Iran


Bam


Bam

Wenn man sich schon im Südosten des großen Landes befand, durfte ein Besuch in der verlassenen Stadt Bam in der Provinz Kerman nicht fehlen. In einer Oase auf 1.000m Höhe liegt Bam, links, östlich der Straße. 2003 hatte es 50.000 Einwohner bevor es am 26. Dezember ebenso wie die historische Ruinenstadt stark zerstört wurde.

Fährt man in Tehran los, ist man (ohne Umwege) nach 1.182 km in Bam, tief im Südosten des Landes auf einer Hochebene. Steppen und Stein- und Sandwüsten umgeben die kleine Stadt.

Obwohl Bam auf dem 29. Breitengrad liegt, also auf der Höhe Floridas, ist es hier oben im März noch ziemlich kalt in der Nacht. Alle Bilder (Dias auf Agfa CT 100) dieser Seite stammen von März 1978 als man im Land noch unbeschwert Leben und Reisen (mit rudimentären Sprachkenntnissen) konnte und die verdammten Religionen noch keine dominierenden Rollen spielten.

Die Zitadelle Arg-e-Bam und die alte Stadt zu ihren Füßen wurden schon immer aus dem einzigen Baumaterial, das das Land hier her gibt, errichtet: aus Lehm, vermischt mit Stroh. Gegründet in sassanidischer Zeit im 3. -5. Jh. n. Chr. stammen die Bauten jedoch aus safawidischer Zeit aus dem 16. oder 17 Jh.

Hier werden die besten Datteln Irans angebaut, die Schwarzen Datteln und Zitrusfrüchte. Das lebenspendende Wasser wird, wie überall in diesen Teilen Asiens und des Magrebs, in unterirdischen Kanälen herangeführt. Schon vor 2.000 Jahren v. Chr. wurde diese Technik entwickelt (Qanate, Karez in Afghanistan).

Das kleine Bild zeigt nicht etwa die Tote Stadt sondern eine Straße in Bam. Nichts war zu hören, keine Menschen zu sehen, kein Vogel flog verrüber. Dieses Dorf damals war genau so tot wie die Tote Stadt einen oder zwei Kilometer gegenüber.

Gespenstisch und fast unheimlich fühlt es sich hier an wenn der Wind um die Ecken pfeift. Keine Anzeichen von Leben gibt es in der Toten Stadt, kein Grashalmen, keine Ratten wie in der Ruinen von Persepolis, Menschen schon gar nicht.

Weihnachten 2003 gab es wieder einmal ein schweres Erdbeben und die Lehmbauten stürzten zusammen. Wie oft im Laufe der Zeit mag das schon passiert sein? Persien liegt in einer tektonisch sehr unruhigen Zone. Aber mit und ohne Erdbeben: Lehmbauten brauchen ihre Pflege. Wasser, Stroh, Lehm und Arbeitskraft und schon ist die Touristenatraktion wieder aufgebaut - falls die radikalen Kleriker es wollen. Wer derzeit hier hinreist, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen...


Persepolis

Yazd

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Die Zitadelle Arg-e-Bam

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Der Palast, gleichzeitig Festung, überragt die schon lange verlassene Wohnstadt. Am Rande der historischen Stätten liegen die Wohnhäuser der kleinen Wüstenstadt Bam.

Natürlich sind die Häuser und Gärten von hohen und dicken Lehmmauern umgeben.

Die Landschaft am Rande der Dasht-e-Luz, der Wüste des Lichts, lässt erahnen, wie hart hier das Leben ist. Im März ist es in der Nacht noch empfindlich kalt, aber die Dattelpalmen halten das aus.

Am Tage kommt man schon ganz schön ins Schwitzen, hier, in der Höhe, aber am 29. Breitengrad.

Iran-Bam
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