Ökosystem Mangroven in Costa Rica

Pflanzen in Costa Rica 21
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Ökosystem Mangroven

Ökosystem Mangroven in Costa Rica

Ordnung Malpighienartige - Malpighiales

Costa-Rica-Wasserpflanzen
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle

In ihrem Verbreitungsgebiet an den tropischen Küsten Amerikas und Westafrikas ist die Rote Mangrove die am häufigsten anzutreffende Art.

Sie sind durch ihre bogenförmigen, nach unten wachsenden Luft- oder Stelzwurzeln auch am leichtesten zu erkennen. Hier im Land wächst sie zu 5-8 Meter hohen, relativ geraden Stämmen heran. An günstigen Standorten werden die Bäume auch bis zu 30 Meter hoch und erreichen einen Stammdurchmesser von 90 cm.

Die Stelzwurzel verbessern einerseits die Standfestigkeit des Baumes und sind andererseits wichtig für die Sauerstoffversorgung. Den gibt es in den hochverdichteten, schlammigen Böden nicht. Das Brackwasser bringt ununterbrochen feine Sedimente heran, die jede Sauerstoffspeicherung im Boden unterbinden.

Die immergrünen Blätter sind max. 13 cm lang und 6 cm breit. Sie sind elliptisch und laufen oben in einer stumpfen Spitze aus. Der ca. 3 cm lange Blattstiel trifft auf ein unten verschmälertes Blatt.

Es ist oben glänzend dunkelgrün und unten matt gelblich-grün gefärbt. Die Blattränder sind ganz leicht nach unten gebogen. Läuft da der Regen besser ab?

An den Triebenden stehen die Blätter büschelweise. An der Spitze stehen die Keimlinge (s. o.).

Familie Flügelsamengewächs - Combretaceae

Ananas- oder Tea Mangrove - Pelliciera rhizophorae

Ananas-Mangrove-Pelliciera-rhizophorae

Links neben dem roten Rechteck ist die zwiebelähnliche Frucht schwach zu sehen. Sie ist neben an dargestellt.

Die Freunde vom Fluss erklärten den Namen "Pinapple Mangrove" so: Nimmt man einen Zweig mit Blättern in die Hand und streicht diese nach vorne, sieht das entstehende Bündel aus wie die Blätter der Ananas.

Der Name Tea Mangrove kommt von den Tanninen (Gerbstoffe) in den Blättern wie sie auch im Tee enthalten sind-

Schwarze Mangrove - Avicennia germinans

Familie Akanthusgewächse - Acanthaceae

Die Schwarze Mangrove hat das gleiche Verbreitungsgebiet wie die oben beschriebene Weiße Mangrove.

Schwarze Mangroven wachsen zu großen Bäumen heran. Sie erreichen mühelos eine Höhe von 25 Metern. Sie haben dann aber nur einen Stammdurchmesser von 40 cm.

Das beste Merkmal, sie zu erkennen, sind die fingerdicken Atemwurzeln, die in gleichmäßigen Abständen unter dem Kronenbereich wachsen und die den Wurzeln im Schlick bei der Sauerstoffversorgung des Baumes helfen.

Da die Bäume keine Stützwurzeln wie die Roten Mangroven ausbilden, wurzeln sie flach weit unter dem Kronenbreich hinaus. Dadurch haben sie auch Platz für viele der dünnen Atemwurzeln, die 30 cm aus dem Boden ragen.

Ein junger Baum mit 2-3 Meter Höhe kann schon mal 10.000 dieser Pneumatophoren entwickeln.

Die Baumkronen der Schwarzen Mangroven an der gleichen Stelle wie auf dem Eingangsbild

Wasserpflanzen Seite 20

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Pflanzen in Costa Rica

Mangroven-in-Costa-Rica

Mangroven am Rio Tárcoles: Die Buschformen am Rande sind Rote Mangroven und die hohen Bäume im Hintergrund sind Schwarze Mangroven

Einteilung

Es gibt etwa 8 Arten von Westmangroven an den tropischen Küsten des amerikanischen Doppelkontinents und der Westküste Afrikas.

Ca. 50 - 60 Arten Ostmangroven verteilen sich auf den Osten Afrikas, Asiens und Australien.

Desweiteren werden die Baum- oder Straucharten ökologisch noch nach den Standorten unterschieden:

Flussmündungsmangroven:

Sie benötigen salziges Meerwasser, sowie auch süßes Flusswasser. Sie wachsen also hinter der Küstenlinie entlang sedimentreicher Ströme und in den ausgedehnten Deltas der Flüsse.

Küstenmangroven:

Sie wachsen an brandungsgeschützten Buchten, Lagunen oder hinter vorgelagerten Korallenriffen an allen tropischen Küsten. Der Wellenschlag darf hier nicht zu stark sein.

Riffmangroven:

Diese Mangroven siedeln sich å neu entstehenden Korallenriffen an. Da so etwas in den versauerten Meeren kaum nochågeschieht, ist ihre Bedeutung entsprechend gering.

Alle hier besprochenen Mangroven sind Flussmündungsmangroven, meistens vom Rio Tárcoles, Costa Rica

Einordnung

Es gibt keine Ordnung oder Familie der Mangroven. Die Bäume oder Sträucher gehören unterschiedlichen Ordnungen und Familien an, was die Bestimmung nicht gerade vereinfacht.

Unter dem Ökosystem der Mangroven sind die salztoleranten Bäume und Sträucher zusammengefasst, die in den Gezeitenzonen der tropischen Küsten wachsen. Das Wasser darf eine Temperatur von 20°C nicht unterschreiten.

Die Art und Weise, wie die Pflanzen mit dem Salzgehalt klarkommen, ist sehr unterschiedlich. Einige Pflanzen reduzieren schon bei der Wasseraufnahme Salzionen. Andere scheiden über Drüsen im Blatt Salz wieder sichtbar aus oder werfen das Blatt samt gespeichertem Salz einfach ab.

Dieser Kanal mit Brackwasser verläuft parallel zur Küste. Er ist ca. 5 km lang und hat eine Öffnung zum Rio Tárcoles kurz vor der Küste. Er ist um die 7 Meter tief und eine leichte Strömung gibt es nur bei Gezeitenwechsel.

Ausgewachseme Krokodile kommen kaum hier her. Sie finden keine sonnigen Sandbänke oder freie Ufer hier wie ein paar Meter weiter an der Mündung. Aber ihre Jungen sind die ersten Jahre hier und verstecken sich zwischen den Wurzeln.

Familie Rhizophoragewächse - Rhizophoraceae, Tribus Rhizophoreae

Rote-Mangrove - Rhizophora mangle

Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle

In Costa Rica sind 5 Mangrovenarten zu finden. Klar, die Corcodile Men kennen sie alle. Nur mit den lateinischen Namen kamen wir im Januar 2014 und in den Jahren zuvor nicht zurande. Trotz Zuhilfename des Mobile auf dem Boot und trotz dicker, spanisch- und englischsprachiger Bücher waren die lokalen Namen, die sie schon immer kannten, nicht zu finden. Es hatte ja auch noch nie jemand danach gefragt.

So kannten sie eine "Pineapple Mangrove" und eine "Lady Bag Mangrove", die sie zielsicher zeigen konnten. Die Erstere entpuppte sich als Tea Mangrove Pelliciera rhizophorae. Die andere als Weiße Mangrove.

Ananas-Mangrove-Pelliciera-rhizophorae
Ananas-Mangrove-Pelliciera-rhizophorae
Ananas-Mangrove-Pelliciera-rhizophorae
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle
Ordnung Myrtenartige - Myrtales

Ordnung Lippenblütlerartige - Lamiales

Schwarze-Mangrove-Avicennia-germinans
Schwarze-Mangrove-Avicennia-germinans
Schwarze-Mangrove-Avicennia-germinans
Schwarze-Mangrove-Avicennia-germinans
Schwarze-Mangrove-Avicennia-germinans
Schwarze-Mangrove-Avicennia-germinans
Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle

Es ist gar nicht so einfach, an Blätter der Schwarzen Mangrove ranzukommen. Da muss man sich schon einen umgestürzten Baum suchen. Das sind die Blätter leider nicht mehr frisch.

Familie Flügelsamengewächs - Combretaceae

Weiße Mangrove - Laguncularia racemosa

Weisse-Mangrove-Laguncularia-racemosa
Weisse-Mangrove-Laguncularia-racemosa

Im ganzen Netz ist nichts zu finden, was mal eben eine schnelle Bestimmung der im Urlaub gesehenen Mangroven ermöglicht.

Deshalb hier der Versuch auf dieser Seite, das zu ändern.

Bei jungen Roten Mangroven ist die Borke glatt und graubraun. Später wird sie grau und rissig. Die Stelzwurzeln setzen auch noch 3 m über dem Boden an, um dem Baum Standfestigkeit und Sauerstoff zu geben.

Abgebildet ist ein halb ausgewachsener Keimling. Später ist der grüne Schaft doppelt so lang. iIrgendwann fällt er ab und bleibt mit der Spitze im Schlick wie ein Dartpfeil stecken und keimt sofort aus...

Rote-Mangrove-Rhizophora-mangle

...oder treiben auf dem Wasser weg, um sich bei der nächsten Bodenberührung festzusetzen. Wie hier auf dem Bild an einer Sandbank der Rio Tárcoles unmittelbar am Anfang des Kanals durch die Mangroven.

Das Holz der Rhizophora mangle ist schwer, hart und dauerhaft. Doch Termiten mögen es, Pilze nicht. Es ist druck-, biege- und scherfest. Der Wassergehalt ist gering.

Das Holz ist zweifarbig. Innen, der Splint, ist gelblich hell. Weiter nach außen ist rot- oder dunkelbraun.

Ananas-Mangrove-Pelliciera-rhizophorae

In den Mangrovenwäldern am Rio Tárcoles nisten die Roten Aras, hier Lapas genannt.

Hier schlafen sie auch. Kurz nach Sonnenaufgang fliegen sie über den Fluss in den nahen Nationalpark Carara oder in die Mandelbäume entlang der Küste.

Erst kurz vor Sonnenuntergang kommen sie - immer paarweise - hier mit ihrem lauten Geschnatter wieder an. Sie am Tage vom Boot aus in den Mangroven zu entdecken, ist fast unmöglich.

Bedeutung

Abholzung

Mangroven gehören neben den Regenwäldern und den Korallenriffen zu den produktivsten Ökosystemen der Erde. In den Mangrovenwäldern leben Reptilien, Vögel und Säugetiere. Hier ziehen sich die jungen Krokodile zurück, um nicht von Papa oder Mama gefressen zu werden und kommen erst mit 2 oder 3 Jahren zurück in den Fluss. Wie hier am Rio Tárcoles, Puntarenas, Costa Rica.

In den vielfältigen Habitaten zwischen den Wurzeln wachsen Fische, Krebse und Muscheln heran. Auf den Wurzeln sitzen Seepocken, Schnecken, Austern, Algen und Schwämme. Im tieferen Wasser leben viele Fisch- und Krebsarten.

Das ganze System reagiert äußerst empfindlich auf Störungen jeder Art. Außerdem gibt es keinen besseren Küstenschutz als Mangrovenwälder. Selbst Tsunamis halten sie aus - nur nicht den Menschen.

Die Menschheit ist blöd. Oder doch nur an allen Ecken und Enden korrupt? Sie holzen gnadenlos dieses für alles Leben so wichtige Biotop einfach ab. Touristen wollen an der Küste schließlich weißen Sand sehen. Und Shrimps essen.

Auf den Böden der abgeholzten Mangrovenwälder werden gerne Becken für die Zucht von Garnelen angelegt. Schlagartig geht damit der Fang der einheimichen Fischer zurück.

Nach 8 - 10 Jahren müssen die Becken sowieso wieder aufgegeben werden. Sie sind mit Chemikalien und Antibiotika total verseucht. Da wächst nie wieder was.

Hier standen mal Mangroven.

Die Frucht ist schwer und die Spitze dringt beim Herunterfallen tief in den schlammigen Boden ein wo sie unmittelbar danach auskeimt.

Ist die oben beschriebene Rote Mangrove die häufigste Art in Mittelamerika, ist die Pelliciera rhizophorae die seltenste.

Sie kommt nur vom nördlichen Ende des Golfes von Nicoya - beinahe in sichtweite hier vom Rio Tárcoles, jedenfalls von den Bergen oben - bis nach Ecuador auf der Pazifikseite vor. Isolierte Bestände soll es auch an der Atlantikseite geben.

Im deutschsprachigen Internet hat diese seltenez Teemangrove kaum einen Eintrag.

Weisse-Mangrove-Laguncularia-racemosa

Die Blätter der Weißen Mangroven sind an den Spitzen breit abgerundet wie ein Paddel

Warum die Weiße Mangrove hier am Rio Tárcoles "Lady Bag Mangrove" genannt wird, war nicht herauszubekommen.

Die Laguncularia racemosa wächst sowohl als Baum oder auch als Strauch wie auf dem ersten Bild gezeigt.

Die Blattstiele besitzen kleine Drüsen an denen sie eine weißliche Substanz absondern - wahrscheinlich Salz.

Die Frucht ist außergewöhnlich klein. Sie wird nur 12 - 20 mm lang. Sie hat nur einen Durchmesser von einem Zentimeter.

Weiße Mangroven wachsen nur an den tropischen Küsten in Westafrika und des amerikanischen Doppelkontinentes. Hier am Rio Tárcoles sind sie relativ selten zwischen den Büschen der Roten Mangroven zu entdecken.

Die Blätter der Schwarzen Mangrove scheiden über Drüsen an der Unterseite das überschüssige Salz perlenförmig aus. Der Regen wäscht es ab.

(Die Blätter hier waren ins Wasser gefallen.)

Schwarze-Mangrove-Avicennia-germinans

Schwarze Mangrove? Oder doch eher eine Rote als Baum? Darauf deuten die Luftwurzeln hin, die graue Farbe der Borke und es sind keine der bleistiftdicken Atemwurzeln zu sehen, die aus dem Boden schauen.

Die Arten:

Schwarze-Mangrove-Avicennia-germinans

Eine der vielen Krabben im Mangrovenwald. Sie ist keine 4 cm breit.

Brackwasserkanal

Anzahl