß man als Europäer nicht so genau. Die Schrift ist ja etwas gewöhnungsbedürftig. Jedenfalls hängt das Schild richtig herum.

Bis jetzt ist ja über die Insel nur negativ berichtet worden, wenn auch die Fakten stimmen. Fehlen nur noch große, blutrote Letter auf der Titelseite, noch eine reißerische Überschrift, eine kleine Verleumdung und fertig ist ein Revolverblatt aus dem bildhaften Verlag.

Aber als unbedarfter Tourist kann man das hier alles auch anders und schöner sehen.

Malediven-Maafushi-Palmen1
Malediven-Maafushi-Palmen
Malediven-Maafushi-Laden
Malediven-Maafushi-Weg
Malediven-Maafushi-Weg
Malediven-Maafushi-Strand
Malediven-Maafushi-Mall
Malediven-Frauen
Malediven-Kind
Malediven-Boot-Maafushi
Malediven-Fischer-Maafushi
Malediven-Korallensterben
Malediven-Koeel

Na bitte, es geht auch schöner. Das sind die gleichen Bilder wie oben. Nur der Dreck am Strand ist weggelassen.

Haben Sie sich nicht schon immer gewundert, welcher Vogel da im Morgengrauen auf ihrer Urlaubsinsel so laut lacht? Hier ist das Männchen mit seinen roten Augen zu sehen. Das Weibchen ist grau und hat weiße Querstreifen.

Wo war der Vogel nicht schon überall zu hören, auf jeder Insel, in Indien, in Bangladesh verfolgte einem das Lachen und Pfeifen. Nie war er zu sehen. Hier auf Maafushi zwischen den Hütten, gelang endlich ein erstes Bild.

Es ist wie in Deutschland: Einen Kuckuck sieht man nicht. Es der Asiatische Köel, ein Kuckucksvogel.

Ordnung: Cuculiformes

Familie:  Cuculidae

Gattung: Eudynamys

Art:    
E. scolopacea

Asiatischer Köel

Touristen sollen tatsächlich Schneckengehäuse kaufen. Da liegen schöne Cauris rum.

Was aber verblüfft: Auch Venusschnecken wurden angeboten obwohl es die auf den Malediven gar nicht gibt.

Bunte Tücher, Batikarbeiten und allerlei Tand aus Indien zu abenteuerlichen Preisen sollen die ja so reichen Touries zum Kauf verleiten.

Die Mall.

Ohne Kommentar: Die hohe Geburtenrate der Malediven.

Handbuch der Malediven

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