Berlin - Zehlendorf, Seite 3

Zehlendorf, Seite 2

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Bahnhof Zehlendorf-Süd

Man sehe sich mal das Gleis an. Nichts ist verrostet. Seit 35 Jahren ist hier kein Zug gefahren. Was für ein Stahl! Die hätten damals auch "Stahlbahn" sagen können...

Ein Relikt aus jener Zeit ist heute noch zu bewundern: die Bretterbude.

Nur 200 m nördlich von dem Schild oben liegt an einem unbefestigten und staubigen Weg eine herrliche Gaststätte, die wohl schon zur Eröffnung der Stammbahn 1838 die Gäste mit rustikalen Gerichten und damals noch schäumenden Gerstengetränk bedient hat.

Der Weg hat so viele Schlaglöcher und, bei Regen, knöcheltiefen Schlamm, dass selbst die Kutscher Seiner Majestät sich heute noch weigern würden, ihn entlang zu fahren.

Dort wird quellfrisches Jever ausgeschenkt und man steht an den frisch angelieferten Bierfässern auf denen polierte Holzplatten liegen.

Der Ruf der Schenke reicht bis in die USA. Dort ist sie wegen der nahen Pferdeklinik der FU als "Cemetery for Catolic Horses" bekannt.

Noch heute brettern viele Pferde den Weg entlang. Wenn der Staub sich gelegt hat, kann man den Bierdeckel wieder vom Glas nehmen und sich am kühlen Trunk laben.

Stammbahn - Wannseebahn - Düppelexpress

...wo?

Der Zug endet hier...

Berlin-Zehlendorf, Seite 1 mit:

S-Bhf Mexikoplatz, S-Bhf Nikolassee,

Berlin-Zehlendorf, Seite 2 mit:

Zehlendorf "Down Town", Dahlem, Wannsee, Havel, Grunewald, Grunewaldturm, "Wannsee in Flammen"

Berlin-Zehlendorf, Seite 3 mit:

S-Bhf Zehlendorf,

Unfall: Festgefahren,

Brücke am Bahnhof Zehlendorf:

Ausgewechselt,
Stammbahn

Berlin-Zehlendorf-Stammbahn
Berlin-Zehlendorf-Stammbahn
Berlin-Zehlendorf-Stammbahn
Berlin-Zehlendorf-Stammbahn

S-Bahnhof Zehlendorf

Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof

S-Bahnhof Zehlendorf am 09.Januar 2010, 12:55 Uhr, ein lausiger Tag: Möchte jemand hier warten? 12° C unter Null und ziemlicher Wind!

Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof

Und sie fährt doch!

Abfahrt

Kurz vorm Bahnhof - Pulverschnee in Zehlendorf: Boh ey!!!!

Berlin-Zehlendorf-Stammbahn

Die Stammbahn war die erste Eisenbahnstrecke in Preußen. Sie führte vom Kaiserbahnhof in Potsdam in gerader Linie nach Zehlendorf. Die Strecke nach Berlin war noch im Bau.

Die Chronik berichtet, dass der erste Zug am vorläufigen Endpunkt Zehlendorf am 22. September 1838 um 12:22 Uhr einfuhr. Damit endete die geruhsame Zeit im Dorf weit vor den Toren Berlins

12 Jahre später setzte eine sich immer steigernde Grundstücksspekulation ein. Von den 12 großen Bauernhöfen gab es jetzt nur noch 6.

Die Wannseebahn

Der Wandel vom Dorf zum Vorort vollzog sich dann sehr schnell mit dem Bau der Wannseebahn 1874.

Im Jahre 1863 hatte sich einer der Geschäftsführer der Berliner Handelsgesellschaft am Wannsee angesiedelt: Wilhelm Conrad (1822-1899).

Da er gleichzeitig auch der Aufsichtsratsvorsitzender der Berlin-Magdeburger Eisenbahngesellschaft war - ihr gehörte die Stammbahn - baute er sich die Wannseebahn.

So etwas schafft nicht einmal der Ackermann von der Deutschen Bank!

Der Berliner erfand - wie immer - sofort einen Spitznamen, kaum das der Zug am 2. Juni 1874 auf der neuen Strecke war.

Der fuhr nämlich, von der Stammbahn in Zehlendorf abzweigend, über Schlachtensee nach Wannsee durch das vollkommen unbesiedeltes Gebiet der Zehlendorfer Feldmark.

Er endete nicht etwa in einem Dorf, sondern nur an einem See. Und so wurde er "Wahnsinnsbahn auf Conrädern" genannt.

Das nun die Gegend einen so schnellen Aufschwung nahm lag an der enormen Geschwindigkeit der Bahn.

Um die 25 km per Pferd nach Wannsee zurück zulegen brauchte es einen Tag bevor der Gaul tot zusammen brach, na ja, die Tagesleistung eines Pferdes liegt bei 25 - 30 km.

Und jetzt per Zug ganze 34 Minuten, für 20 Pfennige in der 3. und 30 Pfennige in der gepolsterten 2. Klasse und das am Tage alle 10, morgens und abends alle 5 Minuten.

An den Sonn- und Feiertagen strömten die Berliner aus den ungesunden Mietskasernen mit 5 und mehr Hinterhöfen "int Jrüne dat wa so liebn", was einen gewaltigen Boom bei Ausflugslokalen auslöste.

Das war Fortschritt! Jedenfalls ein größerer Sprung als z. B. vom analogen Telefon mit Wählscheibe zum iPhone.

Berlin-Zehlendorf-Stammbahn

Nebel an der alten Stammbahnstrecke

Links der aufgegebene Bahnhof des "Düppel-Express" auf den Gleisen der Stammbahn. Rechts die S1 von Wannsee nach Frohnau.

Der Düppel - Express

An dem aufgegebenen Bahnhof endete die einspurige Stammbahn bis ???? aus Potsdam kommend.

Die Gleise wurden nach dem Krieg auf Westberliner Seite auch noch nach dem Mauerbau von der Reichsbahn - deren Verwaltung ja der ehm. DDR unterlag - genutzt.

Hier fuhr der "Düppel-Express" von Zehlendorf über Zehlendorf-Süd und nach Düppel.

Ein sog. Viertelzug, bestehend aus zwei Wagen, bediente die Strecke, fuhr hin und her.

Ein Fahrer und ein Schaffner begrüßten in dem blitzsauberen Zug ihre paar Stammkunden fast mit Handschlag.

Das Läutewerk der beiden Schranken an der Clauert- und der Idsteiner Straße gehörte irgendwie zum Viertel hier.

Im Zuge des Eisenbahnerstreik 1980 wurde die Linie eingestellt und verfiel.

Der Bahnhof Zehlendorf wurde das erste mal 1866 von einem Zimmermann als Fachwerkbau für die Stammbahn errichtet. Er diente auch ab 1874 der Wannseebahn. Straße und Gleise kreuzten sich auf einer Ebene.

1891 wurde dann das nächste Hindernis gebaut - und behindert bis heute den Straßenverkehr in Zehlendorf: Die Eisenbahnbrücke über den Teltower Damm (damals Teltower Straße und nördlich der Brücke Hauptstraße).

Bei starken Regen läuft die zu schmale Unterführung voll und so mancher LKW ist schon an der Brücke hängen geblieben.

So, wie unten gezeigt, am 02. September 2010 wieder einmal. 2014 soll die Brücke erneuert werden, so die Planung derzeit.

Festgefahren

Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof

Und nun?

Wieder einmal hat es gekracht und zwar mächtig

Die Frage ist: Hält die Brücke von 1891?

Unter der Brücke

Auf der Brücke: "Die Gleise sind verbogen!"

Der Zugverkehr ist unterbrochen

Zubringerverkehr zum S-Bahnhof Zehlendorf

"Durchfahrthöhe 4 m" zeigt das verblasste und zwischen den anderen Schildern untergehende Verkehrszeichen an der S-Bahnbrücke. Immer wieder bleiben Lastwagen auf dem Teltower Damm unter der Brücke hängen. Selbst die Amis hatten damals auch schon Schwierigkeiten mit ihren M60-Panzer hier durchzukommen. Eine Höhenkontrolle gibt es nicht.

Seit der Maueröffnung hat der Verkehr stark zugenommen und die drei Fahrspuren reichen nicht mehr aus. Ein paar Tage vor dem 03.09.2010, als der LKW mit dem Kranausleger hier hängen blieb, starb hier ein Radfahrer. Er wurde von einem LKW überrollt.

Eine Planung zum Umbau der Brückenanlage besteht schon lange. Ob die Bauarbeiten 2014 wirklich beginnen steht in den Sternen. Erst einmal soll eine Notbrücke die Umsteigerei durch den eingleisigen Pendelverkehr beenden.

Ausgewechselt

Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof

Seit dem 03.09.2010 gab es eingleisigen Verkehr auf der S1. Die Brücke war so beschädigt, dass sie ausgewechselt werden muss. Die Bahn ist stolz nach gut 2 Monaten eine Notbrücke bauen zu können.

Von Freitag, den 12.11.2010, 18:00 Uhr bis Montag, den 15.11.2010, 4:00 Uhr wird die Notbrücke eingebaut. 2014 soll die Unterführung und die S-Bahnbrücke komplett neu gestalltet werden.

Komisch. So um 1902 sind die doch mit ihren Fuhrwerken hier prima durch gekommen!

Der Kran ist riesig. Er nimmt die gesamte Straßenbreite ein und doch: Der Kranführer bringt die Teile der alten Brücke auf den Millimeter genau in den Container.

Ein riesiges Teil frisch aus Sachsen. Er nimmt die 3 Fahrspuren des Teltower Dammes vollkommen ein.

Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof
Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof

13.11.2010 - 12:57 Uhr

13.11.2010 - 12:14 Uhr

13.11.2010 - 18:34 Uhr

Kabelsalat am 13.11.2010 - 12:06 Uhr

13.11.2010 - 18:29 Uhr

13.11.2010 - 18:38 Uhr

13.11.2010 - 19:03 Uhr

13.11.2010 - 19:08 Uhr

13.11.2010 - 19:11 Uhr

13.11.2010 - 19:13 Uhr

14.11.2010 - 13:00 Uhr

13.11.2010 - 19:15 Uhr

14.11.2010 - 13:42 Uhr

13.11.2010 - 12:45 Uhr

Freitag, den 12.11. 2010 um 18:00 wird der Verkehr auf dem Teltower Damm unterbrochen.

Als Vorarbeiten sind diverse Kabel schon verlängert worden um sie von den zu entfernenden Brückenteil Richtung Bahnhof schwenken zu können.

Der defekte Brückenteil wurde irgend wann in der Nacht herunter gehoben und zerschnitten.

Jetzt wird an den beiden Widerlagern gearbeitet.

Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof

Konzentration

Die Ketten zum Heben für die neue Brücke sind eingehängt

"Schienenersatzverkehr"

Nachmessen ob die Brücke richtig liegt

Die Brücke schwebt ein und wird gleich auf das Widerlager gelegt

Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof

Auf diesen erhobenen Finger des Chefs ...

...reagiert der Kranführer tief unten auf der Straße - und schwenkt die Brücke 4 cm weiter!

13.11.2010 - 19:12 Uhr

Die Brücke schwebt ein

Berlin-Zehlendorf-S-Bahnhof

Es fehlen nur noch wenige Zentimeter und die Brücke liegt auf Anhieb an der richtigen Stelle

Fehlen noch: Die Schienen

Der große und teure Kran wird durch einen kleineren für die Restarbeiten ersetzt

Hinweiß zu den Aufnahmen

Bilder in der Dunkelheit sind mit der Canon EOS 5D Mark II und der Canon Zoom Lens 70-200 mm f:2,8 L IS II UMS gemacht. Alle Bilder sind per Freihand aufgenommen, meistens mit 3200 ISO und Blende f:2,8.

Die Kosten

Die Behelfsbrücke kommt aus dem Brückenlager der Deutschen Bahn Netz AG in Konz (nahe Luxemburg). Per LKW angeliefert wurden dafür 300.000 € ausgegeben.

Zahlen muss die Haftpflichtversicherung der Firma des LKW-Fahrers. Er hätte am 03.09. die Schuld.

Ein Geheimtipp

Berlin-Zehlendorf-Stammbahn

Im äußersten Südwesten von Berlin-Zehlendorf, zwischen dem Museumsdorf Düppel und den Instituten für Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin, liegt an einem staubigen Weg eine kleine Kneipe mit Biergarten. Bis vor kurzem hatte der Weg keinen Namen, sondern hieß nur Str. 521. Jetzt hat diese Schlaglochpiste den hochtrabenden Namen Robert-von-Ostertag-Straße und soll bis 2015 asphafltiert werden. Wir sind alle traurig.

Rundherum stehen viele Pferde auf Koppeln, mehr als 120, wie der Hufschmied einmal sagte. Er trank hier sein Bier nachdem er die Pferde am Wegesrand beschlagen hatte. Sie traben hier träglich vorbei zum Reitplatz der FU um die Ecke, vorbei an den Koppeln der Tierklinik. Immer ist Hufgetrappel und das Wiehern der Pferde zuhören. Nur junge Mädchen kümmern sich um die Ponnys und Pferde, reiten langsam vorbei oder führen sie am Zaumzeug, natürlich zünftig gekleidet. Reithosen, Kappen, Stiefel, Kleidung für jeder Jahreszeit. Nun ja, Zehlendorf ist nicht grade ein armer Bezirk.

Dieses ganze Drumherum löst bei auswärtigen Besuchern, die gerne von den Stammgästen mitgebracht werden, ungläubiges Staunen aus. Beim nächsten Berlinbesuch bestehen sie darauf, hierher wieder mitgenommen zu werden. Sie können nicht fassen, dass das noch Berlin ist, keine 15 km vom Kurfürstendamm.

Hier ist auch das ganze Jahr immer etwas los. Nachdem das Gänseessen zu Weihnachten vorbei ist, gibt es kulunarische Events aller Art. Spanische Abende, italienische Nächte, Garnelen satt, Bratheringe, Eisbeine, Haxen - die ganze Palette eben.

Verblüffend ist, dass zu beliebten Themenabenden/Wochenenden wie Apré Ski, Hüttenabenden und natürlich zum Oktoberfest, wenn es fassweise bayrisches Bier und Essen gibt, immer mehr Damen in schmucken Dirndl und Herren in Krachledernden mit karierten Henden erscheinen.