Reptilien in Costa Rica 5

Ordnung Krokodile - Crocodylia - Fortsetzung

Bei einer Fahrt auf dem Rio Tárcoles geraten die Krokodile schnell in den Hintergrund. Die Vogelwelt stiehlt ihnen die Schau.

Die beste Zeit auf dem Fluss ist von 16 bis 18 Uhr wenn die Sonne untergeht,

Dann sammeln sich die Pelikane auf den Sandbänken an der Mündung des Rio Tárcoles, bevor sie in ihre nahen Schlafbäume fliegen.

Von da oben schauten sie dann direkt ins Boot.

Klasse: Reptilien - Reptilia

Ordnung: Krokodile - Crocodylia

Familie: Alligatoren - Alligatoridae

Familie Alligatoren - Alligatoridae

Brillenkaiman - Caiman crocodilus

Costa-Rica-Brillenkaiman

Brillenkaiman

Die Brillenkaimane oder auch Krokodilkaimane zeigen ihre Zähne bei geschlossenem Maul nicht so offensichtlich wie die Spitzkrokodile. Die paar Vorderzähnchen wirken ja fast harmlos. Die Zähne des Unterkiefers passen in Vertiefungen des Oberkiefers und sind daher nicht sichtbar.

Die Wulst zwischen den Augen soll an den Steg einer Brille erinnern und so zum nichtssagenden Populärnamen geführt haben. Dabei ist schon der lateinische Name verwirrend genug: Caiman crocodilus.

Diese lieben Tierchen werden bis zu 2,50m lang, etwa halb so groß wie die Spitzkrokodile weiter oben auf dieser Seite. Es gab sie einst vom Süden Mexikos bis Panama in allen Tümpeln, langsam fließenden Flüssen, in Sümpfen und Seen. Sie sind alle abgeschossen und zu Schuhen und Handtaschen verarbeitet worden. 60 oder 70% aller im Handel befindlichen "Krokosachen" stammen von diesen Tieren.

Und woher die Aufnahme aus 2005? Na, aus der Tierauffangstation La Marina Zoológica bei Aguas Zacas - 7 km Richtung Westen, Richtung Volcán Arenal, gegenüber der Tankstelle - im Norden Costa Ricas. Dort werden, neben nicht zu verachtender Arbeit, verfettete Löwinnen von Pleite gegangenen Schaustellern gehalten und Raubkatzen leben in Käfigen von weniger als 10 Quadratmetern! Man zahlt gerne freiwillig den doppelten Eintritt. Die brauchen das.

Costa-Rica-Brillenkaiman

Krokodile, Teil 4: 2014

Krokodile, Teil 6: Leute

Costa-Rica-Rio-Tarcoles
Costa-Rica-Rio-Tarcoles

Foto von Herbert Geisler am 18.02.2010 vom Rio Tárcoles auf dem Flug von Panama nach Costa Rica, San José. Im Hintergrund die Halbinsel von Nicoya.

Costa-Rica-Spitzkrokodil-Crocodylus-actus

Noch 2007 standen hier die beiden Palmen. Die Jungs vom Fluss amüsierten sich immer köstlich, dass kein Europäer hier vorbeikam, der nicht Fotos von den Bäumen schoss. Was habt ihr nur an den gewöhnlichen Kokosnusspalmen? Dass die für uns der Inbegriff von anständigem Fernweh und Urlaub sind, konnten sie nicht begreifen. Sie müssen ja auch keinen grauen und kalten November erleben. Die Palmen gibt es dort nicht mehr. Schwere Regenfälle um 2010 haben das ganze Ufer abgetragen und den Flusslauf leider total verändert.

Mangroven. Was es hier an Lebewesen gibt? ¡MOSQUITOS bastante! Sonst fast nichts - auf den ersten Blick. Denn die Mangrovenwälder sind die Kinderstube für fast alles was hier lebt. Da es im Internet keine Seite über Mangrovenarten in Costa Rica gibt, wurde hier eine erstellt. Hier sind es Schwarze Mangroven.

Die Brücke über den Río Grande de Tárcoles

Jetzt wird es aber Zeit zurückzufahren!

Die Naumstämme im flachen Fluss sind in der Dunkelheit nur schlecht zu sehen.

Das ist Costa Ricas berühmteste Brücke im Februar 2007, in der Trockenzeit. Die Aufnahme entstand mit einem 800 mm-Objektiv aus ca. 4 km Entfernung von dem Küstengebirge hinter dem Nationalpark Carara herunter. Die Costarena, die an die Küste verlegte Panamerican, führt hier über den Rio Grande de Tárcoles, wie der Fluss offiziell heißt. Hier werden zehntausende Touristen aus aller Welt ihr erstes Krokodil in freier Wildbahn gesehen haben. Und vielleicht das erste Mal im Leben beklaut worden sein.

An der Brücke lohnen sich immer 2 Blicke: Einer über die Geländer der Brücke. Dort sind Tag und Nacht, wirklich immer, diese Tierchen zu sehen. Der andere Blick sollte zum Mietwagen gehen. Es werden gerne die Reifen zerstochen, um dann ach so hilfreich sein zu können! Das passierte auch ganz genau vor den Augen der Polizei an dem kleinen Häuschen am südlichen Ende der Brücke., da, wo man sich eigentlich sicher fühlen sollte. Doch zufällig hatten sie gerade in die andere Richtung geschaut.

Das Auswärtige Amt hat die Brücke noch vor kurzem in seinen Sicherheitshinweisen erwähnt.

An der Strassenbrücke über den Rio Tárcoles beim Carara - Nationalpark, 20 km nördlich von Jacò, sind immer um die 20 oder 30 Tiere zu sehen. Fast jeder Fluss im Lande, der nur tief genug ist, beherbergt diese Riesen - nur nirgends so viele wie hier.

Die Landschaft

Unten Krokodile, oben Vögel ohne Ende

Costa-Rica-Pelicane
Costa-Rica-Pelicane

Von den Sandbänken fliegen die Pelikane...

Aber nicht nur Pelikane sind zu sehen. Schlangenhalsvögel sowie alle Reiherarten aus dem jetzt im Januar/Februar kalten Nordamerika überwintern hier. Hoch oben kreisen Fregattvögel und Geier halten Ausschau nach Fressbarem.

Alle Vogelarten, die in der Systematik aufgeführt sind, lassen sich vom Boot aus wunderbar fotografieren.

Costa-Rica-Spitzkrokodil-Crocodilus-actus

Never smile at a cro - co - dile... (Diese Zeile mal bei Google eingeben - verlinken verboten)

Costa-Rica-Bruecke-Rio-Tarcoles
Costa-Rica-Bruecke-Rio-Tarcoles

Blick von der Brücke Richtung Osten im Jahr 2003 (Dia): Nur ein Spitzkrokodil vorne links im Bild...

Costa-Rica-Bruecke-Rio-Tarcoles

Blick von der Brücke Richtung Westen, ebenfalls im Jahr 2003, aber mit der Canon D 60 (mit dem brillantesten Chip, den die je gebaut haben: nur 8 MB!)

Costa-Rica-Spitzkrokodil-Crocodylus-actus

Auf dem Dia von 2003 kann man an der Brücke Rio Tárcoles 25 Krokodile zählen

Costa-Rica-Spitzkrokodil-Crocodylus-actus

---aber rechts waren es ein paar mehr.

Costa-Rica-Spitzkrokodil-Crocodylus-actus
Costa-Rica-Spitzkrokodil-Crocodylus-actus

Ziemlich besoffene Amis haben an einer Leine ein tiefgefrorens Huhn heruntergelassen. Das Krokodil rechts oben hat es erwischt - tiefgefroren!.

Was ist denn das?

Costa-Rica-Spitzkrokodil-Crocodylus-actus

Faszinierende Wesen: Seit 300 Millionen Jahren unverändert, einfach perfekt. Und hier liegen sie herum wie nirgends auf der Welt. Sie stehen auf der Liste gefährdeter Tiere

Die Spitzkrokodile leben im Süßwasser, gehen aber auch mal ins Meer.

Im Februar 2003 tauchte ein 3-Meter-Kerl am Strand von Jacó auf, aber warum sie ins Salzwasser gehen, ist nicht so richtig klar.

Durch den großen Fischreichtum der Flüsse kommt es kaum zu Verlusten von Vieh, das seelenruhig an den Ufern trinkt.

Lustiges war in der "La Nation" zu lesen: Am Eingang zum Manuel Antonio Nationalpark soll ein Krokodil einer Lady den Pudel von der Leine abgeknabbert haben (17.02.04, ohne Foto)!

Man stelle sich vor, wie sie verblüfft auf das leere Ende der Leine schaut... Es war wohl gerade Saure-Gurken-Zeit für die Boulevardblätter.

In dem Land war noch nie ein Hund an der Leine zu sehen...

Costa-Rica-Spitzkrokodil-Crocodylus-actus

Auch Tornado lässt sich schon mal an der Brücke sehen

Costa-Rica-Bruecke-Rio-Tarcoles
Costa-Rica-Rio-Tarcoles

Auch wenn kein Krokodil zu sehen ist, die Landschaft, das Licht, die Wärme begeistern immer wieder (2006)

Costa-Rica-Rio-Tarcoles
Costa-Rica-Rio-Tarcoles

Aber noch weiter flussabwärts auf der gleichen - nördlichen - Uferseite war der Schock noch ungleich größer. Auf dem Bild hier von 2007 standen die Bäume, in denen unendlich viele Pelikane schliefen, noch am Ufer. Die Bäume haben die schweren Regenfälle nicht überlebt. Der Fluss hat sie weggerissen. Mit ihnen verschwanden die vielen Pelikane, die tagein und tagaus die gesamte Küste entlang schwebten.

Das Fehlen der paar Schlafbäume kann nicht die Ursache für das Sterben der Braunen Pelikane sein. Keiner kennt die Ursache, die Jungs nicht, die Zeitung La Nación auch nicht, niemand. Es fehlt was an der Pazifikküste zwischen Nicaragua und Panama. Ob es die Ölpest im Golf von Mexiko war? Die Menschheit bekommt alles kaputt.

Costa-Rica-Spitzkrokodil-Crocodylus-actus
Costa-Rica-Brillenkaiman

Nur der Vollständigkeit halber: Mississippi-Alligator - Alligator mississippiensis in Florida