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Berlinfoto: Altes Museum

Berlinfoto-Altes Museum

Neues Museum, 19 von 24

Nationalgalerie, 21 von 24

24. Oktober 2004, 13:13 Uhr - Canon EOS 60 D - Canon Zoom Lens EF 75-300 mm (165 mm); 1:4-5,6 IS, UMS - f6,7; 1/350 sek., 100 ISO

Berlinfoto-Altes Museum
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24. Oktober 2004, 13:25 Uhr - Canon EOS 60 D - Canon Zoom Lens EF 75-300 mm (165 mm); 1:4-5,6 IS, UMS - f8;

1/250 sek., 100 ISO

24. Oktober 2004, 9:32 Uhr - Canon EOS 60 D - Canon Zoom Lens EF 75-300 mm (75 mm);

1:4-5,6 IS, UMS - f8; 1/250 sek., 100 ISO

24. Oktober 2004, 13:17 Uhr - Canon EOS 60 D - Canon Zoom Lens EF 75-300 mm (170 mm);

1:4-5,6 IS, UMS - f6,7; 1/500 sek., 100 ISO

24. Oktober 2004, 8:52 Uhr - Canon EOS 60 D - Canon Zoom Lens EF 35-70mm (35mm)

1:3,5-4,5, AF - f11; 1/180 sek., 100 ISO

Berlinfoto-Altes Museum

Oktober 2010 - Canon PowerShot G9 - 440 mm - f: 4,8 - 1/1250 sek., 200 ISO

Berlinfoto-Altes Museum
Berlinfoto-Altes Museum

Balustradenfiguren auf der Rückseite des Alten Museums

Die gewaltige, von Karl Friedrich Schinkel geplante Säulenhalle mit 18 ionischen Säulen ist fast 90 Meter lang, genau wie das ältere, westlich auf der anderen Seite des Kupfergrabens gelegene Zeughaus.

So um 1815 herum dämmerte es König Friedrich Wilhelm III., dass er ein neues Museum braucht. Das humanistische Bildungsideal nicht nur der Humboldtbrüder setzte sich Anfang des 19. Jahrhunderts durch. Die Kunstschätze sollten nicht länger nur der feudalen Oberschicht zugänglich sein.

Hinzu kam 1806 die Rückkehr der von Napoleon geraubten Sammlung Giustiniani. Angedacht für die Ausstellungen war die 1696 von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, dem späteren König in Preußen, Friedrich I. (der Soldatenkönig) gegründeten Kunstakademie Unter den Linden oder der Marstall. Beides wurde verworfen.

Die Vorgeschichte

Der Auftrag

So bekam Karl Friedrich Schinkel den Auftrag, ein neues Museum zu planen und zu bauen. Der Bau begann 1824 mit dem Einrammen von 3000 Kiefernpfählen. Die Eröffnung fand am 60. Geburtstag von König Friedrich Wilhelm III., am 3. August 1830, statt.

Der Entwurf gilt als Höhepunkt des Schaffens Schinkels und ist ein bedeutendes Bauwerkes des Klassizismus.

Da war Schinkel mit seiner Familie auf seiner zweiten Italienreise. Er besuchte auf dieser Reise auch Köln, Bonn, Rüdesheim, Heidelberg, die Schweiz, Mailand und Venedig - und das per Kutsche!

Das Bauwerk

Karl Friedrich Schinkel entwarf einen vierflügligen, rechteckigen Bau mit zwei Stockwerken. Die prachtvolle Südseite zum Abschluss des Lustgartens hin prägt eine monumentale Säulenhalle mit 18 ionischen Säulen, verteilt auf 87 Metern Länge Die Breite beträgt 55 Meter. Vor den Säulen führt eine breite Freitreppe zum Eingang. Die Maße des Gebäudes passen zum Zeughaus.

Ein quadratischer Mittelbau überragt den Hauptbau. Da drinnen ist Platz für zwei Lichthöfe und einen Kuppelsaal mit einer aus 20 korinthischen Säulen eingefassten Ringhalle. Alles reicht über die zwei Stockwerke. Im Obergeschoss umläuft eine Galerie die Halle.

Das Museum hatte bei seiner Eröffnung logischerweise den Namen Neues Museum, bis 1845 hieß es Königliches Museum und jetzt Altes Museum. Es ist die Keimzelle der Museumsinsel.

Die Sammlung

korinthischen

Krieg und Wiederaufbau

Berlinfoto-Altes Museum-Granitschale

Die Granitschale vor dem Alten Museum im Lustgarten

Vor der Freitreppe des Alten Museums steht - wieder - die Granitschale

Einst war die Granitschale hochglanzpoliert und man war mächtig stolz auf sie, ja, sie galt Anfang des 19. Jhdt. gar als technisches Biedermeierweltwunder. In ihrer Oberfläche konnte man sich spiegeln.

Nie zuvor war so ein großes Stück so perfekt aus schwer zu bearbeitendem Granit hergestellt worden.

Zwar wird sie jeden Winter abgedeckt, aber die Witterung der letzten 185 Jahre im Freien, der 2. Weltkrieg und wiederholtes Umsetzen - bei der sie 1981 zerbrach - haben ihr zugesetzt.

Die Granitschale hat einen Durchmesser von 6,91 Metern und ein Gewicht von 75 Tonnen.

Die Schale

Der Auftrag

Der König Friedrich Wilhelm III. hörte von dem Baumeister und Steinmetz Christian Gottlieb Cantian. Der hatte 1826 auf der Akademie Ausstellung und eine solche Schale mit 1,83 Metern Durchmesser ausgestellt.

Der König bestellte eine größere Schale. Sein Oberbaurat Schinkel wollte sie in der Mitte der Säulenhalle, der Rotunde, aufstellen.

Doch die Schale wurde so groß, dass sie nicht mehr in das im Bau befindliche Museum hineinpasste. So wurde sie im Freien am 21. Februar 1829 aufgestellt.

Der Findling

Die Schale ist aus einem einzigen Findling aus Granit herausgearbeitet worden. Granit galt zu dieser Zeit als Mythos, als Kultgestein, ja als vaterländisches Symbol. Und wegen seiner Härte und Sprödigkeit als schwer zu bearbeiten.

Der Findling wog um die 750 Tonnen, stammt aus dem mittelschwedischen Karlshamn (Roter Karlshamn-Granit) und ist 1,42 Milliarden alt. Er hatte den Namen Großer Markgrafenstein.

Die Saaleeiszeit brachte ihn nach Brandenburg. Das war 300.000 bis 150.000 Jahre vor unserer Zeit. Die Gletscher legten den Brocken in den Rauenschen Bergen ab, südlich von Fürstenwalde an der Spree. Die Berge sind von dem Inlandeis Skandinaviens gestaltet worden und bis 153 m hoch.

Die Bearbeitung

Der Transport

Der Findling war 7,80 Meter lang und je 7,50 m breit und hoch. 10 Winden waren nötig, ihn um 90° zu drehen. 20 Steinmetze spalteten ab Mai 1827 mit 95 Eisenkeilen den Stein. Schmiede waren angestellt, die Werkzeuge herzustellen und zu härten. Die erste Spaltung gelang nicht optimal. Überstände mussten per Hand beseitigt werden. Das dauerte bis zum 24. August.

Gleiches geschah bei der 2. Spaltung. Erst am 27. Dezember war die rohe Steinplatte von 1,57 Meter Dicke fertig. Sie wog jetzt noch 225 Tonnen. Nachdem die Unterseite bearbeitet war, waren 23 Hebewerkzeuge und 100 Mann nötig, um die Platte zu wenden. Das war am 26. April 1828. Das Aushöhlen der Schale war dann am 24. August erledigt.

Zum Transport wurde ein Rahmen aus massiven Holzbalken um den Rohling, der jetzt noch ca. 75 Tonnen wog, gebaut, was bis in den September dauerte.

Der Wald wurde gerodet und eine Bohlenbahn zur Spree hinunter ausgelegt. Die Trasse ist heute noch zu erkennen.

Sechs Wochen benötigten 54 Leute für den Transport zu einem eigens gebauten Holzkahn. Täglich schaffte man kaum 200 m. Schließlich erreichte die Schale mit noch rauer Oberfläche am 6. November 1828 Berlin.

Direkt am Alten (damals Neuen) Museum wurde ein Bau errichtet, in dem sich eine Dampfmaschine mit 10 PS befand.

Dort wurde die Schale geschliffen und auf Hochglanz poliert. Zweieinhalb Jahre dauerte das. Nie zuvor war in Deutschland so ein großes Stück mit Maschinenkraft bearbeitet worden.

Beim Schleifen stellte sich dann heraus, dass der Stein 3 Risse hatte. Entweder waren sie im Gestein schon vorhanden, oder beim Spalten entstanden. Fortan wurde die Schale vor Frost geschützt.

Der Schliff

Die Standorte

Die Kosten

Die Nazis brauchten Platz für ihre Aufmärsche und stellten die Schale 1934 nördlich vom Dom im Kastanienwäldchen auf. Als die DDR 1981 die Schale wieder an den alten Standort zurückbringen wollten, zerbrach sie. Sie wurde wieder zusammen geklebt. Der Riss ist deutlich zu sehen.

Beruhigend zu wissen, dass es in Berlin noch nie anders war: Die Kosten wurden natürlich nicht eingehalten! Sie haben sich beinahe verdreifacht.

Ursprünglich waren 12.000 Taler veranschlagt. Es wurden aber 33.386 Taler daraus.

Lithografie von Schoppe: Der große Markgrafenstein*

Die Spaltung des Großen Markgrafensteins*

Die Verladung der Granitschale*

Das Schleifen der Granitschale auf einem Ölbild festgehalten*

Aufstellen der Granitschale*

* Die Bilder aus Wikipedia sind "gemeinfrei" , d. h. die Urheberrechte sind abgelaufen da die Bilder vor 1924 entstanden sind

Berlinfoto-Altes Museum

Der Lustgarten im März 2014

Altes-Museum-Granitschale

Kriegsschaden

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Mitte, Teil 3: Nördlich Straße des 17. Juni/ Unter den Linden,

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Alles Mitte, oder was?