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Weitere Geschichten aus Costa Rica

ACHTUNG: ROCHEN


An allen Stränden der pazifischen Küste in Costa Rica leben Rochen, die

gefährliche Stich- oder Schnittverletzungen verursachen können.

Costa_Rica_Strand

Strand zwischen Manuel Antonio und Dominical: 35 km lang. Je einsamer und unberührter die Strände sind, um so mehr Rochen tummeln sich in dem Streifen, wo die Wellen am Strand auslaufen.

Costa_Rica_Voegel
Rochen*

Weltweit gibt es ca. 460 Arten Rochen, die in 62 Gattungen und 12 Familien zusammengefasst werden. Die Rochenart, die hier jährlich tausenden schmerzhafte Stiche verpasst, gehört zur Familie der Rundrochen. Es ist Hallers Rundrochen.

Hallers Rundrochen*

Art:     Urolobatis halleri (Cooper, 1863) - Raya de espina, Haller´s round ray
Gattung:  Urophphus
Familie:  Urolophidae - Rundrochen
Ordnung:  Rajiformes - Rochen

Lebensweise*+**

Hallers Rundrochen wird bis 58 cm groß und wiegt dann bis zu 1,3 kg. Sein Lebensraum reicht hinab bis auf 91 m. Es sind die Jungtiere, die hier im ganz flachen Wasser gefährlich sind.

Diese Jungtiere haben einen Durchmesser von 5 - 15 cm und lassen sich mit den auslaufenden Wellen den Strand hinauftragen, vorzugsweise dort, wo das Wasser durch Sand undurchsichtig ist (Schutz vor jagenden Vögeln). Dort orten sie mit ihren bioelektrischen Sinnesorganen kleine Krebse, Krabben, Fische usw. Kommt dem Rochen jetzt so ein riesiges Bein zu nahe, schlägt er zum eigenen Schutz seitlich mit dem stachelbewehrten Schwanz gnadenlos zu.

Vermeidung**

Wie gesagt, je unberührter und je einsamer die Strände sind, desto mehr Rochen gibt es. Badeschuhe aller Art helfen nur bedingt. Trotzdem: Lassen Sie sich nicht den Badespaß verderben! Man kann die Rochen sehen.

Der von den Wellen aufgewirbelte Sand setzt sich schnell und man kann den Grund - und damit die Rochen - sehen. Also einfach einen Moment stehenbleiben wenn das Wasser in Knöcheltiefe undurchsichtig ist. Nur dort wehrt sich der Rochen dagegen, noch flacher getrampelt zu werden! Hinter der Brandungslinie besteht keine Gefahr mehr - jedenfalls nicht durch Rochen. Hier weichen die Tiere schwimmend aus.

Verletzung**

Die Schnittstelle (seltener: runde Stichstelle), liegt fast immer unterhalb des Knöchels, meist ein chirurgisch feiner Schnitt von 1-2 cm Länge parallel zur Fußsohle, der im ersten Moment kaum zu spüren ist. Diese kleine Wunde blutet sehr stark. Dann setzt ein brutaler Schmerz ein.

Symptome**+***

Anfangs leichter Schmerz, zunehmend nach 30 min bis 1,5 h, anhaltend für 6 - 48 h. Anfangs starke Blutung, später blau - graue Verfärbung möglich. Erhöhter Speichelfluss, Muskelkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen möglich.

ERSTE HILFE**+***

Um die Blutung zu stoppen hilft es manchmal, die Wunde wieder ins Salzwasser zu halten.

Runde Einstichstellen sollten auf abgebrochene Stachelreste untersucht werden.

Da die Gifte (ein Proteingemisch) temperaturempfindlich sind, sollte die Wunde mit Hitze oder auch mit Eis behandelt werden:

Am Strand:

Wunde mit Handtuch, T-Shirt o.ä. abdecken und den Fuß in den heißen Sand halten. Achtung: Der Sand kann mittags bis zu 50 Grad heiß werden! Verbrennungsgefahr!

Im Hotel:

Wunde in gerade noch tolerierbar heißes Wasser (bis 45 Grad) für ca. 30 min halten; bei wiederkehrendem Schmerz erneut Heißwasser (<2h)

Zigarettenglut:

2-5 min Zigarettenglut nahe Schnittstelle halten, danach mit Eis kühlen - half ebenfalls.

Quellen: * www.fishbase.com und "Handbuch der Malediven" von Dieter Klössing; **eigene Erfahrung; ***Toxikologische Abteilung, Klinikum Rechts der Isar, München (von Tox-Mü Kleber J.J.5.96)


Achtung: Ossis

Der Spruch ist so alt wie die Segelschiffe, die die ersten Aussiedler nach Übersee brachten und er gilt noch heute:

Gott hüte uns vor Sturm und Wind und vor Deutschen, die im Ausland sind.

Im Abendgebet der Auslandsdeutschen kann zur Verschärfung seit vielen Jahren das Wort „Deutschen“ mühelos durch „Ossis“ ersetzt werden. Sie lassen leider kein Fettnäpfchen aus.

Nun kann man wirklich nicht sagen, dass hinter jeder Palme in Costa Rica ein Sachse steht und auf jedes Krokodil einer aus Brandenburg kommt. Nein, wirklich nicht! Das trifft vielleicht auf die Malediven zu – nur fehlen dort die Krokodile.

Der typische Deutsche aus den Neuen Bundesländern ist an seinen früheren Reisezielen mühelos zu erkennen. Fachmännisch sagt er: „Das war aber in der „Dominikanischen“ besser“! Natürlich kennt er Sri Lanka aus der Zeit des heftigsten Bürgerkrieges, Ägypten kurz nach der Erschießung deutscher Terroristen, Algerien, Marokko – Ziele, wo alle anderen Nationen sich an die Stirn gefasst haben und sich fragten, warum fahren Deutsche da nur hin.

Ein weiteres Merkmal ist die Lust, ohne jede in tropischen Ländern verwertbare Sprachkenntnisse öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und sich lauthals zu wundern, beklaut worden zu sein. Für die neuen Bundesbürger eigentlich noch schlimmer ist die fehlende Kenntnis über tropische Hygiene und Krankheiten. Da wird Blattsalat und Speiseeis konsumiert, Eiswürfel aus unabgekochtem Wasser ins Glas gehauen, an stehenden Gewässerrändern barfuss gelaufen -  als wenn es keine saugefährlichen Tropenkrankheiten auf der Welt gibt. Ist das eine Art Mallorcaeffekt? Neckermann macht es möglich?

Nirgends ist der Unterschied zwischen den Deutschen so deutlich zu merken wie im Ausland. Irgendwann gab es ein Lied und das ging so:

Wenn du willst und kannst nicht mehr
Und du willst es täglich
Dann komm zu Neckermann
Die machen es wieder möglich...

Beispiele gefällig? Der schon zu DDR-Zeiten vollkommen unbedeutende Unbekannte aus dem östlichen Vorharz schwärmt von dem Ehepaar, dem das Hotel gehört: „Ach, was sind das nur für nette Leute“! Und stellt denen ununterbrochen Fragen, die die netten Leute noch nie im Leben gehört haben – sie leben ja erst seit 30 Jahren hier! Nicht schwer zu erraten, was diese netten Leute beten würden, wenn Beten nicht so aus der Mode gekommen wäre...

An der Uni gelten Mathematiker als schwierige Menschen. Physiker kann man getrost auch dazu rechnen. Behauptet so einer aus Sachsen, sein Rasierpinsel würde nicht richtig Schaum schlagen, weil das Handwaschbecken keinen Warmwasserhahn hat. 9 Grad nördlich des Äquators hat das Wasser aus dem kalten Hahn wirklich nur 28 Grad (gemessen!)! Der Neckermannterrorist erfand noch Baulärm und Fledermausdreck – allerdings schon vor der Abreise mitten im schönen Sachsenland! Hotelmanager und Reiseleiter haben so etwas in 8 Jahren noch nie erlebt. Aber jammern im Dunkelland.....

Noch etwas fällt auf. Unaufgefordert wird man davon unterrichtet, dass er/sie nie in der Partei war. „Die Botschaft höre ich wohl.....“. Hatten wir nicht schon mal die gleiche Situation in Deutschland? Damals gab es plötzlich auch keine Nazis mehr.

Lust verloren. Wird fortgesetzt.

P.S.: Meine allerbesten Freunde und nettesten Kollegen kommen übrigens aus den neuen Bundesländern!

Entstehende Ähnlichkeiten mit reisenden Personen sind natürlich rein zufällig. Achtung: Satire!

http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/gesundheitsdienst/merkblatt/dengue_html

Anreise 2007

Jaco, La Ola