Berlinfoto: Pergamonmuseum

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Bode-Museum, 17 von 24

Neues Museum, 19 von 24

Eingangsgebäude

Schöner Durchblick

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Das babylonische Ischtar-Tor aus der Zeit von Nebukadnezar II. (um 640 bis 562 v. Chr.)

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Löwenstraße

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Die Schätze des Pergamonmuseums

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Gar nicht so einfach am Pergamonmuseums keinen Kran auf dem Bild zu haben (März 2014)

Mitte, Teil 3: Nördlich Straße des 17. Juni/ Unter den Linden,

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Alles Mitte, oder was?

Traurig, aber wahr: Das Pergamonmuseum schließt am 28. September 2014 für 5 Jahre. Der Masterplan für die Museumsinsel sieht bis 2025 eine Investition von 1,5 Milliarden Euro vor.

Rund ein Drittel sind für das Pergamonmuseum vorgesehen. Seit der Eröffnung des Museums 1930 wurde nicht mehr viel für das Haus getan.

Alle 5 Museen werden über unterirdische Gänge verbunden und erhalten einen zentralen Eingang, die James-Simon-Galerie, die seitlich ans Pergamonmuseum heranreicht.

Der Pergamonaltar hat 2013 1, 26 Millionen Besucher angezogen.

Pergamonaltar
Pergamonaltar
Pergamonaltar

Der Pergamonaltar wurde unter König Eumenes II. im 2 Jhdt. v. Chr. in Kleinasien auf dem Tempelberg der Stadt Pergamon errichtet. Alleine die Freitreppe maß 20 m, die Breite ist 35 m und die Tiefe 33 m. Auf den Sockeln sind Hochreliefs angebracht. Sie stellen den Kampf griechischer Götter gegen die Giganten dar.

Die türkische Regierung erlaubte die von dem deutschen Ingenieur Carl Humann von 1878 bis 1886 ausgegrabenen Teile der Friese nach Berlin auszuführen. Hier wurden die in tausende Stücke zerstörten Platten von italienischen Restaurateuren wieder zusammengesetzt.

Um den Altar ausstellen zu können, wurde von 1901 bis 1908 ein Museum gebaut. 1930 wurde dieses durch das Pergamonmuseum ersetzt - ziemlich genau 100 Jahre nach Schinkels Neuen Museums gleich um die Ecke (heute Altes Museum).

Pergamonaltar

Der Saal mit dem weltberühmten Pergamonaltar ist bis 2019 geschlossen

Schwere Zerstörungen erlitt das Museum im 2. Weltkrieg, noch schwerere durch die Rote Armee. Was noch im Haus war, wurde nach Moskau und Leningrad geschleppt. Teile davon bekam die DDR 1958/59 zwar wieder zurück, aber wesentliche Stücke befinden sich immer noch in den Depots der Eremitage in St. Petersburg oder in Moskau im Puschkin-Museum.

Das ist völkerrechtswidrig. Zwar haben die Bundesrepublik Deutschland und Russland 1990 die Rückgabe vereinbart, aber das Russische Parlament zusammen mit den Moskauer Musemsdirektoren meinen, die Kriegsbeute gehöre für immer dem russischen Volk: es geht um den sagenhaften Goldschatz des Priamos (richtig: Schatz - oder Gold - von Troja, denn König Priamos passt zeitlich nicht zu dem Fund).

Heinrich Schliemann fand ihn bei Ausgrabungen am 31. Mai 1871 an der Stadtmauer von Troja. Er umfasst 8000 Stücke. Schliemann verschwieg den Fund vor osmanischen Behörden und brachte ihn heimlich außer Landes. Nachdem er den Fund Paris, St. Petersburg und London vergebens zum Kauf angeboten hatte, schenkte er 1881 alles dem Deutschen Volk. Kaiser Wilhelm I. ernannte ihn zum Ehrenbürger von Berlin und stellte das Gold auf der Museumsinsel aus.

Pergamonaltar
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James-Simon-Galerie

Die James-Simon-Galerie wird der zentrale Eingangsbereich für alle 5 Museen auf der Museumsinsel. Hier werden die Tickets verkauft, sind die Garderoben, Toiletten, ein Bookshop und ein Kaffee mit 200 Plätzen geplant.

Unterirdische Gänge, Archäologische Promenade genannt, verbinden die Häuser. Was sinnvoll ist. So können die immensen Besucherströme von bestimmt bald 2 Millionen pro Jahr, besser gelenkt werden.

Garantiert werden dann auch die Eintrittspreise erhöht, sicher wie das Amen in der Kirche.

Gerade versinkt alles im Sand des Urstromtals, im Schlick der Spree. Eine Firma, die die Fundamente machen sollte, ist schon pleite.

Was richtig gut und zuverlässig funktioniert, ist die Preissteigerung und die Terminverzögerung - Berlin eben.

Nach dem 1999 erstellten Masterplan Museumsinsel sollte hier der "Berlin Cube" entstehen. Der britische Stararchitekt David Chipperfield entwarf einen schlichten Stahlwürfel mit viel satiniertem Glas.

Die Berliner waren entsetzt. Die Planungen wurden 2002 gestoppt. Chipperfield überarbeitete im Dezember 2006 den Entwurf, der der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zwar gefiel, bei den Bürgern aber keine Gnade fand.

Es erfolgte schon mal eine Umbenennung von Berlin Cube auf James-Simon-Galerie.

Eine Bürgerinitiative gründete sich im Februar 2007. Prominente waren Günther Jauch und Lea Rosh. Ein Volksbegehren sollte den Entwurf stoppen.

Im Juni 2007 dann ein neuer Entwurf. Eine Galerie mit dünnen Betonstelzen entlang des Kupfergrabens wird nun gebaut. Die Gänge werden bis zum Lustgarten reichen.

Die Räume für Sonderausstellungen, die die Museen entlasten sollen, Gastronomie und die Museumsshops verschwinden im Sockel unterhalb der Kolonaden, immerhin 4.600 Quadratmeter Nutzfläche.

Die Pläne wurden vor der Grundsteinlegung am 18. Oktober 2013 nochmal überarbeitet.

Nicht nur Schinkel wußte, dass bauen auf diesem Grund schwierig ist. Für die so leicht aussehende Galerie wurden 1200 Pfähle in den Untergrund eingelassen. Die Baustelle musste immer unter Wasser sein.

Das Gewicht des Wasser hält die Grundplatte unten und verhindert so Schäden an den bestehenden Gebäuden.

Schon 2014 sollte alles fertig sein.

Jetzt ist 2018 angepeilt - aber nur, wenn keiner mit irgendeiner Kasse abhaut!

Die Westfassade des Neuen Museums. Links der Südflügel des Pergamonmuseums. Parallel zum Kupfergraben entsteht die Galerie.

Der Deutsche Bundestag gab 1999 für das Bauvorhaben 71 Millionen Euro frei. Jeder in Berlin hat nie und nimmer geglaubt, dass das reicht.

Richtig: 2013 gab es 28 Millionen Euro dazu. Auch jetzt war jedem klar, das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Und siehe da, im März 2015 kamen noch mal 35 Millionen dazu.

Mensch, die können aber gut planen! Statt 71 kostet jetzt der Spaß 134 Millionen. So dämlich kann in Deutschland nur die öffentliche Hand planen! Kann man denen so etwas nicht einfach verbieten?

Deutsche Firmen planen solche und hundertfach größere Projekte überall auf der Welt und das unter Einhaltung von Kosten und Terminen.

Baustelle unter Wasser. Ein Heben des Grundes wird so verhindert.

Kostensteigerung

Die Kosten der James-Simon-Galerie

Hach, der Baugrund wäre ja so schwierig! Erst in 40 m Tiefe unter dem Schlamm ist fester Baugrund. Man müsse 1200 Pfähle einrammen!

Ja spinnen die Planer? Hätten die das nicht bei Eosander, Schadow mit seinem abgerissenen Münzturm, oder bei Schinkel nachlesen können?

Nicht mal das Hickhack um den erst verteufelten, dann hochgelobten Entwurf Chipperfields ist schuld, sondern purer Pfusch am Bau.

Da stellten Blitzmerker 2011 plötzlich fest, dass die Spezialtiefbaufirma gepfuscht hatte. Hat die Bauüberwachung gepennt? Hätte man das nicht früher feststellen müssen, um Schaden abzuwenden? 40 Millionen fremdverschuldeter Schaden! Klar, kann man ja zurückfordern.

Aber was macht so eine Firma wenn sie mit solch einer horrendenen Forderung konfrontiert wird? Logisch, sie meldet Insolvenz an. Und wer ist Nase? Klar, der Steuerzahler.

Was war der Firma passiert? Von 2009 bis zur Kündigung 2011 sollten sie eine "Bodenvermörtelung" unter Wasser vornehmen. Sie baute aber ein Unterwassergebirge mit Unebenheiten von bis zu 4,80 Meter Höhe auf.

Bis 2014 musste dieses "Gebirge" von Industrietauchern mit Hochdruckwasserlanzen mühsam und teuer abgetragen werden. Ebenfalls schwierig war es, die dabei entstehenden Emulsionen und den Schlamm zu beseitigen.

Jetzt kann gebaut werden.

Fertigstellungstermin

James Simon

James Simon entstammt einer reichen jüdischen Familie. Er schenkte den Museen die Nofretete.

Spundwände ziehen...

... Wasser von hier nach da pumpen...

... Insolvenz anmelden. Jetzt singen alle!:

"Das ist der Berliner Sumpf, Sumpf, Sumpf..."

Pergamonaltar

Verblüffend! Sonntag, 19.07.15, 8:03: So leer war es das letzte Mal am Kupfergraben kurz nach dem Krieg.

Eine Stunde später wird man hier von Besuchern aus aller Welt fast niedergetrampelt.

Die Zeichnungen sind Aufnahmen vom Baustellenschild