Indien

Khajuraho


Vanaris

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Indien-Khajuraho

Vor mehr als 1000 Jahren muss es den Leuten im heißen und regenreichen Klima im Gangestal am Fuße des Himalayas gut gegangen sein. Nicht nur das Land war fruchtbar. Die Dinge für das Leben waren leicht zu beschaffen und es blieb Zeit, eine Tempelanlage zu errichten.

Das Kamasutra war zu dieser Zeit als die Tempel entstanden weit verbreitet und beachtet. Es wurde als erotisch-sexuelle Anleitung mit ethischem Anspruch verstanden.

Es entstand vermutlich zwischen 200 und 300 n. Chr. und wurde erst 1884 aus dem Sanskrit ins Englische übersetzt. Erst hier bekam es ein nicht gerecht-fertigtes Schmuddelimage.

Das Kamasutra sanktioniert Abweichungen vom Normal-verhalten beim Geschlechts-verkehr, stellt aber homosexuelles Sexualverhalten klar unter heterosexuelle Praktiken.

Zur Rechtfertigung der drastischen Darstellung in den Friesen muss natürlich eine Erklärung her.

Die eine, verschämt-wissen-schaftliche, besagt, es seinen ja nicht nur die zärtlichen Umarm-ungen von Männern und Frauen dargestellt, sondern auch die Hauptgottheiten des Hindu-patheons.

Die Darstellung der Liebespaare und die Schönheit des weiblichen Körpers bekommen die Bedeu-tung als irdische Körper der Gottheiten im Glanz der sinnlich wahrnehmbaren Schönheit...usw.

Die andere, viel schönere und einprägsame Darstellung spricht von einer lokalen Gottheit, von denen es Hunderte, wenn nicht Tausende in Indien gibt.

Hier im Tal des Ganges gibt es im schwül-feuchten Klima viele Gewitter. Man hatte Angst vor dem Donner. Und so gab es eine Göttin des Donners, eine Jung-frau. Sie sollte sich schamesrot von den erotischen Darstellung abwenden und amderswo Schaden anrichten.

Herrlich, nicht wahr? Erotik als Blitzableiter!

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Die Liebestempel von Khajuraho

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Kein Reisender würde je den beschwerlichen Weg nach Khajuraho auf sich nehmen währen da nicht die mehr als 1000 Jahre alten Tempel mit den deftigen erotischen Darstellungen.

Khajuraho ist in den 60er Jahren ein kleines Dorf mit 2.200 Einwohnern gewesen und hat heute ca. 20.000 Einwohner. Es liegt 620 km östlich von Delhi am Ganges im Norden des Bundesstaates Madhya Pradesch. Es ist immer noch nicht empfehlenswert hier her über Straße anreisen zu wollen. Nach unseren Verhältnissen sind die Leute bettelarm.

Die Blütezeit dieser Gegend liegt lange zurück. Unter der Chandela-Dynastie im 9. bis zum 13 Jahrhundert war es ein wichtiges religiöses Zentrum. Von 950 bis 1120 wurde an den Tempelanlagen gebaut. In den 3 Anlagen sind noch 30 Tempel erhalten. Sie sind einzigartig in Indien, wenn nicht gar in der ganzen Welt.

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Früher hätte hier gestanden: Für Jugendliche ab soundsoviel Jahren nicht geeignet.

Heute ruft das nur ein müdes Lächeln hervor: "Die bewegen sich ja nicht...."

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Ach ja, es gibt auch "anständige" Darstellungen.

Reisender!

Um als Sachverständiger sofort erkannt zu werden, ist ein monströser Feld-stecher und ein Teleob-jektiv nicht unter 200 mm Brennweite erforderlich.

Die erotischen Darstel-lungen sind hoch über der Erde angebracht und recht klein.

Ein Glück das die idiotischen Bilderstürmer des Islam nicht bis hier her vorgedrungen sind. Die hätten, nach dem sie alles goutiert hatten, in ihrer Verklemmtheit die Tempel kurz und klein geschlagen.

Khajuraho lag und liegt zu sehr abseits aller wichtigen Straßenverbindungen - was für ein Glück für dieses Weltkulturerbe.

Die prüden Briten mit ihrer puritanisch-viktorianischen Weltanschauung waren entsetzt als ein Engländer 1840 die Tempelanlagen dem alles überwuchenden Dschungel entriss.