Vögel in Costa Rica


Seite 35

Ordnung Spechtvögel - Piciformes

Familie Tukane - Ramphastidae

Familie Spechte - Picidae

Familie Amerikanische Bartvögel -
Capitonidae

Viele Bilder dieser Seite wurden auf der Grand Lagarto Lodge im Norden Costa Ricas nahe der nicaragüensischen Grenze gemacht. Auf der ehemaligen Pfefferfarm fand hier 1996 die Entführung einer Schweizerin und einer Deutschen statt. Der damalige Besitzer kaufte billig Land und fing an, den Urwald zu roden und Pfeffer anzubauen. Aber der Pfeffepreis sank unaufhörlich und so ist ein richtiger Primärurwald erhalten geblieben, einer der wenigen im ganzen Land. Da passt es ja, dass früher bei uns die Familie Ramphastidae Pfefferfresser genannt wurde....

Bananen lockten die Vögel kurz vor Sonnenaufgang bei noch difusem Licht an. Sie kamen aus dem Urwald und von den hohen Bäumen um die Lodge. Aufmerksam beäugten sie das Versteck in 5 m Entfernung. Mit dem 500ter Tele ließen sich die Bilder hier schießen. Am zweiten Morgen auf der Lodge gab es dann keine Bananen - und keine Vögel in einmalig günstiger Position.

Familie Tukane - Ramphastidae

Engl.: Emerald Toucanet; Span.: Tucancillo Verde

Laucharassari-Aulacorhynchus-prasinus

Laucharassari - Aulacorhynchus prasinus Gould, 1834

Laucharassari-Aulacorhynchus-prasinus

Chestnut-mandibled Toucan - Tucan de Swainson

Swainson-Tukan-Ramphastos-swainsonii

Swainson-Tukan - Ramphastos swainsonii Gould, 1833

Swainson-Tukan-Ramphastos-swainsonii

Der Braunrückentukan (Swainson-Tukan) ist mit 56 cm und 750 gr (Weibchen: 52cm und 580gr) der Größte der drei Tukane auf dieser Seite. Hier im Land besteht in den Lowlands südlich des Nicaraguasees und an den Berghängen auf der Karibikseite bis ungefähr 1200m Höhe die größte Chance diesen exotischen Vogel zu sehen. Intakter Wald mit vielen fruchtragenden Bäumen sollte in der Nähe sein. So ein Pfefferfresser räumt schon mal die Eier aus den Nestern kleiner Vögel ab, frisst kleine Schlangen und Echsen, was gar nicht so einfach sein muss: Der Schnabel hat keine Zähne.

Das 2. Bild wurde in den Bergen zwischen Parrita und Quepos 2005 aufgenommen. Der Vogel war in einen alten und offenen Hühnerstall reingeflogen und hat dort neugierig alles Gerümpel untersucht.

Vorkommen: Honduras bis Kolumbien.

Engl.: Collared Aracari; Span.: Arasarí Acollarado

Halsbandarassari-Pteroglossus-torquatus

Halsbandarassari - Pteroglossus torquatus (Gmelin, 1733)

Am frechsten waren die Halsbandarassaris. Sie kamen zu Zweit oder zu Dritt, verdrängten die Tangare und selbst den großen Braunrückentukan.

Die Vögel mit dem großen Schnabel leben sowohl von Früchten als auch von Insekten, ja sogar von kleinen Reptilien in und an den Rändern der noch existierenden Urwäldern.

Die Arassaris haben enge soziale Bindungen. Sie mögen es nicht, alleine zu sein und leben in kleinen Gruppen von 6 bis 15 Induvidien zusammen.

Das geht soweit, dass die ganze Gruppe die Jungvögel umsorgt und gemeinsam füttert. Sie erreichen 40 cm und 230 gr.

Verbreitung: Vom Süden Mexikos bis Ecuador.

Engl.: Keel-billed Toucan; Span.: Tucán Piquiverde

Fischertukan-Ramphastos-sulfuratus

Fischertukan - Ramphastos sulfuratus Lesson, 1830

Fischertukan-Ramphastos-sulfuratus

Warum nur ist der Schnabel des Regenbogentukans (auch Fischertukan) so bunt, dass man ihm diesen Namen verpassen musste? 47 cm und 500gr (Weibchen kleiner) sind seine Maße. Gesellig in kleinen Schwärmen mit 6 Vögeln leben sie in den oberen Regionen der Primär- und Sekundärurwälder von Früchten und kleinem Getier. Wenn sie die Beute schlucken, recken sie den langen Schnabel steil nach oben.

Wie alle Tukane stoßen sie ziemlich laute Schreie aus. Die hier hörten sich metallisch hart an. Sie erinnerten an das Geräudch einer alten Standuhr, die man gerade aufzieht.

Vorkommen: Südliches Mexiko bis Kolumbien. In Costa Rica an der gesammten Atlantikküste im Norden des Landes bis auf 1400 m und auf der Halbinsel Nicoya. Sie lieben die feuchten Regenwälder im Flachland.

Familie Spechte - Picidae

Schläfenfleckenspecht - Melanerpes pucherani (Malherbe, 1849)

Schlaefenfleckenspecht-Melanerpes-pucherani

Schläfenfleckenspecht - Melanerpes pucherani (Malherbe, 1849)

Schlaefenfleckenspecht-Melanerpes-pucherani

Dieser bis 68 gr schwere und 18,5cm große Schäfenfleckspecht sucht sich in offenen Regenwädern an Bäumen, Ästen, Lianen und in Ephiphyten Insekten.

In totem Holz sucht er nach Termiten, Raupen und Käfern. Er fängt auch fliegende Insekten in der Luft, such sich Nektar in Blüten, frißt sogar Obst und Beeren.

Häufig ist er auf der karibischen Seite unterhalb von 700m und im Norden des Landes bis 900m zu finden.

Der Schnabel ist an der Basis breit. Er ist leicht nach unten gebogen. Die Gelechter lassen sich bei dieser Art leicht unterscheiden (Geschlechtsdimorphismus). Weibchen sind kleiner und die Färbung ist anders. Die 4 Bilder zeigen nur Männchen.

Sein Vorkommen ist zwischen dem Südosten Mexikos bis zum Westen Equadors nachgewiesen.

Familie Amerikanische Bartvögel - Capitonidae

Andenbartvogel - Eubucco bourcierii (Lafresnaye, 1845)

Andenbartvogel-Eubucco-bourcierii

Andenbartvogel - Eubucco-bourcierii (Lafresnaye, 1845)

Logisch, der grimmig schauende Vogel da oben ist ein Männchen, ein Anden- oder Rotkopfbartvogel. In der Ordnung der Spechte (Piciformes) und der Unterordnung Spechtartige (Picoidea), der Familie der Bartvögel (Capitonidae) ist die Gattung der Zwergbuntbärtigen (Eubucco) mit 4 Arten vertreten.

In Costa Rica ist der kleine Vogel (ca. 34 gr und eine Körperlänge von 15 cm) in den Bergen in der Mitte des Landes zu finden. Ihn soll es inganz Mittel- und Südamerika geben,

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern (Sexuamdimorphismus) ist groß. Das Weibchen hat einen gelben Kopf mit schwarz eingefassten Augen und Schnabel und weiße Flächen unter den Augen.

...und die Landschaft dazu

Costa-Rica-Bartvogel

Landschaft bei Cariblanco an der Straße von Vera Blanca nach San Miguel, kurz hinter dem Wasserfall, ca. 800m hoch, östlich vom Vulkan Poas.

Hier entstanden die Aufnahmen vom Laucharassari und vom Rotkopf- oder Andenbartvogel.

Costa-Rica-Lowland

Einige Kilometer weiter nach Norden schaut man weit über die Lowlands. In 50 bis 60 km Luftlinie ist das Land zu Ende und man ist in Nicaragua. Nicht weit weg von der Grenze liegt die Gand Lagarto Lodge.

Hier entstanden die anderen Aufnahmen. Das traurige ist, das hier war mal richtiger, undurchdringlicher Primärurwald.

Eisvögel

Sperlingsvögel

Laucharassari - Aulacorhynchus prasinus Gould, 1834

Laucharassari werden auch Blaukehl-Grünarassari genannt. Es sind die kleinsten Tukane mit nur 35 cm Körperlänge und 160 Gramm Gewicht.

Die Aufnahmen sind am 22.02.07 östlich vom Poas in ungefähr 800 m Höhe in einem bewaldeten Tal gemacht.

Der überwiegend grünlich gefiederte Vogel mit seinem langen gelb-schwarzen Schnabel ist leicht zu identifizieren. Die Färbung unterscheidet sich je nach Gegend gewaltig. Vor allem kann der Kehlfleck, der hier bläulich ist, auch weiß oder violett sein

Äußerlich sind Geschlechtsunterschiede kaum zu erkennen. Laucharassaris mögen feuchte Wälder in Höhen zwischen 1600 und 300 Meter.

Zum Brüten nutzen sie Baumhöhlen, gerne auch verlassene Höhlen von Spechten wenn der Eingang nur groß genug für einen erwachsenen Vogel ist.

Das Gelege besteht aus 3 oder 4 Eier die von beiden Laucharassaris 15 Tage lang bebrütet. Die geschlüpften Vögel sind vollkommen nackt. Sie werden hauptsächlich mit Beeren und Insekten gefüttert. Sie entwickeln sich langsam. So dauert es 25 Tage bis sich die Augen öffnen. Erst nach 6 Wochen sind sie flügge.

Laucharassaris sind zwischen Mexico und Bolivien in den Höhenlagen zu finden.

Laucharassari-Aulacorhynchus-prasinus
Laucharassari-Aulacorhynchus-prasinus
Laucharassari-Aulacorhynchus-prasinus
Laucharassari-Aulacorhynchus-prasinus

Swainson-Tukan (Braunrückentukan) - Ramphastos swainsonii Gould, 1833

Fischertukan - Ramphastos sulfuratus Lesson, 1830

Swainson-Tukan-Ramphastos-swainsonii
Swainson-Tukan-Ramphastos-swainsonii
Fischertukan-Ramphastos-sulfuratus
Fischertukan-Ramphastos-sulfuratus
Fischertukan-Ramphastos-sulfuratus

Auf den letzten drei Bildern sitzt der Regenbogentukan auf der gleichen Stelle und zeigt seine Schönheit von allen Seiten. Ob er sich dessen bewusst ist?

Halsbandarassari - Pteroglossus torquatus (Gmelin, 1788)

Halsbandarassari-Pteroglossus-torquatus
Halsbandarassari-Pteroglossus-torquatus
Halsbandarassari-Pteroglossus-torquatus

Ahmt der auffällige rote Schwanzfleck eine Hibiskusblütte nach und dient der Tarnung in einem Busch?

Engl.:Black-cheeked Woodpecker; Span.: Carpintero Centroamericano

Schlaefenfleckenspecht-Melanerpes-pucherani
Schlaefenfleckenspecht-Melanerpes-pucherani

Dieser Schäfenfleckspecht interessieret sich an dem Strommast vorallem für die von Steigeisen verursachten Löcher.

Bestimmt fand er da allerlei Insekten,

Engl.: Red-headed Barbet; Span.: Cabezón Cabecirrojo

Andenbartvogel-Eubucco-bourcierii
Andenbartvogel-Eubucco-bourcierii
Feuerschnabelarassari-Pteroglossus-frantzii

Feuerschnabelarassari - Pteroglossus frantzii (Cabanis, 1861

Engl.: Firy-billed Aracari; Span.: Arasarí

Feuerschnabelarassari - Pteroglossus frantzii auf einem Bild von Herbert Gesisler. Er hat mir den Standort verraten...

Der Feuerschabelarassari ähnelt auffallend den oben gezeigten Halsbandarrassari. Nur kommt der im Norden, auf Nicoja und an der nördlichen Atlantikküste vor, wärend der hier die südlich Pazifiküste einschliesslich der Halbinsel Osa bevölkert. Sonst gibt es ihn nur noch im Westen Panamas. Trotz des geringen Ausbreitungsgebiet von ca. 20.000 qkm soll diese Art nicht gefährdet sein.

Die Vögel werden bei 250 gr. Gewicht bis zu 40 cm groß. Sie leben in Gruppen von 10 gesellig zusammen und gehören zu den wenigen Tucanen die man im Freiland zusehnen bekommt. Sie gehören ja zur Ordnung der Spechtvögle und lieben wie diese Baumhöhlen zum nisten.

Familie Faulvögel - Bucconidae

Elsterfaulvogel - Notharchus tectus subtectus (Boddaert, 1783)

Elsternfaulvogel-Notharchus-tectus

Engl.: Pied Puffbird; Span.: Buco Pio

Elsterfaulvogel mit dicker Made

Klar, man sieht dem gedrungenen Vogel mit dem dicken und kräftigen Schnabel die Zugehörigkeit zu der Ordnung der Spechtvögel fast an. Aber hat man schon mal von einer Familie der Faulvögel gehört? Und das es 33 Arten von ihnen gibt? Sie leben alle in Mittel- und Südamerika.

Der hier gezeigte Vogel scheint die Unterart Elsterfaulvogel Notharchus tectus subtectus zu sein. Sie lebt im Südwesten Costa Ricas und hier, bei Hermosa, südlich von Jacó, entstand auch die Aufnahme, die Herbert Geisler zur Verfügung stellt.

Während bei Avibase der deutsche Name Elsterfaulvogel benutzt wir, heißt er bei Wikipedia Bänder-Faulvogel.