Berlinfoto: Zeughaus (Deutsches Historisches Museum)

Berlinfoto-Zeughaus

Unter den Linden (4), 8 von 12

Schlossbrücke, 10 von 12

Die Westfassade des Deutschen Historischen Museums Unter den Linden 2, 04. April 2003, 7:54, Canon EOS 60 D, Canon Zoom Lens EF 20-55 mm (20 mm); 1:4-5,6, f11; 1/250 sek.

Berlinfoto-Zeughaus
Berlin-Deutsches-Historisches-Museum

Die Ostfassade am Kupfergraben gegenüber vom Lustgarten und Berliner Dom

03. Dezember 2006, 17:09 - Canon EOS 5 D - Canon Zoom Lens EF 24-105 mm (24 mm), 1:4-5,6 IS, UMS - f4; 1/2 sek., ISO 400

Selten hat es ein Architekt so gekonnt geschafft, ein 300 Jahre altes Gebäude durch einen modernen Anbau zu erweitern wie der Chinese I. M. Pei. 18. April 2007, 13:31- Canon EOS 5 D - Canon Zoom Lens EF 24-105 mm (24 mm), 1:4-5,6 IS, UMS - f9; 1/160 sek., ISO 100

Berlinfoto-Zeughaus

Die Westfassade. 14. April 2007, 14:14- Canon EOS 5 D - Canon Zoom Lens EF 24-105 mm (24 mm), 1:4-5,6 IS, UMS - f11; 1/250 sek., ISO 100

Berlinfoto-Zeughaus

Skulpturen auf dem Dach des Zeughauses an der Fassade Unter den Linden.

28. Dezember 2004, 12:13 Uhr - Canon EOS 20 D - Canon Lens EF400mm (680mm);

1:4, DO, IS, UMS - f5; 1/500 sek., 400 ISO

Berlin-Deutsches-Historisches-Museum
Berlinfoto-Zeughaus
Berlinfoto-Zeughaus
Vom Waffenarsenal zum Deutschen Historischen Museum

Es ist Berlins bedeutendster Barockbau und das älteste erhaltene Gebäude Unter den Linden. Von der Grundsteinlegung 1695 bis 2015 ist das immerhin ein Alter von 320 Jahren. Da kann man in Berlin schon von "bewegter" Geschichte sprechen. (Dabei hat man als Kind ganz genau hingeschaut, aber nichts hat sich bewegt...).

Hier ein kurzer Abriss dieses ehrwürdigen Bauwerks.

Der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm von Brandenburg, verfügte in seinem Testament, dass ein Zeughaus gebaut werden soll.

1667

Baugeschichte

1685

1695

1695

1730 - 1876

1732

1699

1844

1831

Der Pariser Stararchitekt François Blondel legt Entwurf vor.

Am 28. Mai legt Kurfürst Friedrich III. den Grundstein. Die militärischen Erfolge, seine Krönung zum König 1701 und der Ausbau Berlins zur Residenzstadt machen repräsentative Gebäude erforderlich.

Johann Arnold Nering, *1659 † 23. Oktober 1695, kurfürstlicher brandenburgischer Baumeister, beginnt den Bau.(Gendarmenmarkt, Schloss Oranienburg und Charlottenburg)

1695

Martin Grünberg, *1655 † 1707, führt den Bau weiter.

1698

Andreas Schlüter, *1660 † 1714, führt den Bau weiter.

Jean de Bodt, *1670 † 1745, führt den Bau weiter.

Nutzung

Jetzt hatte Berlin ein mächtiges, repräsentatives Gebäude an prominenter Stelle. Es steht auch nach 300 Jahren dort immer noch, als wenn es keine der vielen Kriege seit dem Bau je gegeben hätte. Und das in Berlin.

19 Achsen durchziehen den quadratischen, vierflügligen Grundriss (Seitenlänge: 90 m) mit seinen 2 Stockwerken. Das Sockelgeschoss ist gebändert und die Rundbögen der Fenster sind mit plastischen Schlusssteinen versehen. Überhaupt hat der Bau viel Figurenschmuck. Meistens sind es fantastische Helme, die wohl im Felde eher unpraktisch gewesen waren.

Ist die Lindenfassade mit freistehenden Säulen unter einem Dreiecksgiebel prächtig gestaltet, haben die anderen drei Fassaden nur Dreiviertelsäulen abbekommen. Geld hat schon immer eine große Rolle in Berlin gespielt. Nicht wahr, Herr Wowereit?

Berlin-Zeughaus-Barocke-Prunkhelme

Barocke Prunkhelme als Schlusssteine der Fenster des Erdgeschosses. Die insgesamt 76 Stück werden Schlüter zugeschrieben.

1706

Mit dem Anbringen eines vergoldeten Reliefs Friedrich I. am Hauptportal galt der Bau als eröffnet. Er war aber noch lange nicht fertig. Geldmangel und schlechte Materialien hatten schon am 5.August 1699 einen Pfeiler des Ostflügels einstürzen lassen.

1713

starb Friedrich I. Sein Sohn Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, beendete die Prunksucht des Hofes durch strikte Sparsamkeit. Er sah das Zeughaus nicht mehr als Prunk, sondern als Nutzbau.

1729

bewilligte er die letzten Gelder zum schlichten Innenausbau.

35 Jahre hatte der Bau gedauert. Da kann es mit dem Flughafen BER ja noch werden!

Das Zeughaus war in dieser Zeit das bedeutendste Waffenarsenal Preußens. Unten waren die Kanonen der Artellerie und oben die Waffen der Infanterie und Kavallerie untergebracht.

Sie waren fein säuberlich nach Herkunft und damit nach Kaliber geordnet. Es gab viele erbeutete Waffen.

gab es 623 preußische Kanonen und 119 erbeutete Geschütze aus Frankreich, Polen, Schweden und Bayern.

Im Obergeschoss wurden in diesem Jahr 78.060 Waffen wie Degen, Säbel, Musketen und Gewehre verzeichnet. Es war eben der Soldatenkönig an der Macht. Außerdem wurden hier Kriegstrophäen wie erbeutete Regimentsfahnen aufbewahrt.

Bauwerk

durfte Publikum die 1828 zusammengestellte "Königliche Waffen- und Modellsammlung" besichtigen.

Zu den Anfängen der Industrialisierung Preußens fand hier die Allgemeine Deutsche-Gewerbe-Ausstellung mit immerhin 3060 Ausstellern und 260.000 Besucher statt.

1848

Im Zuge der Märzrevolution wurde das Zeughaus am 14. Juni gestürmt und geplündert.

1877 - 1880

Kaiser Wilhelm I. ließ das Haus zur preußisch-brandenburgischen Ruhmeshalle umbauen. Militärhistorische Dinge waren ja genug vorhanden.

1918

Der Versailler Vertrag bestimmte, dass die in der Schlacht von Waterloo von Napoleon erbeuteten Orden und die Trophäen des Krieges 1870/71 an Frankreich zurück zugeben sind.

Daraufhin drangen Offiziere und Soldaten des Gardekavallerie-Schützenkorps in das Zeughaus ein und verbrannten diese Dinge unter dem Reiterstandbild des Alten Fritzens mitten Unter den Linden.

1933 - 1945

Die Nationalsozialisten glorifizierten hier den 1. Weltkrieg. Hitler hielt hier seine jährliche Rede zum Heldengedenktag am 10. März. Bis zum Herbst 1944 blieb das Zeughaus offen und wurde als Teil der Kriegspropaganda genutzt.

1945

Die Alliierten verfügten das Ende als Kriegsmuseum. Es wurde beschlossen, das im Krieg schwer zerbombte und ausgebrannte Gebäude wieder auszubauen.

1952

Das Zeughaus lag ja nun in Ostberlin. Es wurde also am 18. Januar

"ein Beschluss des Zentralkomitees der SED gefasst, die einstige Traditionsstätte des preußisch-deutschen Militarismus, des nationalistischen und faschistischen Ungeistes in ein marxistisch-leninistisches Geschichtsbewusstsein umzuwandeln."

Wirklich, so haben die bis zum Erbrechen gesprochen! Preußen kann man hinterher weinen. Denen nicht.

1952 - 1967

Nach Beginn der Arbeiten - natürlich "mit der Unterstützung der Partei- und Staatsführung" - stellte sich die Bausubstanz als so schlecht heraus, dass das Innere des Gebäudes total entkernt und durch Beton-Stahl-Einbauten ersetzt werden musste. Nur die Außenmauern blieben übrig.

War es der Druck der Alliierten, dass das Gebäude stehenblieb? Schinkels schöne Bauakademie nebenan haben sie skrupellos abgerissen.

1967 - 1990

Bis September 1990, kurz vor der Wiedervereinigung, fungierte das Zeughaus als Museum für Deutsche Geschichte. Dann wurde es aufgelöst. Die Sammlung wurde übernommen, die Mitarbeiter nicht.

1990 - 2003

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist es seit 2003 wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Das Zeughaus ging an die Bundesregierung und an die Stadt Berlin über.

Es firmiert jetzt als Deutsches Historisches Museum. Mal sehen, wie lange...

Wenn de een Berliner frachst - falls de een findest -, treffen wa uns am Deutschen Historischen Museum, kieckt der janz blöde: Wat soll ick mir denn den 300ter vom ollen Adenauer ankieken? Dit is doch in Bonn!

Oda meenste etwa det Zeughaus?

Nachtrag

Blick auf das Zeughaus von der Info-Box der Schlossbaustelle März 2014

Trödelmarkt am Kupfergraben vor der Ostfassade des Zeughauses (April 2007)

Links Unter den Linden, hinter dem Zeughauses das Internnationale Handelszentrum in der Friedrichstraße und rechts hinten das Bettenhochhaus der Charité im März 2014

Berlin-Zeughaus-Barocke-Prunkhelme
Berlin-Zeughaus-Balustradenplastik
Berlin-Zeughaus-Balustradenplastik

Balustradenplastik

Zeughaus-Skulptur-Eingang
Berlin-Zeughaus-Balustradenplastik

Skulptur am Eingang

Berlinfoto-Zeughaus-Giebelrelief

Giebelrelief über dem Hauptportal auf der Südseite mit 400 mm-Teleobjektiv aufgenommen (August 2014)

Ja, sieht er denn nicht aus wie der Große Kurfürst?

Unter den Linden 2 (Seite 4)

Berlinfoto-Zeughaus-Giebelrelief

Giebelrelief über dem Hauptportal auf der Südseite mit 400 mm-Teleobjektiv aufgenommen (Dezember 2004)

Mitte, Teil1: Von der Siegessäule zum Fernsehturm, Seite 9 von 12