Pflanzen in Costa Rica Seite 5

Ordnung der Palmengewächsartigen -
Arecales

und
Ordnung der
Magnolienartige - Magnoliales

Ölpalme - Elaeis guineesis

Ölpalme-Elaeis guineesis

Die Ölpalme

Die Ölpalme Elaesi guineesis stammt, wie es der Name besagt, ursprünglich aus Westafrika. Dort wurde die Wildform an die 30 Meter hoch. Doch die nun weltweit in den Tropen in riesigen Plantagen angepflanzten Palmen sind durch Zucht (und Gentechnik?) auf Ertrag getrimmt und dem Erntevorgang angepaßt.

Schließlich wiegen die Früchte jetzt 25 bis 50 kg und wie soll man die in 30 m Höhe ernten? Nie war irgendeine Pflanze auf Erden so auf Hochleistung getrimmt: 6 Tonnen bestes pflanzliches Öl pro Hektar lässt sich gewinnen! Mit keiner anderen Pflanze ist das zu erreichen.

Das dumme ist: Ölpalmen wachsen nur dort, wo der Tieflandregenwald einmal stand!

Die gefiederten Blätter werden bis 7 m lang. Um die 30 Stück sitzen auf einem möglichst kurzen und kräftigen Stamm. Der Stamm ist bedeckt von den Schnittstellen der vertrockneten und dann abgeschnitten großen Blättern. Unterhalb dieser langen Blattfiedern befinden sich kräftige Dornen.

Die Blüten sind unscheinbar grauweiss, konzentriert an Blütenstandzweigen, die spitz und dornenartig auslaufen.

Die Frucht

Die Palme entwickelt ab dem 3. Lebensjahr die ersten Fruchtstände, die sich an den Blattachseln ausbilden. Sie werden bis 70 Zentimeter lang und 50 Zentimeter breit. Mit ungefähr 2000, leicht dreieckigen und 5 cm langen Einzelfrüchten werden die Fruchtstände bis zu 50 Kilogramm schwer – wenn die klimatischen Bedingungen stimmen. 26°C als Durchschnittstemperatur, tiefgründige nährstoffreiche Böden benötigt die Ölpalme schon – genau wie der Regenwald, den es deswegen weltweit fast schon nicht mehr gibt.

Scheinbar wachsen hier 2 verschiedene Arten oder Unterarten von Palmen: welche mit kugelrunden und andere mit länglichen Fruchtformen. Kein Artenmerkmal dagegen ist die unterschiedliche Färbung der Früchte. Sie stellen den Reifestand dar.

Die Farben reichen von hellem Gelb und Grün über Orange und Rot bis zum rotschwarzen Reifezustand. Der orangene Farbton zeigt den großen Carotingehalt, an der auch das Öl färbt und durch Bleichen daraus entfernt werden muss.

Die Plantagen

Auf dem Weg von Jacó nach Süden in Richtung Panama wird kurz hinter dem Ort die Straße merklich schlechter. Die Rand- und Mittelstreifenbemalung fehlen erst, dann der endgültige Verschleißbelag und nach 64 km, hinter Quepos gibt es nur noch Schotterpisten.

Viele Brücken sind seit Jahren im Bau, nur sind nie Bauarbeiter zu sehen. Wenn in der Caribe im Herbst die schweren Huricane toben, reißen die gewaltigen Regenmengen überall in Centro America die Brücken weg. Die Regierung will die Panamericana, zur Ankurbelung des Tourismus aus dem zentralen Hochland, hier herunter an die attraktive Küste verlegen. Die Straße soll nun 2006 fertig werden, wird auch tatsächlich Jahr für Jahr besser.

Vielleicht 35 Kilometer hinter Jacó im flachen Küstenland, nach dem Ort Parrita, beginnen rechts und links neben der Straße weitläufige Anpflanzungen von Ölpalmen, die in jedem Stadium des Wachstums zu sehen sind.

Es sind nicht gerade schöne Monokulturen, obwohl die Palmen auf den ersten Blick noch eine ziemlich exotische Ausstrahlung haben. Sie sind im Viereck von ca 10 Meter gepflanzt und ermöglichen so einen diagonalen und ein rechtwinkligen Durchblick von jedem Punkt in die viele tausend Hektar großen Pflanzungen.

Die Plantagen sind eine absolut ökologische Wüste. Kein Vogel, kein Tier ist zu sehen, selbst Ameisen scheinen hier seltener zu sein als in Hotelzimmern. Nicht ein Baum vom Tieflandregenwald blieb stehen, kein Strauch, keine Randbepflanzung, nix. Nur Farne als Aufwuchs, aber keine anderen Epiphyten wie Orchideen. Das riecht förmlich nach Einsatz von tausenden Tonnen Herbiziden.

Ernte und Verarbeitung

Die Ernte ist brutale Knochenarbeit. Aber dort, wo einmal der Tropenwald stand, gibt es weltweit billige Arbeiter.

An langen Stangen - mal aus Bambus, mal aus Aluminium - sind sichelförmige Messer befestigt. Die werden um den Stiel der Frucht gelegt und mit kräftigem Ruck nach unten durchtrennt. Die schweren Früchte werden an den Wegen abgelegt und von Fahrzeugen aller Art eingesammelt, wobei aber Ochsenkarren nur noch selten zu sehen sind.

Das Öl

Aus den Früchten der Ölpalmen werden zwei verschiedene Öle gewonnen. Das Fruchtfleisch liefert das Palmöl und der Kern, der Samen, enthält das Palmkernöl. Beide Öle sind durch den hohen Carotinanteil orangefarben und müssen zumindest für die Lebensmittelproduktion gebleicht werden.

Für die Verarbeitung wird viel Wasser benötigt. An sich ist in den tropischen Ländern immer genug Wasser vorhanden.

So ist dann auch das Abwasser das eigentliche Problem. Fäulnisprozesse lassen darin Methan entstehen, das einfach in die Luft entlassen wird und dort als übles Treibhausgas zur rasanten Klimaveränderung beiträgt. Es fehlt in den meist armen Ländern schlichtweg die Technologie, um das Gas aufzufangen und zu nutzen.

Der Verbrauch

Weltweit wird nur noch Soja in größeren Mengen zur pflanzlichen Ölerzeugung angebaut. Während sich in Deutschland die meisten Menschen vor dem Einsatz gentechnisch veränderter Lebensmittel noch fürchten und sich dagegen sträuben, haben die großen Konzerne längst gehandelt. Zwar gibt es nun keinen Tieflandregenwald mehr, dafür aber genetisch identische Ölpalmen mit nie dagewesenen Erträgen, messbar in Millionen Dollar und in Millionen Tonnen Öl.

Im Jahre 2000 wurden weltweit 25,5 Millionen Tonnen Palmöl produziert und zwar ausschließlich in diesen üblen, den Urwald durch Brandrodungen zerstörenden Monokulturen.

Die damit verbundenen soziale Konflikte halten Länder wie Indonesien, Malaysia und Brasilien in Atem.

Produkte

Lebensmittel

Der größte Teil des Palmöls wird in der Lebensmittelproduktion verwendet. Keine Fertigsuppe, keine Backwaren und keine Schokolade und Eiscreme kommt ohne das harte Fett aus.

Bei vielen Produkten wie z.B. Margarine kann Palmöl durch andere Fette wie Soja- oder Rapsöl ersetzt werden und die Zusammensetzung ändert sich je nach Marktlage.

Jedenfalls wächst der Palmölverbrauch alleine in Europa jährlich mit zweistelligen Zuwachsraten.

Wasch- und Kosmetikindustrie

In der Wasch- und Kosmetikindustrie dient Palmöl vor allem zur Herstellung waschaktiver Substanzen (Tenside). Diese sind in fast allen Waschpulvern, Haarshampoos und Reinigungsmitteln enthalten. Aber auch für Kosmetika wird Palmöl verwendet.

Technische Produkte

Farben und Lacke können ebenfalls Palmöl sowie Palmkernöl enthalten. Außerdem wird es für Schmierstoffe und Fette sowie für Kerzen eingesetzt.

Tierfutter

Palmkernschrot findet fast ausschließlich in der Tierfutterindustrie Verwendung. Darüber hinaus wird aber auch Palmkernöl für Spezialanwendungen wie Milchaustauscher von der Tierfutterindustrie benötigt.

Umwelt

Einer verliert immer. Hier ist es die Umwelt. Aber es gibt auch Gewinner, richtig reiche Gewinner. Über sie ist viel im Netz zu finden, z. B. hier:

http://www.bukoagrar.de/28+M586b4e8a26e.0.html

Dort findet sich u. a. der folgende Satz:

"Unilever zum Beispiel produziert bereits jetzt mit Hilfe der Biotechnologie eine Million genetisch identischer Ölpalmen pro Jahr. Es wird geschätzt, dass dieses Unternehmen in der nahen Zukunft in der Lage sein wird, die gesamte weltweite Nachfrage nach Pflanzenöl zu bedienen. Man kann sich leicht ausrechnen, was das für Ökonomien bedeuten wird, die von entsprechenden Exporten abhängig sind."

Ölpalme auf einer Plantage südlich von Parrita

Ölpalme-Elaeis guineesis

Früchte der Ölpalme, reif zur Ernte.

Ölpalme-Elaeis guineesis

Früchte eines wildwachsenden Ölbaumes am Strand der Costa Brava bei Esterillo

Ölpalme-Elaeis guineesis

Die neue Panamericana durchschneidet die Plantagen

Eine einzige ökologische Wüste sind diese Plantagen mit Ölpalmen....

Ölpalme-Elaeis guineesis

Mühsame Ernte mit langer Alustange

Ölpalme-Elaeis guineesis Ochsen

Selten nur noch zu sehen: Ochsenkarren

Ölpalme-Verarbeitung

Die Ölfabrik ist schon von Weiten zu riechen...

Ölpalme-Verarbeitung

...aber schlimmer sind die anfallenden Abwässer.

Ölpalme-Verarbeitung

Gut sortiertes Kaufhaus zur Kaufkraftabschöpfung.

Ölpalme-Elaeis guineesis

Bitteschön: noch mal richtig gruseln?

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Pflanzen in Costa Rica

Ordnung Magnolienartige Magnoliales

Familie Annonengewächse - Annonaceae

Stachelannone - Annona muricata

Stachelanone-Annona-muricata
Stachelanone-Annona-muricata

In der Gattung Annona gibt es 175 Arten. Drei davon haben als Obstlieferanten eine gewisse Bedeutung: die Stachelannone. die Cherimonia und der Zimtapfel. Allde sind in den Tropen oder Subtropen zu finden. Die Bäume der Stachelannone werden nicht höher als 10 m.

Es mutet exotisch an, wenn so eine bis 6 kg schwere und 35 cm große Frucht direkt aus dem Stamm heraus wächst. Äste können sie bei dem Gewicht ja auch kaum tragen.

Die großen Stachelannonen gehören zu den wohlschmeckensten tropischen Früchten. Da sie sehr druckempfindlich sind, gelangen sie kaum nach Europa. Sie sind sehr süß mit einer leicht säuerlichen Note. Die Stacheln werden 1 cm lang. Die Samen sind giftig, aber so groß, dass man sie kaum aus Versehen verschlucken kann.

Ordnung Palmengewächse - Arecacea