Mitte, Teil1: Von der Siegessäule zum Fernsehturm, Seite 3 von 12

Berlinfoto-Brandenburger-Tor

Straße des 17. Juni, 2 von 12

Pariser Platz, 4 von 12

04. April 2003, 7:54 - Canon EOS 60 D - Canon Zoom Lens EF 20-55 mm (20 mm) - 1:4-5,6, f11; 1/250 sek

Berlinfoto-Brandenburger-Tor
Berlinfoto-Brandenburger-Tor

03. Dezember 2006, 17:45 - Canon EOS 5 D - Canon Zoom Lens EF 24-105 mm (24 mm) - 1:4-5,6 IS, UMS; f4; 1/6 sek

03. Dezember 2006, 18:03 - Canon EOS 5 D - Canon Zoom Lens EF 24-105 mm (105 mm) - 1:4-5,6 IS, UMS; f4; 1/2 sek, ISO 200

03. Dezember 2006, 17:59 - Canon EOS 5 D - Canon Zoom Lens EF 24-105 mm (35 mm) - 1:4-5,6 IS, UMS; f4; 1/10 sek, ISO 400

03. Dezember 2006

Aus ungewohnter Perspektive: Vom Hochhaus am Potsdamer Platz durch ein 800-mm-Tele gesehen

Wie imposant müssen die Säulen 1791 gewirkt haben!

Morgens um 8 ist die Welt noch in Ordnung. Der Pariser Platz hat noch seine Würde. Hinter dem Brandenburger Tor rauscht leise der morgendliche Berufsverkehr, selten hastet ein Passant über das schöne Pflaster an diesem kalten Aprilmorgen. Die Sonne bescheint das Tor mit weichem Licht optimal. Es dauert nicht mehr lange und mit der Ruhe und der friedlichen Stimmung ist es vorbei.

Dann kommen die Touristen. In ihrem Gefolge erscheinen dann wie Schmeißfliegen hinter der Mistkarre Typen in den idiotischsten Verkleidungen, um sich gegen Geld vor dem historischen Wahrzeichen mit den Touris fotografieren zu lassen - und die zahlen auch noch dafür! Scheinbar reicht das Tor in einer disneysierten Welt als Fotomotiv nicht mehr aus. Schade.

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Brandenburger Tor

Erstaunlich: Ende Septeber 2007 gab es noch keine Schießbudenfiguren auf dem Pariser Platz.

Gut, heute sind wir an hohe Gebäude gewöhnt. Wir empfinden das Tor mit seiner Höhe von 26 Metern, einer Breite von 65,5 und einer Tiefe von 11 m nicht mal als gewaltig.

Aber der Mensch von 1791? Der, der gerade aus dem tiefbewaldeten Tiergarten kam? Der warf den Kopf in den Nacken und staunte wie Sie, als Sie das erste Mal in New York waren. Rundherum gab es ja nichts vergleichbar großes.

Und da, wo die beiden Figuren stehen, wäre er sofort weggejagt worden. Die mittlere und breiteste Durchfahrt war nämlich nur von der königlichen und bis zur Abdankung Wilhelm II. im Jahre 1918 von der kaiserliche Familie zu benutzen.

Eine Ausnahme galt für den General Ernst von Pfuel und seine Familie. Er war Kommandant des preußischen Sektors von Paris beim Sieg über Napoleon.

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Brandenburger Tor 1764

Das alte Brandenburger Tor bestand nur aus zwei niedrigen Pfeilern und einem Wach- und einem Zollhaus. Es wurde 1788 abgerissen. Am 16. August 1789 fand in der Akademie der Künste eine Tagung statt, auf der der Minister Johann Christoph von Woellner (1732-1800) einen Verschönerungsplan für die Residenzstadt vorstellte.

Der studierte Theologe war bei König Friedrich II. ("Der Große" oder der "Alte Fritz") in Ungnade gefallen, weil der die Frau nach dem Tod seines ehemaligen Arbeitgebers - dort war er Hauslehrer -, General August Friedrich von Itzenblitz, heiratete und der König diese "Mesalliance" nicht duldete.

Aber der Nachfolger des Königs, Friedrich Wilhelms II., erhob ihn doch in den Adelsstand und ernannte ihn zum Geheimen Kriegs-, Finanz- und Domänenrat und zum Oberhofbau-Intendanten. 1788 war nun von Woellner, Staats- und Justizminister und Chef des geistlichen Departments.

Was sagte Friedrich II: " ...ein hinterlistiger und intriganter Pfaffe..."

Na, viel hat sich ja in der Politik im Allgemeinen und in Berlin im Besonderen nicht verändert. Heute wäre der Freimaurer und Logengründer (Rosenkreuzler) in der CDU und, wenn es ihm zu heiß geworden wäre, ließe er sich nach Europa versetzen.

Berlinfoto-Brandenburger-Tor
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Die Westseite des Brandenburger Tores mit dem Hotel Adlon im Hintergrund (Mai 2008)

Berlinfoto-Brandenburger-Tor

Ebenfalls die Westseite des Brandenburger Tores, aber ein Wetter zum Auswandern

(28. Oktober 2008, 11:17 Uhr)

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Auch die Quadriga hat eine bewegte Vergangenheit.

Johann Gottfried Schadow fertigte den Entwurf und von dem Hofkupferschmied (Jury) wird sie in Kupfer getrieben. Sie ist 5 Meter hoch.

Schadow stellte sich eine Friedensgöttin (Eirene) vor - das Tor hieß ja auch Friedenstor - und gestaltete sie als fast nackend mit einer Lanze in der Hand, mit Lorbeerkranz, gekrönt von einem römischen Adler. Sie wurde später zur Siegesgöttin Viktoria umgedeutet.

Erst 1886/87 bekam sie im Rahmen größerer Umgestaltungen ein wallendes Gewand.

Die Berliner Akzisemauer von 1734 wurde abgerissen und das Tor stand plötzlich allein auf weiter Flur. Rechts und links wurden die Torhäuser angebaut.

Quadrigas Reise

Kaum kam die Quadriga 1793 auf das Brandenburger Tor, kam ein kleiner Franzose vorbei und holte sie vor den entsetzten Augen der Berliner im Dezember 1806 wieder runter.

Preußen hatte die Schlachten von Jena und Auerstedt - nur 25 km von einander entfernt! - 1806 verloren. Wegen des Symbolgehaltes ließ sich Preußen mit dem oben leeren Brandenburger Tor trefflich demütigen.

Kaiser Napoleon ließ die Trophäe in 12 Kisten verpackt auf Fuhrwerken nach Paris schaffen. Berlin war von 1806 bis 1808 von den Franzosen besetzt.

Quadrigas Rückkehr

Da machten die Berliner sofort "Retourkutsche" draus!

"Le petite General" hatte im Oktober 1813 die Völkerschlacht bei Leipzig und am 18. Juni 1815 die Schlacht bei Waterloo endgültig verloren.

Aus seinem Plan, die Quadriga auf einem neuen Triumphbogen in Paris aufzustellen, wurde nichts mehr. Die Kisten waren in Paris an verschiedenen Orten versteckt.

Preußische Soldaten sollen der Legende nach von einer jungen Französin die Orte verraten worden sein, was ihr Leben ein Ende machte.

Am 4. April 1814, also vor genau 200 Jahren, setzte sich ein Transport mit 15 Kisten auf 6 Pferdefuhrwerken nach Berlin in Bewegung.

Das erstaunliche: Der Tross brauchte nur zwei Monate und 5 Tage! Und das auf unbefestigten Wegen!

Die Route führte über Brüssel nach Aachen. Dort mussten Teile der Stadttore abgetragen werden, weil die Wagen so hoch beladen waren.

Die Düsseldorfer begrüßten die Kolonne am 11. Mai. 1814 beim Übersetzen über den Rhein mit Kanonendonner. Am 9. Juni erreichte die "Retourkutsche" das Jagdschloss Grunewald.

Dort wurden die Transportschäden beseitigt und der Stab der Siegesgöttin wieder mal geändert.

Aus dem Lorbeerkranz an der Spitze mit dem römischen Adler oben drauf wurde ein preußischer auf Schinkels Eisernem Kreuz.

Am 27. Juni war das deutsche Wahrzeichen wieder an seinem Platz. Allerdings noch verhüllt. Erst am 27. August 1814 wurde sie mit einem Festakt von Friedrich Wilhelm III. unter dem Jubel der Berliner enthüllt.

Berlins gute Stube

Hier vor, am und um das Brandenburger Tor tummelten sich dann alle.

Könige, Revolutionäre vom März 1848, Bismark. Kaiser. Hindenburg und vor allem Hitler okkupierten den Platz, wann immer aus ihrer Sicht es etwas zu feiern gab.

Heute will hier jeder demonstrieren. Einfach gegen alles, für alles, egal wie dämlich das Motto.

Berlinfoto-Brandenburger-Tor
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Quadriga nach dem II. Weltkrieg

Nicht Kriegshandlungen, sondern die abziehende Deutsche Wehrmacht zerstörte die Quadriga am 30. April 1945 gezielt selber. Am 2. April wehte dort oben die Rote Flagge.

Nur ein einziger Pferdekopf ist übrig geblieben und ist im Märkischen Museum zu sehen. Man hatte aber mit dem Beginn der Bombardierung 1942 einen Gipsabdruck der Quadriga angefertigt.

Am 17. Juni 1953 zerfetzten Demonstranten des Volksaufstandes in der DDR diese auf der Ruine und hissten eine Schwarz-Rot-Goldene Flagge ohne Hammer und Sichel. Aber Panzer schlugen den Aufstand nieder und die verhasste rote Flagge kam zurück.

Der Ostberliner Magistrat beschloss am 21.09.1956 den Wiederaufbau des einzigen erhaltenen Stadttores. Im Dezember 1957 war man fertig. Im Westen wurde die Quadriga nach dem hier lagernden Gipsabdruck in Friedenau bei der bekannten Gießerei Hermann Noak wiederhergestellt.

Die Gießerei kannte ein jeder, denn die "SBZ" (Sowjetische Besatzungszone) leistete sich ein starkes Stück. Die fertige Quadriga wurde dem Magistrat am 2. August 1976 übergeben - und die schafften die Figur noch in der Nacht in den Neuen Marstall. Sie zersägten sie wieder!

Die Stadtverordnetenversammlung in Ostberlin fand, das Eiserne Kreuz und der Preußenadler seien "Embleme des preußisch-deutschen Militarismus" und ließen die symbolträchtige Skulptur bis 1958 verschwinden und der Westen kochte vor Wut über den bescheuerten "Arbeiter- und Bauernstaat".

Als die Quadriga wieder auf dem Tor stand, meuterten die Westberliner: "Dit is die Rache. Die stelln die falsch uff!". Stimmt aber nicht. Sie fuhr immer gen Osten. Sylvester 1989/1990 kletterten Zuschauer aufs Tor, stahlen und demolierten vieles. Das gesamte Tor wurde 22 Monate lang generalüberholt.

Mal sehen, was die Geschichte noch so alles inpetto hat...

Klar, in Berlin kann man einiges per öffentlichen Nahverkehr erledigen. Aber was ist, wenn Sie Lust auf die weitere Umgebung haben?

Auf die schönen Seen im Havelland, auf Schlösser wie Rheinsberg, Neuhardenberg, Marquardt? Auf den Pückler Park oder den Spreewald?


Möchten Sie dann auf einem zugigen Provinzbahnhof abends im Dunklen als einziger auf den Regionalexpress warten? Da bietet sich doch eher ein Mietwagen in Berlin an.

Berlinfoto: Brandenburger Tor

Berlinfoto: Quadriga

In den Tordurchgängen sind hochoben Reliefs zu sehen - und schwer zu fotografieren