Pflanzen in Costa Rica - Seite 7

Ordnung der Ingwerartigen - Zingiberales, Fortsetzung

Familie Bananengewächse - Musacea


Familie Bananengewächse - Musacea


Wildwachsende Bananen

E: Banana, S: Plátano

Costa-Rica-Bananen

Puerto Limon

Wild wachsende Bananenstaude im Wald bei Carara. Die können schmecken!

Hand aufs Herz: Welche Bananensorte mögen Sie denn? Die "Gras Michel" oder lieber die "Cavendish" oder doch eine der anderen ca. 98 weiteren Arten? Na ja, da gibt es dann noch die Kochbananen (Gemüse- oder Mehlbananen), die gut schmeckenden Obstbananen, die nicht essbaren Faserbananen, die Zierbananen....

Oder wählen sie lieber nach den Aufklebern? Bonita, Chiquita, Del Monte, Dole? Eigentlich ist es egal. Es gibt als Dessertbanane sowieso nur die "Cavendish" zu kaufen, die einzige Plantagenbanane, die man derzeit noch mit Ach und Krach anbauen kann.

Die "Gras Michel" war vor 1960 die beliebteste Plantagenbanane. Sie war robust und daher gut geeignet für den Transport. Sie schmeckte besser als die heutige "Cavendish". Aber die "Panamakrankheit" machte den massenhaften Anbau unmöglich.

Costa-Rica-Bananen

Seit 1990 greift ein Typ der Panamakrankheit, die "Neue Panamakrankheit", auch die derzeitige Plantagenbanane an.

Und so kommt es, dass Sie im Super die gelben Früchte nur als transgenetisch hergestellte Banane der Sorte "Cavendish" zu kaufen bekommen.

Costa-Rica-Bananen

Kranke Bananen

Panamakrankheit

Um 1960 herum infizierte die Panamakrankheit weltweit alle Plantagen. Bis dahin wurde nur die "Gras Michel" im großen Stil angebaut.

Die Krankheit wird durch einen Bodenpilz (Fusarium wilt) ausgelöst. Ähnlich, wie beim Menschen Herzinfakte bei Arterienverkalkung durch Ablagerungen in den Adern entstehen, wird der Wassertransport in der Pflanze durch den Pilz unterbrochen.

Die Pflanze verwelkt.

Ein Mittel gegen den Pilz gab und gibt es bis heute nicht.

Na gut, man machte mit der Sorte "Cavendish" weiter. Sie schmeckte zwar nicht so gut und ist beim Transport viel empfindlicher.

Aber ab 1990 wurde auch die "Cavendish" von der Epidemie befallen.

Neue Panamakrankheit

Derzeit (2006) sind Plantagen in Südostasien schon von einer Abart des Pilzes, der die Panamakrankheit auslöst, befallen.

Der Pilz ist resistent gegen Fungizide. Die Verbreitung erfolgt von Plantage zu Plantage über Schuhe, Kleidung, Werkzeuge, Verpackungen usw.

So wird er auch den amerikanischen Kontinent erreichen.

Black Sigatoka

Die "Schwarzen Blattmasern" - hört sich nicht sehr gesund an - traten zuerst auf den Fidschiinseln 1964 auf. Ebenfalls ein Pilz.

Der Pilz färbt die Blätter schwarz bis keine Photosynthese mehr stattfinden kann und die Staude eingeht.

Diese Bananenkrankheit verbreitete sich rasend schnell um die Welt. Die infizierten Blätter dienten als Verpackungsmaterial!

Yellow Sigatoka

Ebenfalls ein gegen alle Mittel resistenter Pilz, der Flecken hervorruft, allerdings gelbe.

Banana bunchy top virus (BBTV)

Ein mit den derzeit bekannten Mitteln nicht beizukommender Virus. Er wird von Blattläusen von Pflanze zu Pflanze übertragen.

Dieser Virus "staucht" die Blätter und gibt ihnen so ein buschiges (bunchy) Aussehen.

Kosten

1000 US $ pro Hektar und Jahr sollen die Kosten für Bananenanpflanzungen sein, bis zu 240 verschiedene Gifte werden eingesetzt. Und doch ist keine der hier angerissenen Bananenkrankheiten mit dem Giftcocktail in den Griff zu bekommen.

Schlimmer noch. Steigert sich die Anfälligkeit der "Cavendish" - wovon Experten ausgehen - ist bis jetzt trotz aller Gentechnik keine neue Sorte gezüchtet worden, die als Nachfolge der "Dollarbanane" für den Plantagenanbau geeignet wäre

Wildwachsende "Obstbananen" voller Aroma und Geschmack

Costa-Rica-Bananen

Frei wachsende Bananenstauden werden bis zu 10 m hoch

Rote Bananen

Costa-Rica-Bananen

Rote Bananen - für den Autor die besten der Welt!

Nicht ganz sicher: Diese rote Bananensorte wird "Manzana" genannt, jedenfalls in einigen Teilen Mittelamerikas war die Bezeichnung zu hören.

Manzana heißt Apfel und so leicht säuerlich und angenehm schmecken die kleinen Früchte auch.

Die drei Aufnahmen der roten Bananen stammen aus dem Parce Biologico Wilson kurz vor San Vito im Süden von Costa Rica.

Costa-Rica-Bananen

"Private" Bananen

Ein Bericht aus dem Internet über die Arbeitsbedingungen auf den Bananenplantagen:

"Arbeiter der Chiquita - Plantage „Gacelas", die unter menschenunwür-digen Bedingungen in zur Finca gehörenden Baracken untergebracht sind, berichten von Flugzeugeinsätzen und Fungizid - Besprühungen der Plantagen aus der Luft.

Während dieser Einsätze dürfen die Bananeros die Felder oftmals nicht verlassen. Zudem ist bei einer solchen fumigación aérea, je nach Windrichtung, nicht zu verhindern, dass selbst die Wohnblöcke der Familien mit Fungiziden besprüht werden.

Die von den Produzenten in Unmengen eingesetzten Fungizide, Nematizide, Herbizide und Insektizide bedrohen die einzigartige Biodiversität des Landes. Über die zahlreichen Wasserläufe und Flüsse, an denen die Bananenfincas wegen des hohen Wasserverbrauchs meist angelegt werden, gelangen die Gifte ins Grundwasser und in die karibische See, wo sie langsam die der Küste vorgelagerten Korallenriffe auch ohne El Niño zerstören.

Die Menschen im Bananengürtel kommen mit den Giften kaum noch klar. So kommt es immer wieder zu tödlichen Arbeitsunfällen durch Vergiftungen. Im gesamten Land erlitten 1997, laut Angaben der Tageszeitung La República, 827 Menschen Vergiftungen durch Pestizide. Bei diesen Arbeitsunfällen steht die Provinz Limón an erster Stelle. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahrzehnten in Costa Rica mehr als 10.000 Männer durch den Kontakt mit dem Antiwurmmittel DBCP steril, was wohl die hohe Geburtenrate im Land nicht sonderlich beeinflusst. Natürlich lassen weder die Firmen noch die Regierung Gewerkschaften zu. So beschweren sich die Arbeiter auch heute noch über antigewerkschaftliche Repressalien. Sie berichten von „Strafversetzungen", der Zuweisung schlecht bezahlter und gefährlicher Jobs für Gewerkschaftssympathisanten, von sogenannten listas negras, die über entlassene Gewerkschafter angelegt werden und in den Unternehmen des Bananengürtels kursieren

In einem Zeitraum von nur sieben Jahren, zwischen 1985 und 1992, wurde die Fläche des monokulturellen Bananenanbaus in Costa Rica auf 52.000 ha verdoppelt. Dies entspricht zwar nur ca. 1 % der Gesamtfläche aber immerhin 20 % der agrarisch genutzten Fläche des Landes. Nun hat zumindest der Großstädter fast immer Schwierigkeiten, sich solch eine Fläche vorzustellen. Ganz einfach: man möge sich nur einen ein Kilometer breiten Streifen zwischen Köln und Paris (520 km) vorstellen! Alles Bananen.

Während die costarikanischen Kaffeefincas, die sich ca. 150.000 Familien teilen, eine Größe von 1 bis 5 ha aufweisen, finden sich im Bananengürtel an der costarikanischen Atlantikküste ca. 200 Plantagen mit einer Größe zwischen 200-300 ha. Die Bananenwirtschaft des Landes bringt es mit ihren jährlich erwirtschafteten 110 Mio. Kilo, von denen die Hälfte auf eine 12- bis 18-tägige Schiffsreise nach Europa geschickt wird, auf einen Umsatz von 600 Mio. US $ im Jahr, was rund 20 % des Gesamtexporterlöses Costa Ricas entspricht. Mithin hat sich das 3,5 Mio. Volk, dessen Agrarwirtschaft traditionell auf kleinbäuerlicher Subsistenzwirtschaft basierte, binnen weniger Jahre in den zweitgrößten Bananenexporteur der Welt, nach Ecuador, verwandelt.

Es geht also um ein Riesengeschäft, an dem 60 % multinationale und 40 % nationale Produzenten verdienen. Deren Hauptanliegen ist es, die Produktionskosten zu drücken und die „nationale Frucht" gegenüber der Banane aus Ecuador, die auf dem Weg nach Europa zudem den teuren Panamakanal durchqueren muss, so wettbewerbsfähig wie möglich zu halten.

Insgesamt beschäftigt die „grüne Hölle" ca. 51.000 - oftmals minderjährige - Arbeiter, von denen sich, laut Angaben der Bananenarbeiter - Gewerkschaften, ca. 30 % ohne Papiere, meist Nicaraguaner, im Land aufhalten. 35.000 häufig wechselnde Arbeiter schuften auf der Basis von Dreimonatsverträgen. Den Leuten geht es in dem feuchten und teuflischen Klima wirklich dreckig."

Möge der geneigte Leser mal daran denken, wenn er das nächste Mal seine Zähne in eine Dollarbanane schlägt....

Bananen und die Republiken, die nach ihnen benannt sind - da kann man viel schreiben. Kommt noch. Der Bananenanbau ist ähnlich schlimm wie der Anbau der Ölpalmen, wie jede intensive Monokultur in den Tropen.

Schlimm sind auch solche Bananenstauden hinter dem Haus - wenn man hier wohnt. Man nimmt die Machete und haut den saftigen und dicken Stamm ab. Selbst wenn es die wildeste und bestschmeckendste Banane ist, die Manzana - rötlich in der Schale, klein, fleckig, apfelähnlich-säuerlich - die beste aller Bananengeschmacksrichtungen. Besseres an Banane hat man nie im Leben gegessen, aber Hilfe, die Dinger werden alle zur gleichen Zeit reif!

Und wenn dann der Nachbar freudestrahlend noch mal mit einem halben Zentner ankommt, hilft nur noch - Whisky oder so was. Wochenlang: Bananas fritas, Bananenreis oder -auflauf, im Eis, in der Milch (igittegit), im Cocktail - selbst die Lora wollte irgendwann keine Banane mehr!

Und Lora war verfressen.

Kochbananen - Musa x paradisiaca normalis

Costa-Rica-Bananen

In der Gegend oberhalb von Golfito wird der Straßenrand von Campesinos zum Anbau von Kochbananen genutzt

Pláternos heißen die Kochbananen. Es ist eine stark stärkehaltige Bananensorte, die wie Kartoffeln gekocht werden muss und vom Speiseplan der Landbevölkerung nicht wegzudenken ist. Sie schmeckt auch so.

In Scheiben geschnitten und geröstet sind sie äußerst fade im Geschmack aber Tabasco oder andere salzas picantes reißen das wieder raus. Gekocht wie Kartoffel sind sie ein Genuss.

Costa-Rica-Bananen

Die Früchte sind größer, schwerer und auch unempfindlicher als die der Dessertbananen

Costa-Rica-Bananen
Costa-Rica-Bananen

Pláternos auf der Ladefläche eines Camións - einfach raufgeworfen. Sie sind wirklich unempfindlich.

Golfito - ehemalige Bananenhauptstadt Costa Ricas

Costa-Rica-Bananen

Der aufgegebene Verladepier für Bananen in Golfito

Costa-Rica-Bananen

Man kann nicht über Bananen in Costa Rica schreiben, ohne die ehemalige "Hauptstadt der Bananen", Golfito, zu erwähnen. Und die Macht der großen US-Konzerne. Die United Fruit Company ("Big Fruit") gründete die Stadt 1938 und ließ sie 1985 wieder fallen, ein herber Schlag für die Gegend.

Big Fruit hatte Wald gerodet und einige Bananenplantagen angelegt. Der Pier wurde gebaut und die Stadt entwickelte sich schnell. Im 2. Weltkrieg stationierten die Amerikaner Militär hier, was einen zusätzlichen Aufschwung brachte. Aber schon 1985 brachten die Plantagen keinen Ertrag mehr. Was weiter oben in der linken Spalte dargestellt ist (Kranke Bananen) schlug hier voll zu. Wahrscheinlich mussten sie pro Kilo Frucht ein Kilo Dünger und Gift einbringen und es wurde doch nichts mit mehr Profit.

Jetzt fristet Golfito sein Dasein als bedeutungslose Hauptstadt der Provinz Zona del Sur mit 14.000 Einwohnern, einigen amerikanischen Yachten im Hafen und mächtig paffenden Backpackers (ziemlich süßer Geruch!).

Golfito zerfällt, hat einen morbiden Charme. Die feuchte Luft der Tropen, der Salzgehalt und eine gewisse, anziehende Melancholie liegen über dem 8 km am Ufer des Golfo Dulce hingestreckten Ort. Golfito hat etwas, etwas, was nach Fernweh riecht...

Der Golfo Dulce von Golfito aus gesehen
Costa-Rica-Bananen

Preiswerte Cabinas, gerne auch stundenweise

Costa-Rica-Bananen

Info

Fungizide:

Von lat. fungas >Pilze< und caedere >töten< Stoffe zum Abtöten von krankheitserregenden und schmarotzenden Pilzen.

Nematizide:

Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Fadenwürmern

Herbizide:

lat. >Krauttöter< chem. Unkrautbekämpfungsmittel zur totalen oder selektiven Pflanzenvernichtung.

Insektizide:

chem. Pflanzenschutzmittel meist auf Basis von chlorierten Kohlenwasserstoffen als Kontakt-, Fraß- oder Atemgift.

Man lebt so....

Costa-Rica-Bananen

....auch als Fisherman

Seit 1985 dampft hier nie mehr etwas

Was mag die riesige Maschine rechts einmal bewirkt haben?

Costa-Rica-Bananen

In 100 Jahren ist alles vorbei...

Bananenplantage im Südwesten Costa Ricas

Fährt man die Panamericana nach Süden bis zur Grenzstadt Paso Canoas - wobei "Stadt" schwer übertrieben ist - erstreckt sich rechter Hand, also westlich, das Valle de Coto Colorado, eine landwirtschaftlich genutzte Ebene. Irgendwann stößt man unweigerlich auf Bananenplantagen und Bananeros.

Weithin leuchten die blauen Plastiksäcke durch das Grün der breiten Blätter. Hält man vor der Finca und steigt gar mit Cameras um den Hals aus dem Jeep, wird man sehr misstrauisch beäugt. Beiläufig schlendert der Vorarbeiter herüber und fragt, was man so will. Seine Miene hellt sich auf als er hört, man seie Tourist aus Deutschland und wolle nur - Spinnen fotografieren.

Sofort stellt er zwei Bananeros ab da eh gerade Schichtende ist. Die beiden sausen in ihren Gummistiefeln durch

Costa-Rica-Bananen

den Unterwuchs, der Fotograf mit mulmigem Gefühl in Badelatschen hinter her.

Klar gibt es hier Colebras, große und ziemlich giftige Schlangen sogar. Vor denen hätten sie Respekt. Sie seien 2 m lang, dünn und leuchtend Grün. Ich solle aber beruhigt genau hinter ihnen bleiben.

Sie reißen am Fuß der Stauden die Blattreste ab und nach der vielleicht zehnten Staude finden sie die erste flache, ungemütlich aussehende Spinne.

Sie seien ebenfalls sehr giftig und seine Schwester läge schon seit einer Woche im Krankenhaus. Desnachts sei sie im Schlaf in die Schulter gebissen worden. "Mucho dolores..."

Jetzt hat der Fotograf besseres Schuhwerk!

Über das Trinkgeld haben die beiden sich sehr gefreut.

Ernte

Entwickelt sich der Fruchtstand, bekommt er sofort den blauen Plastiksack übergezogen. Damit keine Staunässe entsteht, sind Löcher in den Sack gestanzt. Es vermindert auch den Diebstahl, meinte der Chef.

Die Säcke sind mit Insektiziden ausgespritzt. Das vermindert die Menge der ausgebrachten Gifte erheblich.

Sind die Bananen erntereif, bringen erfahrene Bananeros bunte Bänder an. Dazu gehört ein ungeheures Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Wissen (siehe Transport).

Arbeiter schneiden dann zu zweit die schweren Stauden ab und schleppen sie zur Materialbahn. Die bringt die Bananen dann zur Finca.

Die Staude wird blitzschnell zerlegt und die Hände kommen ins Wasserbad. Ohne Chemie? Oder um Chemie loszuwerden?

Es ist extrem heiß und verdammt schwül in der Plantage. Warum der Arbeiter sich zu 100% in Plastik hüllt, kann man nur erahnen. Freiwillig macht er das bei dem Klima nicht. Alleine sein eigener Schweiß muss ihn langsam zersetzen. Die Gifte die da herunter tropfen sind aber noch schneller....

Die Finca gehört zum Imperium eines der reichsten Männer der USA, zu Dole. Es war an einem Schild zu sehen und an den Verpackungskisten.

Von dem Vorarbeiter war, als das Gespräch darauf kam, keine Silbe mehr zu erfahren. Ob denn seine Bananen noch über Golfito verschifft werden, beantwortete er schon nicht mehr, murmelte etwas von Puerto Leon.

Costa-Rica-Bananen
Costa-Rica-Bananen
Costa-Rica-Bananen
Costa-Rica-Bananen

Ein Blick auf die Landkarte aber zeigt, es gibt gar keine direkte Straße dorthin. Da bleibt nur der lange Weg hoch in die Berge über San José und runter in den jetzigen Bananenhafen nach Puerto Limón.

Die gelben Früchten müssen eine gute Rendite abwerfen.

"Bananenspinne" - Cupiennius coccineus

Costa-Rica-Bananen

Ein aufmerksamer Internetnutzer,

Stefan Hillebrecht

machte darauf aufmerksam: Diese Spinne ist KEINE

Phoneutria nigriventer (Keyserling, 1891)

sondern eine

Cupiennius coccoineus

Herzlichen Dank!

Giftig! Trivialnamen: Bananenspinne, Kammspinne, Brasilianische Wanderspinne

Obwohl die Leute, die diese Spinnen hier in Deutschland als Haustiere halten und sie als harmlos einstufen, haben die Bananeros einen großen Respekt vor diesen Tieren. Die Spinnen sind agile Jäger und bauen keine Fangnetze. Die Bananeros hier behaupten, sie greifen von sich aus Menschen an. Es kann aber in den Plantagen noch eine zweite, wirklich gefährliche Art geben: Phoneutria boliviensis.

Früher gingen die Spinnen aus den Plantagen in den Bananenkisten auf Reisen, was dann in der Zeitung zu lesen war. Heute ist so viel Chemie in den Kisten, dass eher die Menschen umfallen. Spinnen haben da keine Chancen.

Die Spinnen sind richtig nervös und viel unruhiger als etwa die Vogelspinnen.

Costa-Rica-Bananen

Das Gift zumindest der bolivianischen Art wirkt nach 10 - 20 min. Der brennende Schmerz soll kaum auszuhalten sein und strahlt weit aus. Nach 2-5h oder auch erst nach 12-17h kann Atemlähmung einsetzen.

Ein Ödem bildet sich; man schwitzt. Brechreiz, Urin- und Spermaabgabe, Tränen- und Speichelfluss, Sehstörung, Pupillenerweiterung, Niesreiz, Untertemperatur, Fieber, Schüttelfrost, Lungenödem - kurzum: der blanke Horror!

Kein Mittel hilft, höchstens allgemeine Schmerzmittel wie ein Analgetikum. Es ist eben die gefährlichste Spinne Amerikas.

Zähe Typen erholen sich nach 1-2 Tagen - inschallah ... wenn die Spinne denn wirklich giftig war.

Costa-Rica-Bananen

Dieser Egel am Stamm der Bananenstaude unter dem Blatt ist da eher harmlos.

Banane - Musa x paradisiaca

Systematik Bananen - Musa

Abteilung:

Bedecktsamer

Magnoliophta

Klasse:

Einkeimblättrige

Liliopsida

Unterklasse: 

Commelinaähnliche

Commelinidae

Ordnung:

Ingwerartige

Zingiberales

Familie:

Bananengewächse

Musaceae

Gattung:

Bananen

Musa

Art:

Banane

Musa x paradisiaca

In der Gattung Musa gibt es rund 100 Arten und nur wenige bilden essbare Früchte aus. Die Art Musa x paradisiaca (Cavendish") ist derzeit die einzige noch auf Plantagen anbaubare Art (s. o.).

Die Bananenpflanzen haben ein palmartiges Aussehen. Blattscheiden bilden einen hohlen Scheinstamm, der sich mühelos mit einem Hieb einer Machete durchtrennen lässt. Es mag verwundern, aber die Früchte gehören botanisch zu den Beeren. Die Größe und Farbe der Bananen variiert stark: Von 5 cm bis 100cm, von grün über gelb bis rot und lila.

Neben der oben erwähnten Kochbanane hat, zumindest in Südostasien, die Faserbanane Musa textilis eine gewisse kommerzielle Bedeutung. Aus den Blattscheiden (nicht aus der Frucht!) wird die "Manilafaser" gewonnen und wurde vor dem Plastikzeitalter zu Garnen, Tauen und Netzen verarbeitet.

Wachsen Bananenstauden ungehindert, bilden sie einen Kreis von 2 m um ihren Hohlstamm aus, in dem ein spezielles Mikroklima herrscht. Hier verrotten die abfallenden großen Blätter zu Humus.

Die Geschichte der Banane

Der Ursprung der Banane wird heute irgendwo in der südostasiatischen Inselwelt vermutet. Ureinwohner Indonesiens brachten die Banane (und den Reis) nach Madagaskar.

Spanische Seefahrer pflanzten sie unzählige Jahrhunderte später auf den Kanaren an und erst die Portugiesen schufen 1502 die ersten Plantagen in Mittelamerika und in der Karibik.

Die Geschichte der Dollarbanane beginnt erst 1870 in Jersey City. Da wurde die bis dato in den Staaten unbekannte Frucht zum ersten Male angeboten - für 2 US$ das Stück. Gewinnspanne: mehrere 1000 Prozent - alles klar? Alles Banane oder was? Ab jetzt wird es ernst.

Seitdem ist die glorreiche US-Army und -Marine unzählige Male Richtung Mittelamerika ausgerückt. Mal musste preisregulierend eingegriffen, mal schnell ein ach so unwilliger Präsident abgesetzt werden und mal schrien notleidende Riesenfirmen wie United Fruit Company um Hilfe, weil unwillige Bananeros nicht ganz umsonst krepieren wollten, oder, schlimmer noch, gar an eine Gewerkschaft dachten.

Man forsche mal im Netz nach, aber Vorsicht, ihnen kann schlecht werden*. Hier ein Anfang:

http://www.unitedfruit.org/chron.htm

Vor kurzem wollte einer dieser neueren, unermesslich reichen Bananenkönige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden: Mr. Dole.

Da hat das amerikanische Volk aber Glück gehabt! Immerhin hat der Kandidat einschlägige Erfahrungen im Ausnehmen ganzer Völker! Wäre mal etwas anderes gewesen als ein Peanutfarmer.

Nebenbeigesagt: Diese goldgelben, fleckenlosen, schön aussehenden Plantagenbananen schmecken und riechen - nach fast nichts!

*Für Risiken und Nebenwirkungen beim Bananenessen fragen Sie Ihren Bankberater und vergessen sie ihren Glauben an das Gute im Menschen und in große Firmen!

Der pure Wahnsinn - die Dollarbanane

Wo einmal eine Banane gewachsen ist, wächst nie wieder etwas, sagte der Jardinero in Nicaragua wenn er den Wildwuchs im gehegten Garten verhindern wollte. Wo aber seit hundert Jahren Bananen wachsen, ist alles verloren, ist die pure Hölle. Kein Nahrungsmittel wird unter schlimmeren Bedingungen für Menschen und für die Natur angebaut, als die Dollarbanane.

Diese geschmacks- aber makellosen gelben Dinger mit klingenden Namen wie „Chiquita“, „Dole“ oder „Onkel Tom“ – die Frucht der Freiheit und Exotik für unsere neu hinzugekommenen Deutschen - schmecken dem nicht mehr, der die kleinen wildwachsenden Bananen je gegessen hat. Diese Arten lassen sich nicht in großem Stil anbauen und sind höchstens im KaDeWe eingeflogen zu bekommen, die hier allerdings auch nicht schmecken. Die Beste ist, wie gesagt, eine kleine Art mit rötlicher Schale, die in Mittelamerika „manzana“ (Apfelbanane) heißt und so angenehm wie ein Cox-Orange-Apfel leicht säuerlich duftet und schmeckt.

Dollarbananen werden in den grünen Höllen in Honduras, Costa Ricas und Ecuadors angebaut. Die Gegenden mit den Fincas sind dann immer die Armenhäuser dieser Länder. So auch hier in Porto Limón an der Atlantikküste Costa Ricas.

Wie aus dem Link zu entnehmen ist, ist die 1899 in den USA gegründete United Fruit Company (UFC), in Zentralamerika berühmt berüchtigte Firma, ist seit 1969 Bestandteil der United Brands Company. Ihren Namen hat die UFC also nie ganz abgelegt. Und auch ihre Ausbeutungsmethoden, den menschenverachtenden Umgang mit den Erntearbeitern, die Verfolgung von Gewerkschaftern und die blutige Unterdrückung von Bananenarbeiterstreiks haben sich kaum geändert.

Total überzüchtet kommen die Bananenpflanzen hier in Costa Rica an - aus Italien! Die Pflanzen brauchen eine Befestigung durch Plastikseile (piola), sie würden ansonsten sofort umknicken. Das erinnert stark an die eine Million gentechnisch produzierter Ölpalmen der Firma Unilever.

All diese synthetischen Produkte sind in unzähligen Containern aus Plastik verpackt. An vielen Stellen in der Provinz Limón sind die Abfallhaufen aus nicht oder schwer verrottender Plastik zu sehen. Bilden sich an den Bananenpflanzen die Stauden, werden ihnen sofort - wie oben beschrieben - innen mit Pestiziden behandelte Säcke übergestülpt. Sie sollen die noch unreifen Bananen vor Pilzbefall schützen. Auch das ist irgendwann Abfall.

Weltproduktion Bananen

In den in der Tabelle angeführten 12 Staaten wachsen 78,31% aller Bananen. Ein Viertel davon werden in Indien produziert - und gegessen. Wie in allen anderen asiatischen Ländern auch.

Exportländer sind nur die mittelamerikanischen Staaten, die Abnehmerländer sind die USA, die Europäische Union und Japan.

Jeder Deutsche isst ca. 15 kg im Jahr. Nur der Verbrauch an Äpfeln ist größer.

Land:

Tonnen (in Mio.) in 2002

Land:

Tonnen (in Mio.) in 2008

Weltweit
63
Weltweit
90

Indien

16,5

Indien

23,2

Brasilien

6,5

Brasilien

7,1

China

5,8

China

8,0

Ecuador

5,5

Ecuador

6,7

Philippinen

5,2

Philippinen

8,6

Indonesien

3,7

Indonesien

5,7

Mexico

2,0

Mexico

2,1

Costa Rica

2,0

Costa Rica

1,9

Thailand

1,8

Thailand

2,0

Burundi

1,6

Burundi

1,9

Kolumbien

1,4

Kolumbien

1,8

Vietnam

1,0

Vietnam

1,4

Guatemala

1,6

Tansania

3,5

Ägypten

1,0

Bananenproduzierende Länder (nach Wikipedia)

Ingwerartige Seite 6

Helikonien Seite 8

Die Geschichte der Dollarbanane

Wasserverbrauch:

Eine Bananenstaude verbraucht bis zur Reife 1000 Liter Wasser.

Wie viel Wasser verbrauchen 93.541 Bananenstauden?

Bananenernte in Costa Rica*

2010

2009

2008

2007

1999

103 Mio Kartons a 18kg

87 Mio

103 Mio

114 Mio

116 Mio

.

US$ 680 Mio

US$ 660 Mio

US$ 624 Mio

Angebaut auf 43.000 ha von 34.000 Bananeros

*Quelle: Ticotimes, Costa Rica, vom 20.09.2010 (Info der National Banana Corporation (Corbana)

Warum ist die Banane krumm?

Ach! Nur das wird gesucht? Ganz einfach. Die Blüte entwickelt sich an einem Stiel und ist nach unten gerichtet. In der Dunkelheit unter den roten Blütenblättern wachsen darin die Bananen ebenfalls nach unten.

Fallen die Blätter ab, streben die Bananen der Sonne entgegen. Dadurch entsteht die Krümmung.

Gifte auf Bananenplantagen:

Zitat einer Umweltschutztruppe Foro Emaús:

"Am schlimmsten aber ist der massive Einsatz von Pestiziden und Chemikalien, die Unmenge an Gift, mit der allein den Schädlingen noch beizukommen ist, die nicht mehr und nicht weniger darstellen, als das logische Resultat eines skrupellosen monokulturellen Anbaus.

Im costarikanischen Bananengürtel an der Karibikküste kommen, laut Angaben des Foro Emaús, einem Netzwerk von kirchlichen Gruppen, Umwelt- und Gewerkschaftsverbänden, bis zu 240, in den Herkunftsländern zum Teil verbotene chemische Markenprodukte in großen Mengen zum Einsatz.

Diese gehen auf 22 verschiedene hochgiftige Wirksubstanzen zurück, die die Bananendampfer (oft von Bayer) aus Deutschland bei der Herfahrt über dem Atlantik mitbringen.

Alle diese Gifte sind in Costa Rica zugelassen. Nach 20 Jahren ist der Boden einer monokulturell genutzten Bananenplantage völlig ausgelaugt und nicht mehr zu gebrauchen. Neue Flächen müssen erschlossen und abgeholzt werden. So ist der Primärwald hier verschwunden."